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Erneuerbare-Energien-Gesetz
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Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergßtungen. Seit 2000 erweiterte es schrittweise das vorangehende Stromeinspeisungsgesetz. Während das EEG in Bezug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien von der Bundesregierung als erfolgreich eingestuft wurde,cite-ref-1[1] werden dessen Ükonomische und Ükologische Effizienz sowie Teilaspekte wie Ausnahmeregelungen fßr die Industrie kontrovers diskutiert.
Contents
⢠Entwicklung
⢠Grundzßge
⢠Wasserkraft
⢠Biomasse
⢠Geothermie
⢠Photovoltaik
⢠Klimaschutz
⢠Positiv
⢠Negativ
⢠Literatur
⢠Gesetzestexte
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Ziele, Prinzip und Struktur
Es soll gemäà Legaldefinition (§ 1 Abs. 1 EEG) im Interesse des Klima- und Umweltschutzes
⢠eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermÜglichen,
⢠die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte verringern (Internalisierung externer Kosten),
⢠fossile Energieressourcen schonen und
⢠die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen fÜrdern.
Der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms soll nach EEG 2023 bis zum Jahr 2030 auf 80 % steigen (§ 1 Abs. 2 EEG 2023). Noch vor dem Jahr 2050 soll der gesamte in der Bundesrepublik Deutschland verbrauchte Strom treibhausgasneutral erzeugt werden (§ 1 Abs. 3 EEG 2021). Während ab dem EEG 2017 ein fester Korridor fßr den Ausbau erneuerbarer Energien mit festen Grenzen nach oben und unten festgelegt wurde, gab es in den vorherigen Versionen des EEG Mindestziele ohne Obergrenze (§ 1 Abs. 2 EEG). Nach der Einfßhrung des EEG im Jahr 2000 wurde das Gesetz vielmals angepasst.
Drei GrundzĂźge wurden ursprĂźnglich zum Erreichen der Ziele gesetzlich verankert:
⢠die vorrangige Anschluss- und Abnahmeverpflichtung der Netzbetreiber zur Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien (Vorrangstellung)
⢠garantierte Vergßtungssätze fßr den eingespeisten Strom (dabei wird eine positive Differenz des garantierten Vergßtungssatzes zu dem Marktwert des eingespeisten Stroms ßber eine sogenannte Marktprämie ausgeglichen)
⢠kein Einfßhrungslimit (Beschränkung beim Zubau)
Der zu einer EEG-Anlage nächstgelegene Stromnetzbetreiber ist zu deren Anschluss und zur vorrangigen Einleitung des erzeugten Stromes verpflichtet (§ 8 Abs. 1 EEG). Die Zahlung der festgelegten gleitenden Marktprämie ist im gleichen Paragrafen grundsätzlich als gesetzliches Schuldverhältnis verankert und darf nicht vom Abschluss eines separaten Vertrages zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Netzbetreiber abhängig gemacht werden (Koppelungsverbot nach § 4 Abs. 1 EEG). Von den Bestimmungen des EEG darf nicht abgewichen werden, soweit nicht ausdrßcklich dort vorgesehen (ebenfalls § 4 EEG).
Nach EEG wird die Erzeugung von Strom aus folgenden erneuerbaren Energien gefÜrdert (§ 3 Nr. 3 EEG):
⢠Windenergie
⢠solarer Strahlungsenergie (zum Beispiel Photovoltaik)
⢠Geothermie
⢠Energie aus Biomasse einschlieĂlich Biogas, Biomethan, Deponiegas und Klärgas sowie aus dem biologisch abbaubaren Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie
AuĂerdem wird die Stromerzeugung aus Grubengas gefĂśrdert, obwohl dies eine fossile Energiequelle darstellt.
Die Regelungen des EEG ziehen Ausgleichsbedarf auf zwei Ebenen nach sich:
⢠Ausgleich der regional und saisonal unterschiedlichen Stromerzeugung
⢠Ausgleich der Kosten
Nach der Ausgleichsmechanismusverordnung (AusglMechV) vom Mai 2009 wird EEG-Strom zu den Ăbertragungsnetzbetreibern durchgeleitet, von ihnen gemäà Vorgaben vergĂźtet und an der StrombĂśrse im Spotmarkt vermarktet.cite-ref-bna-evalu-ausgleich-2012-4-0[4] Die MĂśglichkeiten zur Direktvermarktung des EEG-Stroms sind im EEG 2012 mit dem Marktprämienmodell erweitert worden.
Die Kosten, die als Differenz zwischen den ErlĂśsen fĂźr den EEG-Strom und den festgelegten VergĂźtungssätzen entstehen (§ 21 EEG) wurden zunächst als EEG-Umlage auf den Endverbraucher umgelegt. Seit 1. Juli 2022 werden diese Kosten vom Steuerzahler getragen.cite-ref-5[5] FĂźr die Ermittlung der EEG-Umlage-Kosten sind seit 2010 nach EinfĂźhrung der Ausgleichsmechanismusverordnung (AusglMechV) die vier bundesweiten Ăbertragungsnetzbetreiber zuständig.cite-ref-bmu-eeg-umlage-info2012-3-1[3] Seit 2022 wird der EEG-Finanzierungsbedarf, der den Bundeshaushalt voraussichtlich im Folgejahr belastet, jährlich ermittelt und auf Netztransparenz.de verĂśffentlicht. Im Jahr 2023 entstanden aus der Differenz Einnahmen, der Finanzierungsbedarf lag bei â3,637 Mrd. âŹ, im Jahr 2024 wurden Kosten von 10,616 Mrd. ⏠geplant. Im August 2024 ergab sich jedoch fĂźr das aktuelle Jahr ein Mehrbedarf von 8,8 Mrd. âŹ,cite-ref-0-6-0[6] der zunächst im SondervermĂśgen âKlima- und Transformationsfondsâ (KTF) verbucht wurde. Die aktuelle Planung fĂźr das Jahr 2025 beträgt 17,030 Mrd. Euro ohne BerĂźcksichtigung des anzusetzenden Kontostandes.cite-ref-1-7-0[7]
Im EEG sind ferner Mitteilungs- und VerĂśffentlichungspflichten geregelt (§ 45 EEG mit Einzelregelungen §§ 45 bis 52) sowie Herkunftsnachweis, Doppelvermarktungsverbot, Rechtsschutz und behĂśrdliche Verfahren (§§ 55 bis 63). Das Gesetz endet mit umfangreichen Verordnungsermächtigungen im § 64 mit 8 zugehĂśrigen (Buchstaben)-Paragrafen, der Vorgabe zum Erfahrungsbericht (§ 65) sowie umfangreichen Ăbergangsbestimmungen (§ 66 EEG).
Entwicklung
Stromeinspeisungsgesetz (1991)
Vorläufer des Erneuerbare-Energien-Gesetzes war das seit 1991 geltende Gesetz Ăźber die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das Ăśffentliche Netz â kurz Stromeinspeisungsgesetz â vom 7. Dezember 1990,cite-ref-8[8]cite-ref-9[9] das als weltweit erstes Ăkostrom-Einspeisegesetzcite-ref-10[10] gilt. Die Einspeisung in das Ăśffentliche Netz wurde hiermit verbindlich geregelt, weil Strom aus erneuerbaren Energien â mit Ausnahme von Strom aus Wasserkraft â nur von kleinen Unternehmen erzeugt wurde, denen groĂe Stromerzeuger den Zugang zu ihrem Verteilernetz verweigerten oder stark erschwerten. Das Gesetz verpflichtete Netzbetreiber zur Strom-Abnahme und sicherte Erzeugern MindestvergĂźtungen zu, die als Anteil vom DurchschnittserlĂśs fĂźr Strom berechnet wurden, wie er zwei Jahre zuvor erzielt wurde. Nicht vergĂźtet blieb Strom aus Wasserkraft, Deponie- oder Klärgas mit Generatoren von mehr als fĂźnf Megawatt.
Nach EinfĂźhrung des Gesetzes 1991 betrug die VergĂźtung fĂźr Wasserkraft sowie Klär-, Deponie- und Biogas 75 % (80 % ab 1994) und fĂźr Strom aus Sonnenenergie und Windkraft 90 % des zwei Jahre zuvor erzielten DurchschnittserlĂśses. Dies verbesserte den vorherigen Zustand fĂźr Wasser- und Windkraftanlagen, was zu einem ersten kleinen âWindkraft-Boomâ gĂźnstigen, kĂźstennahen Regionen fĂźhrte. FĂźr Solarstromanlagen war die VergĂźtung weit von der Kostendeckung entfernt. Ein Schritt in Richtung kostendeckende VergĂźtung stellte das Aachener Modell dar.cite-ref-11[11]
Im Jahre 2000, kurz vor der EEG-EinfĂźhrung, lag die VergĂźtung fĂźr Strom aus Wind und Photovoltaik bei umgerechnet 8,23 ct/kWh, fĂźr Strom aus Wasserkraft, Klär-, Deponie- und Biogas bei umgerechnet 7,23 ct/kWh und fĂźr Strom aus sonstigen erneuerbaren Energien bei umgerechnet 5,95 ct/kWh. Bezugswert war die durchschnittliche VergĂźtung fĂźr Strom im Jahr 1998 â umgerechnet 9,15 ct/kWh.cite-ref-12[12]
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2000)
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 29. März 2000cite-ref-13[13] ersetzte das Stromeinspeisungsgesetz und wurde initiiert von einem Gesetzentwurf des SPD-Fraktionsmitglieds Hermann Scheer von einer rot-grßnen Koalition unter Gerhard SchrÜder verabschiedet.cite-ref-weizs-cker2022-14-0[14] Es brachte das Vorrangprinzip und einen bundesweiten Wälzungsmechanismuscite-ref-15[15] mit sich sowie die Anhebung der Grenze fßr Wasserkraft, Deponie- und Klärgas von 5 MW auf 20 MW. Die Vergßtungssätze fßr Photovoltaik wurden stark angehoben und Technologien wie geothermisch erzeugte Energie einbezogen, um eine AnschubfÜrderung zu geben.
Im EEG 2000 war eine Degression von jährlich 5 % fĂźr die VergĂźtungssätze fĂźr Strom aus solarer Strahlungsenergie vorgegeben. Zusätzlich wurde eine Leistungsgrenze von 350 MWp eingefĂźhrt, nach deren Ăberschreiten im Folgejahr die VergĂźtung fĂźr neue Photovoltaikanlagen entfallen sollte. Dieser Wert ergab sich aus dem Anfangsbestand von 50 MWp und aus den 300 MWp, die durch das 100.000-Dächer-Programm fĂźr Solarstrom gefĂśrdert wurden. Die 350-MWp-Grenze wurde 2003 Ăźberschritten, so dass ab 2004 keine VergĂźtung fĂźr Neuanlagen gezahlt worden wäre und ein massiver Einbruch im Photovoltaik-Markt drohte. Daher wurde eine EEG-Novelle bereits am 22. Dezember 2003 verabschiedet.
Die VergĂźtungssätze des EEG 2000 im Ăberblick:
⢠Strom aus Windenergie zwischen 6,19 und 9,10 Cent/kWh
⢠Strom aus Photovoltaikanlagen
⢠fßr Anlagen, die 2001 in Betrieb gingen (auch Altanlagen): mind. 50,6 Cent/kWh
⢠fßr Anlagen, die 2002 in Betrieb gehen: mind. 48,1 Cent/kWh
⢠Strom aus Wasserkraft mind. 7,67 Cent/kWh
⢠Strom aus Biomasse zwischen 8,70 und 10,23 Cent/kWh
⢠Strom aus Geothermie zwischen 7,16 und 8,95 Cent/kWh
Degressionssätze: Seit dem 1. Januar 2002 wurden die Vergßtungssätze fßr neu in Betrieb gehende Anlagen gesenkt:
⢠fßr Strom aus Windkraft um 1,5 %
⢠fßr Strom aus Sonnenenergie um 5,0 %
⢠fßr Strom aus Biomasse um 1,0 %
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2004)
Eine weitere novellierte Fassung des EEG vom 21. Juli 2004cite-ref-16[16] trat am 1. August 2004 in Kraft. Voraus ging eine Einigung im Vermittlungsausschuss des Deutschen Bundestages, bei der die CDU/CSU eine Reduzierung der FĂśrderung von Windkraftanlagen erreichte. Neben der Anpassung an die von der EU erlassenen Richtlinie 2001/77/EG zur FĂśrderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarktcite-ref-17[17] bestanden wesentliche Ănderungen in der HĂśhe der FĂśrdersätze sowie der besseren juristischen Stellung der Betreiber von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien gegenĂźber Ăśrtlichen Netzbetreibern (etwa keine Pflicht zum Abschluss gesonderter Einspeiseverträge).
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2009)
Die Novellierung 2008cite-ref-18[18] sollte den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2020 auf einen Anteil von mindestens 30 % zu erhÜhen helfen (§ 1 Abs. 2 EEG). Ergänzend zum EEG, das nur die Stromerzeugung betrifft, wurde erstmals bundesweit in einem Gesetz zur FÜrderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG 2008) die Verwendung erneuerbarer Energien im Bereich der Wärme- und Kälteerzeugung geregelt, mit dem die ErhÜhung des Anteils erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung auf 14 % bis 2020 bezweckt wurde.
Das EEG 2009 wurde gegenĂźber dem EEG 2004 von 22 auf 66 Paragrafen erweitert. Es galt fĂźr Neu- und fĂźr zum Zeitpunkt des Inkrafttretens vorhandene Altanlagen § 66.cite-ref-19[19] Die Neufassung enthält eine Vielzahl von Detailregelungen. So wurden zum Zwecke der Verbesserung der Transparenz die Meldepflichten erweitert. Betreiber von Solaranlagen mĂźssen Standort und Leistung der Anlage an die Bundesnetzagentur melden (§ 16 Abs. 2 Satz 2 EEG).cite-ref-20[20] Der Anlagenbegriff wurde neu und eindeutig â auch fĂźr Altanlagen â definiert, um die Aufteilung in mehrere Kleinanlagen zu unterbinden, mit der hĂśhere VergĂźtungssätze erzielt werden sollten. Mit der Neufassung der § 19 und § 66 EEG werden Anlagen, die in enger zeitlicher Folge von zwĂślf aufeinander folgenden Monaten und in lokaler Nähe auf demselben GrundstĂźck oder in unmittelbarer Nähe in Betrieb genommen wurden, bei der VergĂźtung wie eine einzige Anlage gewertet.
Eine neuartige Ausgleichsregelung wurde fßr Engpässe bei der Stromeinleitung in ßbergeordnete Stromnetze eingefßhrt. Dies sollte den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien ermÜglichen, ohne auf den Netzausbau an Engpassstellen warten zu mßssen. Herzstßck waren direkte ZugriffsmÜglichkeiten der Netzbetreiber auf einspeisende Anlagen, um die Leistung abzusenken (§ 11, § 12 EEG). Die Netzbetreiber wurden zur Information der Betreiber und zum Nachweis des Umfangs und der Dauer der Absenkung verpflichtet. Diese Eingriffe setzen einen Engpass im Stromnetz nach Absenkung der Leistung konventioneller Kraftwerke voraus. Der Anlagenbetreiber hat das Recht auf Entschädigung, muss diese Forderung aber gegenßber dem Netzbetreiber nachweisen und durchsetzen. Jede bestehende Anlage mit einer Leistung ab 100 kW war vom Betreiber bis Ende 2010 auf eigene Kosten mit Ferneinwirk-Einrichtungen (Rundfunksteuerempfänger) und zur laufenden Erfassung der eingeleiteten Strommenge nachzurßsten.
Hinzu kam fĂźr die Photovoltaik-VergĂźtung eine gleitende Degression. Durch den groĂen Zubau und hĂśhere VergĂźtungskosten wurde die garantierte VergĂźtung pro kWh im Folgejahr schneller abgesenkt, um die Gesamtkosten fĂźr alle Stromkunden zu begrenzen. Blieb das vorgegebene Zubau-Ziel unerreicht, wurde die Absenkung verlangsamt (beispielsweise ab 1,5 GW Zubau im Jahr 2009 folgt ein Prozent zusätzliche Absenkung der VergĂźtung fĂźr das Jahr 2010). Der Degressionssatz der EinspeisevergĂźtung ab 1. Januar des Folgejahres wurde jeweils zum 31. Oktober im laufenden Jahr durch die Bundesnetzagentur verĂśffentlicht.
Die vom Deutschen Bundestag am 6. Juni 2008 beschlossene Fassungcite-ref-21[21] trat am 1. Januar 2009 in Kraft.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2012)
⢠FÜrderung der Direktvermarktung durch das Marktprämien-Modell: Differenz zwischen der anlagenspezifischen EEG-Vergßtung und dem monatlich nachlaufend ermittelten durchschnittlichen BÜrsenpreis fßr Strom wird als Marktprämie erstattet, zusätzlich werden die Aufwendungen fßr die Direktvermarktung durch eine Managementprämie ausgeglichen (neuer Teil der EEG-Umlage).
⢠âFlexibilitätsprämieâ zur FĂśrderung des Baus von Gasspeichern an Biogasanlagen
⢠Befreiung der Speicher von Netzentgelten, um Doppelveranlagung zu vermeiden
⢠Das âGrĂźnstromprivilegâ (Befreiung der Elektrizitätsversorgungsunternehmen von der EEG-Umlage) bleibt, wird jedoch auf 2 ct/kWh begrenzt (vorher HĂśhe der EEG-Umlage). Zusätzlich wird ein Mindestanteil fluktuierender erneuerbarer Energien von 20 % eingefĂźhrt (Wind, Sonne).
⢠Anpassungen bei den VergĂźtungsregelungen durch unterschiedliche Vorgaben â fĂźr die wesentlichen Energiequellen:
⢠Wind an Land: im Grundsatz Fortfßhrung der Vergßtungsstruktur gemäà EEG 2009, jedoch ErhÜhung der Degression von 1 % auf 1,5 %, Weitergewährung des Systemdienstleistungs-Bonus fßr Neuanlagen bis Ende 2014, fßr Bestandsanlagen bis Ende 2015, Gewährung eines Repowering-Bonus zum Ersatz von Altanlagen (Errichtung vor 2002)
⢠Wind auf See: ErhÜhung der Vergßtung durch Integration der Sprinterprämie (2 ct/kWh) in die Anfangsvergßtung, so dass diese von 13 auf 15 ct/kWh steigt, Verschiebung des Degressionsbeginns von 2015 auf 2018, Einfßhrung eines sog. Stauchungsmodells: Anfangsvergßtung steigt auf 19 ct/kWh, wird aber nur fßr acht statt zwÜlf Jahre gewährt
⢠Photovoltaik (PV): Beibehaltung der bestehenden Degressionsregelung (âatmender Deckelâ) und halbjährliche Anpassung wie im Jahr 2011
⢠Biomasse: Vereinfachtes Vergßtungssystem mit vier leistungsbezogenen Anlagenkategorien (Grundvergßtung zwischen 6 und 14,3 ct/kWh)
Photovoltaik-Novelle (Juni 2012)
Mit der âPhotovoltaik-Novelle (PV-Novelle)â wurde Ende Juni 2012 die VergĂźtung fĂźr Photovoltaik-Strom rĂźckwirkend zum 1. April 2012 abgesenkt. Voran gingen lange Diskussionen zur kĂźnftigen Ausgestaltung der FĂśrderung von Photovoltaikanlagen. Das âGesetz zur Ănderung des Rechtsrahmens fĂźr Strom aus solarer Strahlungsenergie und weiteren Ănderungen im Recht der erneuerbaren Energienâ (sog. PV-Novelle) wurde am 23. August 2012 verkĂźndet.cite-ref-24[24] Es beinhaltet im Wesentlichen:cite-ref-25[25]
⢠Neugestaltung der VergĂźtungsklassen (bis 10 kW, bis 40 kW, bis 1000 kW und bis 10.000 kW) und GrĂśĂenbegrenzung auf 10.000 kW
⢠Einmalabsenkung der VergĂźtungssätze um 15 %, anschlieĂend âBasisdegressionâ um monatlich 1 % (entspricht 11,4 % jährlich)
⢠Vergßtungssätze ab 1. April 2012 zwischen 19,5 und 13,5 ct/kWh
⢠Begrenzung des Gesamtausbauziels fĂźr gefĂśrderte Photovoltaik in Deutschland auf 52 GW (Bestand 27 GW (Mitte 2012)), ein jährlicher âAusbaukorridorâ wird mit 2,5 bis 3,5 GW festgesetzt
⢠âAtmender Deckelâ: abhängig vom Zubau wird bei Ăberschreitung des Ausbaukorridors die Degression in Stufen von 1,0 % bis 2,8 % angehoben â und bei Unterschreitung abgestuft oder ausgesetzt
⢠Fßr Anlagen von 10 kW bis 1000 kW wird ab 2014 nur 90 % der gesamten im Kalenderjahr erzeugten Strommenge nach EEG vergßtet.
Reformdiskussion 2013
Bundesumweltminister Peter Altmaier schlug im FrĂźhjahr 2013 Reformen zur Deckelung der EEG-Umlage als âStrompreisbremseâ vor.cite-ref-26[26] In der Analyse stellt das Papier fest: âDie Paradoxie der EEG-Umlage liegt darin, dass es trotz langsamen Ausbautempos zu erheblichen Ausgaben-Steigerung, gegebenenfalls aber auch trotz hohen Ausbautempos zu Ausgaben-Senkung kommen kann.â
Die Reformvorschläge umfassten:
1. Auszahlung der EEG-VergĂźtung fĂźr Anlagenbetreiber stunden, wenn absehbar ist, dass das EEG-Konto negativ wird. Wird die VergĂźtung erst ausgezahlt, wenn das EEG-Konto im Plus ist, wĂźrde es zum Beispiel fĂźr dieses Jahr bedeuten, dass zunächst keine Einspeisung vergĂźtet wird. Die Refinanzierung groĂer Anlagen, zum Beispiel Biogasanlagen und groĂe Windparks, wäre damit unsicher.
2. Altanlagen-Betreiber sollten mit ein bis eineinhalb Cent pro Kilowattstunde belastet werden. Dies erschien Kritikern als grundgesetzwidriger Eingriff in den Vertrauensschutz.
3. Belastung des Eigenverbrauchs bei Photovoltaikanlagen mit einem Teil der EEG-Umlage
4. Reduktion der Ausnahmegenehmigungen von Unternehmen von der EEG-Umlage und ErhĂśhung des Beitrags, den teilbefreite Unternehmen leisten.
Darauf aufbauend schlugen das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) im Februar 2013 MaĂnahmen zur Strompreise-Dämpfung vor.cite-ref-27[27]
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) lehnte dies ab und machte eigene Vorschläge zur Kostendämpfung.cite-ref-28[28] Das Einfrieren der EEG-Umlage auf den fĂźr 2013 geltenden Wert von 5,28 Cent pro kWh Strom bremse das Ausbautempo. Die EEG-Umlage sei kein MaĂstab mehr fĂźr die Kosten erneuerbarer Energien. Sie hänge von der Entwicklung der Preise fĂźr den BĂśrsenstrom und CO2-Zertifikate ab. Ebenfalls wurde kritisiert, kĂźnftigen Investoren keine EinspeisevergĂźtung zu zahlen. Dies nehme jede Planungssicherheit.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30] Greenpeace forderte statt einer âStrompreisbremseâ eine âAbzockbremseâ.cite-ref-31[31]
GrĂźnen-Politiker JĂźrgen Trittin betonte, die PreiserhĂśhungen seien nicht einmal zur Hälfte der EEG-Umlage anzulasten. Die GrĂźnen legten ein Konzept vor, das weiterhin den Einspeise-Vorrang von Ăkostrom vorsah.cite-ref-32[32]
Ein im Juni 2013 verĂśffentlichtes Gutachten der dena fĂźr den Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) betonte, dass die meisten Prognosen von der ĂbererfĂźllung der Ausbauziele des Energiekonzepts ausgingen. Daher empfahl man eine EEG-Novellierung, bei der die EinspeisevergĂźtungen an die Marktentwicklung anzupassen seien, wobei die Systemkosten zu berĂźcksichtigen seien.cite-ref-energie-studien-de-35-0[35]
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2014)
Mit dem Koalitionsvertrag der 18. Wahlperiode des Bundestagescite-ref-36[36] vom 27. November 2013 strebte man mehr âKosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystemsâ an. Dem Netzausbau und den Reservekapazitäten sollte hĂśhere Bedeutung zukommen.cite-ref-37[37] Der Ausbau erneuerbarer Energien sollte in einem gesetzlich festgelegten Ausbaukorridor erfolgen, um 40 bis 45 Prozent erneuerbare Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2025 und 55 % bis 60 Prozent im Jahr 2035 zu erreichen.
⢠Fßr die einzelnen Technologien gelte Folgendes:
⢠Photovoltaik: Die geltenden Regelungen (beispielsweise âatmender Deckelâ) wĂźrden beibehalten
⢠Biomasse: Der Zubau werde ßberwiegend auf Abfall- und Reststoffe begrenzt
⢠Wind an Land: An windstarken Standorten wßrden die FÜrdersätze gesenkt. Eine LänderÜffnungsklausel ermÜgliche länderspezifische Regeln ßber Mindestabstände zur Wohnbebauung
⢠Wind auf See: Der Ausbaupfad werde auf 6,5 GW im Jahr 2020 festgesetzt. Bei einem jährlichen Zubau von 400 MW im Jahr wßrden bis 2030 15 GW erreicht
⢠Wasserkraft: Die Regelungen wßrden beibehalten
⢠Der Einspeisevorrang fßr erneuerbaren Energien bleibe erhalten
⢠Spätestens ab 2017 soll eine verpflichtende Direktvermarktung fßr Neuanlagen gelten. Bis dahin betreffe dies nur Neuanlagen ab 5 MW Leistung
⢠Ab 2018 soll die FĂśrderhĂśhe Ăźber Ausschreibungen ermittelt werden, falls ein Pilotprojekt zeige, âdass die Ziele der Energiewende auf diesem Wege kostengĂźnstiger erreicht werden kĂśnnenâ.cite-ref-38[38] Spätestens im Jahr 2016 beginne ein Pilotmodell mit 400 MW Photovoltaik-Leistung
⢠Das Grßnstromprivileg werde abgeschafft; weitere Bonusregelungen sollen geprßft und bei Bedarf aufgehoben werden
⢠Neuanlagen sollen vom Netzbetreiber und von Direktvermarktern ansteuerbar sein. Spitzenlast kÜnne bei neuen Anlagen im begrenzten Umfang unentgeltlich abgeregelt werden, falls dies die Kosten fßr den Netzausbau senke und negative BÜrsenstrompreise vermeide. Entschädigungsregelungen im Einspeisemanagement wßrden so verändert, dass die Netzsituation bei der Standortwahl von Neuanlagen besser berßcksichtigt werdecite-ref-39[39]
⢠Es werde geprĂźft, ob groĂe Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien einen Grundlastanteil ihrer Maximaleinspeisung garantieren mĂźssen. Diese âvirtuelle Grundlastfähigkeitâ werde in einem Pilotvorhaben konkretisiert
⢠Erneuerbare Energien sollen stärker in den europäischen Energiebinnenmarkt integriert werden. Dafßr erfolge eine europarechtskonforme Ausgestaltung des EEG
⢠Die Besondere Ausgleichsregelung werde erhalten und europarechtskonform weiterentwickelt, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sicherzustellen
⢠Neue Eigenstromerzeuger sollen an der EEG-Umlage beteiligt werden, wobei fßr kleine Anlagen eine Bagatellgrenze gelte
Anfang 2014 konkretisierte das BMWi diese Pläne.cite-ref-40[40] Man suchte den Zubau von Erneuerbare-Energie-Anlagen stärker zu steuern, die EEG-Umlage stabil zu halten und damit die Bezahlbarkeit von Strom sowie die Versorgungssicherheit sicherzustellen.cite-ref-tagesschau18012014-41-0[41]cite-ref-42[42]
Am 27. Juni 2014 beschloss der Bundestag das EEG 2014cite-ref-43[43] gemäà den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Damit wurde die EinspeisevergĂźtung neuer Anlagen auf rund 12 ct/kWh gesenkt. Bei Windenergie galt als Zielkorridor beim jährlichen Nettozubau nun 2400 MW bis 2600 MW. WĂźrden mehr Windräder errichtet, sinke die VergĂźtung stärker (âatmender Deckelâ) â auĂer fĂźr Repowering. Bei Offshore-Windkraft legte man eine AnfangsvergĂźtung von rund 18 Cent je kWh fest. Die Ausbauziele wurden von 10.000 MW auf 6500 MW bis 2020 und 15.000 MW bis 2030 gekĂźrzt. Eine LänderĂśffnungsklausel ermĂśglichte länderspezifische Abstände von Windkraftanlagen von Wohnbebauung. Damit kĂśnnen Bundesländer den Windkraft-Ausbau begrenzen.cite-ref-44[44]
Biogasanlagen wurden auf 100 MW im Jahr stark begrenzt, wobei v. a. Reststoffe verwertet werden sollen. Die EinspeisevergĂźtungen wurden stark gekĂźrzt. Kritiker betonten, dass es ohne den Ausbau der Bioenergie an Back-Up-Kraftwerken zum Ausgleich der wachsenden Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie fehle.
Selbst erzeugter und selbst verwendeter Solarstrom wurde mit einer Abgabe belastet (âSonnensteuerâ), obwohl regierungsinterne Gutachten davon abrieten.cite-ref-45[45] Ausgenommen sind kleine Solaranlagen bis 10 kW. Ende Januar 2015 beschloss die Bundesregierung die Verordnung zur EinfĂźhrung von Ausschreibungen fĂźr die finanzielle FĂśrderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen.cite-ref-46[46] Die Ausschreibung startete im Februar 2015,cite-ref-47[47] unter starker Kritik durch die Branchenverbände.cite-ref-48[48]
Die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR), d. h. Ausnahmeregelungen fĂźr energieintensive Industrien, wurde reformiert. Bislang waren Firmen, deren Stromkosten 14 Prozent der BruttowertschĂśpfung betrugen, teilweise von der EEG-Umlage befreit. Dieser Schwellenwert stieg fĂźr 68 Kernbranchen auf 15 Prozent an.
Bei der kĂźnftig standardmäĂig vorgesehenen Direktvermarktung wird der Strom nur als âGraustromâ an der BĂśrse gehandelt. Dabei wurde eine Verordnungsermächtigung in § 95 Nr. 6 EEG aufgenommen, die dem Gesetzgeber eine gesonderte Regelung zur GrĂźnstromvermarktung ermĂśglichte.
Der BEE sah hierdurch nationale Klimaziele gefährdet.cite-ref-49[49]cite-ref-50[50] Die Ausbaukorridore seien zu gering, um den wegfallenden Atomstrom zu ersetzen. Ein Anstieg der klimapolitisch unerwĂźnschten Kohleverstromung sei die Folge. Die verpflichtende Direktvermarktung und die EinfĂźhrung von Ausschreibungen sei bis 2017 abzulehnen aufgrund hĂśherer Finanzierungskosten fĂźhre zu groĂer Unsicherheit unter Investoren. So sei die âEnergiewende aus BĂźrgerhandâ gefährdet.cite-ref-51[51] Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband kritisierte, dass die Novelle die Aktivität von Energiegenossenschaften deutlich beschränke, obwohl im Koalitionsvertrag mehr BĂźrgerbeteiligung versprochen wurde.cite-ref-52[52] Der Bundesverband Solarwirtschaft warnte vor einem MarktrĂźckgang. Der Ausbau der Solarenergie werde gedrosselt, ohne die Kosten der Energiewende spĂźrbar zu senken.cite-ref-53[53] Insbesondere die âSonnensteuerâ stieĂ auf Kritik aus Wissenschaft und Solarbranche.cite-ref-54[54] Die fĂźr 2015 erwartete Senkung der EEG-Umlage sei nicht auf die Reform, sondern auf gĂźnstige Rahmenfaktoren zurĂźckfĂźhrbar.cite-ref-55[55] Der Bundesverband Windenergie kritisierte vor allem die Länderklausel, da diese den Windenergie-Ausbau im Binnenland verhindere. Zudem sei die angekĂźndigte EinfĂźhrung von Ausschreibung eine groĂe Verunsicherung fĂźr den Markt.cite-ref-56[56] Der Fachverband Biogas sah die Existenz hunderter Biogasanlagen gefährdet und befĂźrchtete Ăźber eine Milliarde Fehlinvestitionen.cite-ref-57[57]cite-ref-58[58] Die Verbraucherzentrale kritisierte, dass der Eigenverbrauch von Solarstrom belastet werden solle. AuĂerdem forderte sie eine weitergehende Begrenzung der BegĂźnstigungen fĂźr die Industrie.cite-ref-59[59] Gutachter sehen das Klimaziel der Bundesregierung in Gefahr.cite-ref-60[60] Der ehemalige grĂźne Energiepolitiker Hans-Josef Fell, einer der Autoren des EEG-Entwurfs von 2000, sah die âGrundpfeilerâ des EEG durch die Reform gefährdet.cite-ref-61[61]
Die Neufassung trat als EEG 2014cite-ref-62[62] am 1. August 2014 in Kraft. Auch die Europäische Kommission befand das Gesetz mit dem EU-Beihilferecht in Einklang steht und genehmigte es.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2016/2017)
Im April 2016 wurde der Referentenentwurf der nächsten EEG-Novelle vorgelegt, der am 8. Juli 2016 â in EEG 2017 umbenannt â den Bundestag passierte.cite-ref-63[63]cite-ref-64[64]cite-ref-65[65]cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]cite-ref-68[68] Das EEG 2016/2017 bezweckte einen Systemwechsel vom Modell der EinspeisevergĂźtungen hin zum wettbewerbspolitischen Ausschreibungsverfahren, der bereits mit dem im EEG 2014 im Bereich der Photovoltaik-Freiflächenanlagen als Pilotprojekt getestet worden war. Zudem werde erstmals der Ausbau erneuerbarer Energien nach oben gedeckelt.cite-ref-69[69]
Gutachter befĂźrchteten, dass Ausschreibungen nicht geeignet sind, Kosteneffizienz, Ausbauziele und Akteursvielfalt zu erreichen, und empfehlen, dass Ausschreibungsverfahren kleine und mittlere Marktakteure besonders berĂźcksichtigen und die Wirkungen evaluiert werden, bevor es auf andere erneuerbare Energien ausgeweitet wird.cite-ref-70[70] FĂźr eine sichere Stromversorgung seien Kapazitätsmechanismen aus aktueller Sicht nicht erforderlich. Sie fĂźhrten vielmehr zu erheblichen Mehrkosten fĂźr die Stromverbraucher und seien mit hohen regulatorischen Risiken verbunden.cite-ref-71[71] Eine Reihe von Landesregierungen, Unternehmen, Verbänden und Think Tanks hatten Vorschläge zur Reform des EEG bzw. des kompletten Strommarktdesigns vorgestellt. Eine Metaanalyse hatte das âForschungsradar Erneuerbare Energienâ verĂśffentlicht, in der die zahlreichen Reformvorschläge miteinander verglichen wurden.cite-ref-72[72] So hatte etwa die grĂźn-rote baden-wĂźrttembergische Landesregierung in einem Gutachten acht mĂśgliche FĂśrdersysteme fĂźr erneuerbare Energien untersuchen und vergleichen lassen.cite-ref-73[73] Auch das rot-grĂźne Niedersachsen hatte konkrete WeiterentwicklungsmĂśglichkeiten des EEG vorgelegt. Der Think Tank Agora Energiewende hatte einen eigenen Vorschlag in die Debatte eingebracht.cite-ref-74[74] Ebenfalls der Sachverständigenrat fĂźr Umweltfragen (SRU) hatte in seiner Empfehlung an die neue Bundesregierung âDen Strommarkt der Zukunft gestaltenâ Impulse zur Weiterentwicklung des EEG gesetzt.cite-ref-75[75] AuĂerdem hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sich mit seinem Vorschlag âDer Weg zu neuen marktlichen Strukturen fĂźr das Gelingen der Energiewendeâ fĂźr ein neues Strommarktdesign Gedanken fĂźr das verbesserte Zusammenspiel zwischen erneuerbaren und konventionellen Kraftwerken gemacht.cite-ref-76[76] Der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung forderte eine Umwandlung des EEG zu einem Energiefonds.cite-ref-77[77]
Branchenverbände wie der BEE ßbten Kritik: Dies behindere den Ausbau Erneuerbarer Energien stark, gefährde zehntausende Arbeitsplätze, verfehle die Klimaschutzziele und benachteilige Bßrgerenergie-Projekte.cite-ref-78[78]cite-ref-79[79]cite-ref-80[80] Auch Umweltschutzorganisationen wie der WWF Deutschland sowie das Umweltbundesamt kritisierten die Novelle und forderten, der dynamische Ausbau erneuerbarer Energien mßsse auch ßber die Novellierung hinaus gewährleistet bleiben.cite-ref-81[81]cite-ref-82[82] Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass mit dem Ausbaupfad des EEG 2016/2017 die Pariser Klimaschutzziele nicht erreicht werden kÜnnten.cite-ref-83[83] Die zentrale Koordination der Ausschreibungsmenge entziehe untergeordneten Politikebenen Handlungsoptionen und schränke die MÜglichkeiten der Bundesländer ein, eigene Ausbauziele zu verfolgen.cite-ref-84[84] Fßr windstarke Bundesländer sinken durch die bundesweit festgelegten Ausschreibungsmengen die Anreize zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Vergleich zum vorherigen System der Einspeisevergßtung.cite-ref-85[85] Darßber hinaus wurde die Vergßtungskßrzungen und die rßckwirkende Ausschreibungspflicht teils als verfassungswidrig betrachtet.cite-ref-86[86] Ein Gutachten der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung stßtzte die Umwelt- und Branchenverbände.cite-ref-87[87]
BefĂźrworter der Energiewende begrĂźĂten, dass BĂźrgerenergiegesellschaften Erleichterungen bei Ausschreibungen eingeräumt wurden und dass Mieterstrom-Modelle bei der EEG-Umlage nicht weiter benachteiligt sind.cite-ref-88[88] Die Novelle sieht ferner im neu eingefĂźhrten § 79a âRegionalnachweise fĂźr direkt vermarkteten Strom aus erneuerbaren Energienâ vor und schafft damit die MĂśglichkeit einer regionalen GrĂźnstromkennzeichnung.
2016 profitierten 2137 Unternehmen mit 2835 Abnahmestellen von Ausnahmeregelungen im EEG. Die privilegierte Strommenge lag nach Angaben des Bundesamtes fßr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bei 107 Mrd. kWh, womit den Unternehmen Entlastung in HÜhe von ca. 4,7 Mrd. Euro entstanden.cite-ref-89[89] Auf Anfrage der Grßnen verÜffentlichte der Deutsche Bundestag am 7. Juli 2016 Informationen zu den Ausnahmeregelungen des EEG fßr stromkostenintensive Unternehmen. Danach mussten im Jahr 2016 insgesamt 717 solcher Unternehmen nur einen geringen Anteil oder gar keine EEG-Umlage bezahlen. Nur 58 Anträge energieintensiver Unternehmen wurden abgelehnt. Die privilegierte Strommenge wurde mit 70,12 Millionen Megawattstunden Strom fßr das Antragsjahr 2015 angegeben, wodurch die Unternehmen eine finanzielle Entlastung von 3,4 Milliarden Euro erhielten.cite-ref-90[90]
Weitere Ănderungen des EEG zum 1. Januar 2017 sowie unter anderem Ănderungen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, des Energiewirtschaftsgesetzes und des Windenergie-auf-See-Gesetzes enthält das Gesetz zur Ănderung der Bestimmungen zur Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung und zur Eigenversorgung.cite-ref-91[91]
Ausschreibungsergebnisse
Mit dem EEG 2017 wurden das FĂśrdersystem von EinspeisevergĂźtungen auf ein Ausschreibungssystem umgestellt, bei der die Regierung eine feste Menge an Leistung ausschreibt und anschlieĂend die gĂźnstigsten Gebote den Zuschlag bekommen. Mit Stand Mai 2017 sind die Ergebnisse sowohl einer Offshore-Windenergie als auch einer Onshore-Windenergie-Ausschreibung bekannt:
Bei der ersten Ausschreibung fßr Offshore-Windkraft in HÜhe von knapp 1,5 Gigawatt wurden drei Zuschläge fßr 0 Cent/kWh und ein Zuschlag fßr 6 Cent/kWh bekanntgegeben. Die Windparks erhielten nur eine FÜrderung zur Bereitstellung des Netzanschlusses. Errichtet wurden die Windparks ab 2021.cite-ref-92[92]
Bei der ersten Onshore-Ausschreibung konkurrierten 256 Bieter mit 2,1 GW Gesamtleistung um ausgeschriebene 800 MW. 70 Projekte, zumeist BĂźrgergesellschaften, erhielten FĂśrdergelder von 5,25 bis 5,78 ct/kWh. Diese liegen vor allem in Norddeutschland. In SĂźddeutschland erhielten 7 Projekte einen Zuschlag.cite-ref-93[93]
Die Vergßtungen sanken fßr die einzelnen Technologien durch die Umstellung auf das Ausschreibungssystem, doch war die stetige Absenkung seit Anbeginn zentraler Teil des EEG. Offen blieb, ob die Absenkungen durch die Ausschreibungen stärker ausfielen als zuvor. Grßnde dafßr liegen u. a. an den zusätzlichen administrativen und bßrokratischen Kosten des Ausschreibungssystems und dem zusätzlichen Investitionsrisiko, das zu hÜheren Renditeanforderungen und Kreditkosten fßhrt.cite-ref-94[94]
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2021)
U. a. verbesserten sich Bedingungen fßr Anlagen, die Ende 2020 aus der EEG-FÜrderung gefallen wären.cite-ref-98[98] Zudem soll auf eigenverbrauchten, selbstproduzierten Solarstrom keine EEG-Umlage mehr fällig werden, jedenfalls fßr Anlagen bis zu einer Nennleistung von 30 Kilowatt und einer jährlichen Strommenge von 30 Megawattstunden. Zuvor hatte die Grenze bei zehn Kilowatt und zehn Megawattstunden gelegen,cite-ref-99[99] das galt aber nicht nach dem 20. Betriebsjahr. Zudem wurde ein Smartmeter fßr PV-Anlagen ab 7 kW verpflichtend.cite-ref-100[100]
Erneuerbare-Energien-Gesetz (2023)
Die EEG-Ziele (§ 1) werden neu gefasst. 2030 sollen erneuerbare Energien 80 % des Bruttostromverbrauchs stellen.
§ 2 EEG erklärt Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie als im Ăźberragenden Ăśffentlichen Interesse liegend und der Ăśffentlichen Sicherheit dienend. Sie genieĂen vorrangigen Belang in SchutzgĂźterabwägungen â zu Lasten des Artenschutzes. Die Ausbaupfade, Strommengenpfade und Ausschreibungsmengen fĂźr die Windenergie an Land und die Solarenergie wurden angehoben. Neben die Marktprämie trat die FĂśrderung durch Differenzverträge, wozu das EEG 2023 eine Verordnungsermächtigung erhalten sollte.cite-ref-101[101] Die Ermächtigung wurde kurz vor Verabschiedung der Novelle im Gesetzgebungsverfahren gestrichen.cite-ref-102[102] Gestrichen wurde gegenĂźber dem Referentenentwurf auch eine Regelung, nach der neue Kleinwasserkraftanlagen mit einer Leistung unterhalb von 500 kW nicht mehr gefĂśrdert werden sollten.cite-ref-103[103]
FĂźr Photovoltaik-Anlagen, die ab dem 30. Juli 2022 in Betrieb genommen werden, wurden die VergĂźtungssätze leicht angehoben, wenn nur der Ăberschuss Ăźber den eigenen Verbrauch eingespeist wird. FĂźr Volleinspeiser werden die VergĂźtungssätze im kleinsten Leistungsbereich annähernd verdoppelt. Ziel ist, einen Anreiz zur effektiveren Flächennutzung bei Dachanlagen zu schaffen.cite-ref-pvmag-2022-07-06-104-0[104] Auf einem Haus kĂśnnen bei Einsatz von zwei getrennten Zählern auch zwei Anlagen angemeldet werden, eine fĂźr den Eigenverbrauch und Teileinspeisung, eine fĂźr die Volleinspeisung.cite-ref-pvmag-2022-07-06-104-1[104] Die 70-Prozent-Regelung fĂźr Neuanlagen entfällt.cite-ref-105[105] EinkĂźnfte sind zukĂźnftig ab 30 statt ab 10 kWp einkommens- und gewerbesteuerlich anzugeben.cite-ref-pvmag-2022-07-06-104-2[104] Kommt wegen eines Reet-Dachs oder bei denkmalgeschĂźtzten Häusern keine Dachanlage infrage, wird jetzt die Errichtung von Freiflächen-Anlagen bis 20 kW und einer Fläche bis zu jener des Wohngebäudes auf dem GrundstĂźck erlaubt.cite-ref-pvmag-2022-07-06-104-3[104]
Einzelheiten zu den Regelungen des Gesetzes
Anschluss- und Abnahmepflicht
Ungeachtet ihres Bedarfs mĂźssen Betreiber Ăśffentlicher Netze allen Strom, der von in Deutschland einschlieĂlich der deutschen ausschlieĂlichen Wirtschaftszone betriebenen Anlagen nach dem EEG gewonnen wird (§ 2 Nr. 1 EEG), mit Vorrang vor solchem Strom abnehmen, den fossile Brennstoffe und Kernkraft erzeugten. Gleichrangig mit Strom aus erneuerbaren Energien ist der mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugte Strom (§ 3 Abs. 1 KWKG) einzuspeisen. Netzbetreiber werden verpflichtet, ihre Netze auszubauen, um den bevorrechtigten Strom aufnehmen zu kĂśnnen, solange dies nicht wirtschaftlich unzumutbar ist(§ 9 EEG). Die Verletzung dieser Pflicht macht schadensersatzpflichtig (§ 19 Abs. 1 EEG). Umgekehrt sind Anlagenbetreiber, die eine Einspeise-VergĂźtung beantragen, verpflichtet, dem Netzbetreiber ihren Strom anzudienen, es sei denn, sie oder unmittelbar angeschlossene Dritte nutzen den Strom selber (§ 16 Abs. 4 EEG) oder der Anlagenbetreiber vermarktet ihn in Ăbereinstimmung mit § 17 EEG selbst (was jedoch eine fristgebundene vorherige AnkĂźndigung voraussetzt).
FĂźr eingespeisten Strom hat der Netzbetreiber Ăźber 20 Kalenderjahre zuzĂźglich des Inbetriebnahmejahres dem Anlagenbetreiber die VergĂźtungssätze gemäà EEG zu zahlen. Diese unterscheiden sich je nach Energieart; mutmaĂlich teurere Stromerzeugungsformen werden hĂśher vergĂźtet als gĂźnstigere. Bei groĂer Wasserkraft (ab 5 MW) verkĂźrzt sich die Laufzeit auf 15 Jahre. (§ 20 EEG).
Abnahme des EEG-Stroms durch die Endverbraucher
Während die Abnahme des EEG-Stroms durch Netzbetreiber und die Weiterleitung des Stroms und die Weitergabe der Mehrkosten an hĂśherrangige Netzbetreiber und Elektrizitätsversorger gesetzlich geregelt ist, sind die Endverbraucher beliefernde Elektrizitätsversorgungsunternehmen in der Verwertung des EEG-Stroms frei. Nach ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen dĂźrfen die Versorgungsunternehmer die durch das EEG verursachten Mehrkosten in ihre Kosten einstellen. Sie haben zudem das Recht, die EEG-Mehrkosten anteilig dem Endverbraucher gegenĂźber auszuweisen (Differenzkosten gem. § 53 EEG). Das Bundesamt fĂźr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kann aber auf Antrag Endverbrauchern, welche stromintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit hohem Stromverbrauch oder Schienenbahnen sind (§ 40 Abs. 1 EEG), eine ErmäĂigung der EEG-Umlage gewähren.
EEG-Umlage vor dem 1. Juli 2022
Durch die Vergßtungspflicht entstehen Netzbetreibern Kosten. Durch den Verkauf EEG-finanzierten Stroms an der BÜrse erzielen sie Einnahmen. Die Differenz zwischen Vergßtung und Einnahmen bildete die Grundlage zur Ermittlung der EEG-Umlage. Diese hatten Stromverbraucher bis zum 1. Juli 2022 zu bezahlen.cite-ref-107[107] Mit den Vergßtungen werden die Vollkosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien finanziert, während die Strompreise an der BÜrse im Wesentlichen Grenzkosten konventioneller Kraftwerke widerspiegeln. Diese waren bis zur Energiekrise in Europa in den Jahren 2021/2022 deutlich niedriger als die Vollkosten neuer Kohle- oder Atomkraftwerke.
Mit der Vermarktung des EEG-Stroms sind seit 2010 die vier deutschen Ăbertragungsnetzbetreiber (ĂNB) auf Grundlage der Ausgleichsmechanismus-Verordnung betraut (§ 3 AusglMechV). Sie ermittelten zum 15. Oktober die HĂśhe der EEG-Umlage fĂźr das Folgejahr als Prognose, die anhand der erwarteten Ausgaben fĂźr EEG-VergĂźtungen und der voraussichtlichen Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der StrombĂśrse EPEX Spotmarkt aufgestellt wurde.cite-ref-bmu-eeg-umlage-info2012-3-3[3]
Der BĂśrsenpreis wird auch bei der Bewertung des Stroms angesetzt, der im Marktprämienmodell direkt vermarktet wird. Die Bewertung der durchschnittlichen Einspeiseprofile von Solar-, Wind-auf-Land- und Wind-auf-See-Anlagen zum EEX Spotpreis wird als Marktwert ermittelt und auf der Seite Netztransparenz.de der Ăbertragungsnetzbetreiber verĂśffentlicht.cite-ref-108[108] Die positive Differenz zur EEG-VergĂźtung (sogenannter anlegbarer Preis) wird dem Anlagenbetreiber als Marktprämie ausgezahlt (siehe Direktvermarktung erneuerbarer Energien). Die Kosten aus den Marktprämien wurden ebenfalls Ăźber die EEG-Umlage auf die Endkunden umgelegt, ebenso die organisatorischen Aufwendungen (Profilservicekosten, Managementprämie).cite-ref-nb-eeg-umlage-2012-106-1[106] Seit 1. Juli 2022 werden auch diese Kosten vom Steuerzahler getragen.
Ausgaben fielen zumeist fĂźr Einspeise-VergĂźtungen und fĂźr die im EEG 2012 eingefĂźhrte Marktprämie an. (Summe aus beiden Teilbeträgen 2012: 17,97 Mrd. Euro, 2013: 18,5 Mrd. Euro). AuĂerdem fielen weitere Kosten an, darunter ein Liquiditätsausgleich von 3 % der Ausgaben (2013: 1,61 Mrd. Euro), der grĂśĂte Einzelposten unter den âSonstigen Kostenâ. Ende September eines laufenden Jahres fand ein Kontoausgleich statt, der den Ausgleich zwischen den prognostizierten und tatsächlichen Ergebnissen schaffte. Er war fĂźr 2013 mit 2,59 Mrd. Euro verbucht und machte rund 11 % der Ausgaben aus.cite-ref-nb-eeg-umlage-2013-109-0[109]
| Posten | Gesamt- kosten in Mio. Euro | Kosten in ct/kWh | Kosten- anteil |
|---|---|---|---|
| Photovoltaik | 8.528 | 2,2 | 41,8 % |
| Biomasse | 4.191 | 1,1 | 20,6 % |
| Wind onshore | 2.708 | 0,7 | 13,3 % |
| Wind offshore | 343 | 0,19 | 1,7 % |
| Wasser | 171 | 0,04 | 0,8 % |
| Gase, Geothermie | 41 | 0,01 | 0,2 % |
| Verrechnung negativer Kontostand (1) | 2.589 | 0,67 | 12,7 % |
| Liquiditätsreserve 10 % (2) | 1.614 | 0,42 | 7,9 % |
| NachrĂźstung Photovoltaik (3) | 105 | 0,03 | 0,51 % |
| Effekt GrĂźnstromprivileg | 52 | 0,01 | 0,25 % |
| EEG-Direktvermarktung | 50 | 0,01 | 0,25 % |
| Gesamt | 20.393 | 5,277 | 100 % |
| (1) Die Differenz zwischen BÜrsenpreis und garantierter Einspeisevergßtung brachte das Umlagenkonto ins Minus. Zum 30. Sep. 2012 wurde der Stand inkl. Zinsen ausgeglichen und in die EEG-Umlage 2013 ßbernommen. (2) Zur Vermeidung erneuter Differenzbeträge wurde eine Liquiditätsreserve von 10 % eingefßhrt. (3) Nachrßstungskosten fßr Photovoltaikanlagen zur Entschärfung des 50,2-Hertz-Problems nach System- stabilitätsverordnung (SysStabV) | (1) Die Differenz zwischen BÜrsenpreis und garantierter Einspeisevergßtung brachte das Umlagenkonto ins Minus. Zum 30. Sep. 2012 wurde der Stand inkl. Zinsen ausgeglichen und in die EEG-Umlage 2013 ßbernommen. (2) Zur Vermeidung erneuter Differenzbeträge wurde eine Liquiditätsreserve von 10 % eingefßhrt. (3) Nachrßstungskosten fßr Photovoltaikanlagen zur Entschärfung des 50,2-Hertz-Problems nach System- stabilitätsverordnung (SysStabV) | (1) Die Differenz zwischen BÜrsenpreis und garantierter Einspeisevergßtung brachte das Umlagenkonto ins Minus. Zum 30. Sep. 2012 wurde der Stand inkl. Zinsen ausgeglichen und in die EEG-Umlage 2013 ßbernommen. (2) Zur Vermeidung erneuter Differenzbeträge wurde eine Liquiditätsreserve von 10 % eingefßhrt. (3) Nachrßstungskosten fßr Photovoltaikanlagen zur Entschärfung des 50,2-Hertz-Problems nach System- stabilitätsverordnung (SysStabV) | (1) Die Differenz zwischen BÜrsenpreis und garantierter Einspeisevergßtung brachte das Umlagenkonto ins Minus. Zum 30. Sep. 2012 wurde der Stand inkl. Zinsen ausgeglichen und in die EEG-Umlage 2013 ßbernommen. (2) Zur Vermeidung erneuter Differenzbeträge wurde eine Liquiditätsreserve von 10 % eingefßhrt. (3) Nachrßstungskosten fßr Photovoltaikanlagen zur Entschärfung des 50,2-Hertz-Problems nach System- stabilitätsverordnung (SysStabV) |
| | 2012 (Prognose Okt. 2011) [ 106 ] | 2013 (Prognose Okt. 2012) [ 109 ] |
|---|---|---|
| Prognostizierte Kosten | Mrd. ⏠| Mrd. ⏠|
| EEG-Vergßtung nach § 23-33 EEG | 16,61 | 12,67 |
| Marktprämie (4) | 1,36 | 5,83 |
| Ăbrige Kosten (5) | 0,75 | 1,85 |
| Kontoausgleich im September | 0,71 | 2,59 |
| Summe prognostizierte Kosten | 19,43 | 22,94 |
| Einnahmen aus Vermarktung | â4,95 | â2,54 |
| Vermiedene Netzentgelte (6) | â0,44 | â0,50 |
| Summe prognostizierte ErlĂśse | â5,39 | â3,04 |
| Prognostizierter Umlagebetrag | 14,10 | 19,90 |
| Stromabsatz | TWh/a | TWh/a |
| Endverbraucher mit EEG-Umlage-Verpflichtung (7) | 392,8 | 384,7 |
| Umlagebetrag je kWh | ct/kWh | ct/kWh |
| Kernumlage | 3,31 | 4,19 |
| Umlage fßr Liquiditätsreserve | 0,10 | 0,42 |
| Umlage Kontoverrechnung September | 0,18 | 0,67 |
| EEG-Umlagebetrag je kWh | 3,59 | 5,28 |
| (4) fĂźr Anlagen, die Strom direkt vermarkten (§ 33b EEG) (5) fĂźr Profilserviceaufwand und Liquiditätsreserve (6) von den Ăbertragungsnetzbetreibern getragen (7) 2012: Gesamt 477,5 TWh/a, davon 88,7 TWh/a privil. Verbrauch (rd. 19 %) 2013: Gesamt 480,9 TWh/a, davon 96,2 TWh/a privil. Verbrauch (20 %) (ohne EEG-Umlagepflicht) | (4) fĂźr Anlagen, die Strom direkt vermarkten (§ 33b EEG) (5) fĂźr Profilserviceaufwand und Liquiditätsreserve (6) von den Ăbertragungsnetzbetreibern getragen (7) 2012: Gesamt 477,5 TWh/a, davon 88,7 TWh/a privil. Verbrauch (rd. 19 %) 2013: Gesamt 480,9 TWh/a, davon 96,2 TWh/a privil. Verbrauch (20 %) (ohne EEG-Umlagepflicht) | (4) fĂźr Anlagen, die Strom direkt vermarkten (§ 33b EEG) (5) fĂźr Profilserviceaufwand und Liquiditätsreserve (6) von den Ăbertragungsnetzbetreibern getragen (7) 2012: Gesamt 477,5 TWh/a, davon 88,7 TWh/a privil. Verbrauch (rd. 19 %) 2013: Gesamt 480,9 TWh/a, davon 96,2 TWh/a privil. Verbrauch (20 %) (ohne EEG-Umlagepflicht) |
Auf die HĂśhe der EEG-Umlage wirkten sich Sonderregelungen aus, wie die Sonderregelungen fĂźr stromintensive Unternehmen, die teilweise von der EEG-Umlage befreit waren.
Der Unterschied zwischen Prognosewert und dem realen Ergebnis wurde im Folgejahr mit der âNachholungâ durch Kontoausgleich mit Stichtag Ende September ausgeglichen. Die Zahlung des Umlagebetrags erfolgte von den Verbrauchern Ăźber die Stromversorger (Verteilnetzbetreiber) an die vier deutschen Ăbertragungsnetzbetreiber (ĂNB).cite-ref-bmu-ee-zahlen-2012-110-0[110]
Die verbleibende Differenz, die âEEG-Differenzkostenâ (fĂźr 2013 prognostiziert 19,9 Mrd. Euro), wurde auf den erwarteten Stromverbrauch verteilt, den man fĂźr EEG-pflichtigen Endverbraucher erwartete. Von der EEG-Umlage befreite Abnehmer zahlten als âprivilegierte Verbraucherâ keine EEG-Umlage. Die teilweise befreiten Abnehmer wurden anteilig in der Umlageberechnung berĂźcksichtigt (s. âEndverbraucher mit reduzierter EEG-Umlageâ in der Tabelle).cite-ref-bmu-ee-zahlen-2012-110-1[110]
Da die Einspeisevergßtung fßr 20 Jahre zzgl. dem Jahr der Inbetriebnahme garantiert ist, entstehen langfristige Zahlungsverpflichtungen. Deren Summe wurde als implizite Verschuldung des EEG Ende 2014 auf nominal 290 Mrd. Euro geschätzt, was einem Barwert von 228 Mrd. Euro entspricht.cite-ref-111[111]
| Energieträger | Wind | Biomasse | Photovoltaik (Solar) | Wasser Geothermie Gase | Sonstiges | Nachholung und Liquiditätsreserve [ 113 ] | gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 2012 | 0,482 | 0,839 | 1,860 | 0,040 | 0,091 | 0,280 | 3,592 |
| ErhĂśhung 2013 | 0,30 | 0,25 | 0,35 | 0,00 | 0,00 | 0,785 | + 1,685 |
| Stand 2013 | 0,782 | 1,089 | 2,210 | 0,040 | 0,091 | 1,065 | 5,277 |
EEG-Konto seit dem 1. Juli 2022
Die Produzenten von EE-Strom erhalten fĂźr den von ihnen eingespeisten Strom von ihrem Verteilnetzbetreiber eine feste VergĂźtung nach dem EEG (§ 19 Abs. 1 EEG). Die am Markt fĂźr die erneuerbare Einspeisung erzielten VerkaufserlĂśse gehen auf das von den Ăbertragungsnetzbetreibern treuhänderisch verwaltete EEG-Konto, reichen jedoch in der Regel nicht aus, um die im EEG festgelegten VergĂźtungssätze fĂźr Solar- und Windparkbetreiber zu zahlen. Die Ăbertragungsnetzbetreiber verrechnen die Einnahmen aus dem Verkauf des Stroms an der BĂśrse mit der EEG-FĂśrderung, die sie an die einzelnen Anlagenbetreiber auszahlen. Die Differenz zwischen den ausgezahlten VergĂźtungen und den Einnahmen aus der Vermarktung wird seit dem 1. Juli 2022 nicht mehr Ăźber die EEG-Umlage, sondern durch Zahlungen aus dem Bundeshaushalt beglichen. Die HĂśhe dieser Belastung des Staatshaushalts wird nach wie vor durch die Ăbertragungsnetzbetreiber im Oktober fĂźr das Folgejahr geplant und als EEG-Finanzierungsbedarf auf netztransparenz.de verĂśffentlicht.cite-ref-114[114]
Im Jahr 2023 beliefen sich die Ausgaben fĂźr die FĂśrderung der EEG-Anlagen auf 18,73 Milliarden Euro, wobei knapp 16,8 Milliarden Euro als Zahlungen an die Photovoltaik-, Windkraft- und anderen gefĂśrderten Erneuerbaren-Anlagen verbucht wurden. Dem standen ErlĂśse aus der Vermarktung des Stroms aus den EEG-Anlagen an der StrombĂśrse von rund 4,57 Milliarden Euro gegenĂźber.cite-ref-115[115]
FĂźr das Jahr 2024 wurde ein EEG-Finanzierungsbedarf von 10,616 Mrd. ⏠geplant. Im August 2024 ergab sich jedoch fĂźr das aktuelle Jahr ein Mehrbedarf von 8,8 Mrd. âŹ,cite-ref-0-6-1[6] der zunächst im SondervermĂśgen âKlima- und Transformationsfondsâ (KTF) verbucht wurde. Zuletzt kommunizierte die Tagesschau einen Finanzierungsbedarf von insgesamt 23 Mrd. ⏠fĂźr das aktuelle Jahr 2024.cite-ref-116[116] Die aktuelle Planung fĂźr das Jahr 2025 beträgt laut netztransparenz.de 17,030 Mrd. Euro ohne BerĂźcksichtigung des anzusetzenden Kontostandes.cite-ref-1-7-1[7]
Der EEG-Finanzierungsbedarf fĂźr das Jahr 2026 wurde auf 16,152 Milliarden Euro festgesetzt, wobei der anzusetzende Kontostand noch nicht berĂźcksichtigt ist. Der prognostizierte EEG-Kontostand zum 31. Dezember 2025 beträgt 1,586 Milliarden Euro. Die Finanzierung deckt die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben der Ăbertragungsnetzbetreiber nach Anlage 1 des EnFG ab. Die entsprechenden VerĂśffentlichungen, die das Konzept fĂźr das Prognoseverfahren und die Grundlagen fĂźr die Berechnung des EEG-Finanzierungsbedarfs 2026 enthalten, erfolgen durch die Ăbertragungsnetzbetreiber.cite-ref-117[117]
Sonderregelungen fĂźr stromintensive Unternehmen
Stromintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie Schienenbahnen sind durch die besondere Ausgleichsregelung im EEG zum Schutz ihrer internationalen und intermodalen Wettbewerbsfähigkeit von der EEG-Umlage teilweise befreit (§ 40 EEG sowie zugehĂśrige Regelungen §§ 41â44 EEG). Antragsberechtigt sind Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem Stromverbrauch Ăźber 1 GWh/a (bis 31. Dezember 2011: 10 GWh/a) und einem Verhältnis der Stromkosten zur BruttowertschĂśpfung des Unternehmens von mindestens 14 %. Sind diese Voraussetzungen erfĂźllt, wird die EEG-Umlage fĂźr das Unternehmen wie folgt begrenzt: FĂźr den Stromanteil bis 1 GWh/a wird die EEG-Umlage nicht begrenzt. FĂźr den Stromanteil zwischen 1 und 10 GWh/a sind 10 % der EEG-Umlage zu bezahlen. FĂźr den Stromanteil zwischen 10 und 100 GWh/a sind 1 % der EEG-Umlage zu bezahlen. FĂźr den Stromanteil Ăźber 100 GWh/a beträgt die EEG-Umlage 0,05 Cent/kWh. FĂźr Betriebe mit einem Strombezug Ăźber 100 GWh/a und einem Verhältnis der Stromkosten zur BruttowertschĂśpfung von mindestens 20 % ist die EEG-Umlage auf 0,05 Cent/kWh begrenzt. FĂźr Schienenbahnen gilt ein Stromverbrauch von 10 GWh/a als Voraussetzung. Ist diese Voraussetzung erfĂźllt, wird die EEG-Umlage wie folgt begrenzt: FĂźr 10 % des Stromverbrauchs wird die EEG-Umlage nicht begrenzt. FĂźr den Ăźbrigen Verbrauch beträgt die EEG-Umlage 0,05 Cent/kWh.
| Reduzierung der Umlage fĂźr Verbrauch | EEG-Umlage |
|---|---|
| bis 1 GWh/a | 100 % |
| Ăźber 1 GWh/a bis 10 GWh/a | 10 % |
| Ăźber 10 GWh/a bis 100 GWh/a | 1 % |
| Ăźber 100 GWh/a | 0,05 ct/kWh |
| Sonderregelung bei Verbrauch Ăźber 100 GWh/a und Stromkosten min. 20 % der BruttowertschĂśpfung | 0,05 ct/kWh |
| (8) Voraussetzungen: min. 1 GWh/a Stromverbrauch, Stromkosten min. 14 % der BruttowertschĂśpfung (9) Eigenerzeugung ist von EEG-Umlage befreit | (8) Voraussetzungen: min. 1 GWh/a Stromverbrauch, Stromkosten min. 14 % der BruttowertschĂśpfung (9) Eigenerzeugung ist von EEG-Umlage befreit |
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums vom März 2012 war durch diese Regelungen zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälfte des industriellen Stromverbrauchs ganz oder teilweise von der EEG-Umlage befreit, wodurch sich die EEG-Umlage fßr die Endverbraucher 2011 um etwa 0,9 ct/kWh erhÜht hat.cite-ref-bmu-eeg-umlage-info2012-3-5[3] Die Zahl der befreiten Unternehmen hat nach der EEG-Novelle 2012 erheblich zugenommen. Die Bundesregierung erwartete, dass 2013 voraussichtlich etwa zweieinhalb Mal so viele Unternehmen wie bisher von der Sonderregelung profitieren konnten.cite-ref-118[118] Im Jahr 2013 profitierten 1691 stromintensive Unternehmen von der Sonderregelung. Dies entsprach einem Anteil von 1,29 Cent/kWh oder ca. 25 % der GesamthÜhe (5,28 Cent/kWh) an der EEG-Umlage.cite-ref-119[119] Bei voller Veranlagung hätten sie vier Milliarden Euro entrichten mßssen.cite-ref-handelsblatt-2013-128-5-120-0[120] Im Jahr 2014 profitierten 2098 Unternehmen bzw. Unternehmensteile von der besonderen Ausgleichsregelung des EEG. Die privilegierte Strommenge dieser Unternehmen lag bei 107.101 GWh. Der Liste der betroffenen Unternehmen ist zu entnehmen, dass viele dieser Unternehmen keinen Handel mit dem Ausland betreiben.cite-ref-121[121]cite-ref-122[122] Fßr 2015 wurden Anträge auf Entlastung in HÜhe von 4,8 Mrd. Euro gestellt.cite-ref-123[123]
Diese Entlastung stieà mit Blick auf Wettbewerbsverzerrungen, Mehrbelastungen fßr Privatverbraucher und Ükologisch fragwßrdige Anreizeffekte auf breite Kritik.cite-ref-wdr-de-124-0[124]cite-ref-125[125]cite-ref-126[126] Die Europäische Kommission leitete ein Beihilfeverfahren gegen Deutschland ein, um die Subventionierung von Unternehmen durch die Teilbefreiung von der EEG-Umlage wettbewerbsrechtlich zu prßfen.cite-ref-127[127]
Im Mai 2012 verĂśffentlichte die Bundesnetzagentur einen Evaluierungsbericht, in dem die Ausnahmeregelungen fĂźr die GroĂindustrie kritisiert werden. So betrachte die Netzagentur die âReduktion des EEG-umlagepflichtigen Letztverbrauchs aufgrund der Ausweitung der Privilegierungsregelungen mit Sorgeâ, da mit den derzeit geltenden Regelungen die privilegierten Unternehmen zwar ca. 18 % des Stroms verbrauchten, allerdings nur 0,3 % der EEG-Umlage trĂźgen. ZukĂźnftig gelte es, eine bessere Balance zwischen GroĂverbrauchern sowie kleineren und mittleren Unternehmen sowie Haushaltskunden zu finden. Durch die Privilegierung der stromintensiven Industrie wĂźrde diese um ca. 2,5 Mrd. Euro jährlich entlastet, die Kosten wĂźrden auf nichtprivilegierte Unternehmen sowie Privathaushalte abgewälzt.cite-ref-128[128]cite-ref-129[129] FĂźr die Produktion einer einzelnen AluminiumhĂźtte wurden so nach journalistischen Recherchen im Jahr 2014 rund 450 Mio. Euro StrompreisvergĂźnstigungen gewährt. Da das betreffende Unternehmen jedoch nur eintausend Beschäftigte habe, ergab das eine Subvention von 440.000 Euro pro Jahr und Arbeitsplatz.cite-ref-130[130]
Auf Kritik stĂśĂt auch, dass viele Unternehmen durch Auslagern von Arbeiten Ăźber Werkverträge in den Genuss der Ausnahmeregelung kommen. Dadurch werden einerseits die eigenen Personalkosten verringert. Zudem werden Werkverträge laut Gesetz nicht zur betrieblichen WertschĂśpfung hinzugezählt. Das Kriterium fĂźr die Ausnahmeregelung wird unter Umständen dadurch erreicht, dass Arbeiten an ausländische (Lohndumping-)Unternehmen vergeben werden, was der Zielsetzung des Gesetzes vĂśllig widerspricht.cite-ref-131[131]
Das Bundesumweltministerium und das Bundeswirtschaftsministerium planten, die Ausnahmeregelungen zurĂźckzufahren, um so den Kostenanstieg zu dämpfen. Unternehmen, die nicht im âintensiven internationalen Wettbewerbâ stehen, sollten sich wieder stärker am Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligen.cite-ref-132[132] Nach Einschätzung der KfW hat die deutsche Industrie von der Energiewende profitiert; eine wettbewerbliche Benachteiligung sei aufgrund der unterdurchschnittlichen Entwicklung nicht ohne weiteres erkennbar.cite-ref-133[133] Diese Einschätzung wurde von weiteren Gutachten gestĂźtzt.cite-ref-134[134]cite-ref-135[135] Aufgrund der verschiedenen steuer- und abgabenrechtlicher Privilegierungen sowie infolge des Merit-Order-Effekts erneuerbarer Energien sinkender GroĂhandelspreise bezieht die energieintensive Industrie in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren sowie im Vergleich zu anderen Industrieländern relativ gĂźnstig Strom. Im Jahr 2013 kostete eine Kilowattstunde am Spotmarkt im Schnitt 3,78 Cent. In Frankreich kostete das gleiche Produkt im selben Jahr dagegen 4,3 Cent, in Italien und GroĂbritannien 6,2 Cent. In den USA stiegen die BĂśrsenstrompreise ab dem Jahr 2012 wieder an und liegen in manchen Regionen ebenfalls Ăźber dem deutschen Niveau. Auch die Strompreise im auĂerbĂśrslichen Handel werden in Deutschland gĂźnstiger. FĂźr die Jahre 2015 bis 2017 kostet der Strom bei direkten Lieferverträgen laut dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) zwischen 2,68 und 4,28 Cent pro Kilowattstunde.cite-ref-136[136]cite-ref-137[137] Weitere Gutachten aus dem Jahr 2013 stĂźtzen diesen Befund.cite-ref-138[138]cite-ref-139[139]cite-ref-140[140] Im Januar 2014 kĂźndigte eine niederländische AluminiumhĂźtte ihre SchlieĂung an, da sie aufgrund des billigen Industriestroms in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sei.cite-ref-141[141]
Die Energiekosten wie auch die EEG-Umlage haben im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland nur einen geringen Anteil am Bruttoproduktionswert, verglichen etwa mit Faktoren wie Material- und Personalkosten. Dennoch ist eine Belastung der Betriebe durch die gesetzliche EEG-Umlage durchaus messbar: Im Maschinenbau hatte diese im Jahr 2007 (aktuellste verfßgbare Datengrundlage des Statistischen Bundesamts) einen Anteil von hÜchstens 0,05 % am Bruttoproduktionswert. In den energieintensivsten Branchen, etwa der Glas-, Keramik- oder Papierherstellung, betrug der Anteil der EEG-Umlage hÜchstens 0,3 %.cite-ref-unendlich-viel-energie-de-142-0[142] Hochgerechnet auf die EEG-Umlage fßr nicht-privilegierte Endverbraucher im Jahr 2013 (5,23 Cent/kWh) ergäbe sich in diesen Branchen ein HÜchstanteil von 1,5 %.
Nach einem vom Deutschen Institut fßr Wirtschaftsforschung unterbreiteten Reformvorschlag sollen Unternehmen kßnftig nur noch privilegiert werden, wenn sie aufgrund von europarechtlichen Kriterien auch unter die Strompreiskompensationsregel des EU-Emissionshandels fallen. Davon profitieren 15 zentrale Sektoren, darunter die Eisen-, Stahl-, Aluminium-, Kupfer-, Chemie- und Papierindustrie. Die bisherige Kopplung der Privilegierung an die HÜhe des jährlichen Stromverbrauchs soll hingegen ersatzlos entfallen.cite-ref-143[143]cite-ref-144[144]
Die Deutsche Bahn zahlte nach eigenen Angaben im Jahr 2013 55 Millionen Euro EEG-Umlage. Aufgrund veränderter Bemessungsgrundlagen soll dieser Betrag im Jahr 2014 auf 108 Millionen Euro steigen.cite-ref-dbwelt-2014-6-4-145-0[145] Laut eigenen Angaben werde sich ihr EEG-Anteil im Jahr 2015 um weitere 52 Millionen Euro, auf 160 Millionen Euro, erhÜhen.cite-ref-mobil-2014-8-61-146-0[146]
Sonderregelung fĂźr den Eigenverbrauch aus selbst betriebenen Kraftwerken
Elektrische Energie, die in eigenen Stromerzeugungsanlagen fĂźr den Eigenverbrauch erzeugt wird, ist von der EEG-Umlage befreit.cite-ref-147[147]
Diese Sonderregelung fĂźhrte 2013 zu Mehrbelastungen von ca. 2,6 Mrd. Euro bzw. 12 % der EEG-Umlage.cite-ref-148[148]
Im Jahr 2019 bezifferte die Bundesnetzagentur die FĂśrderkosten fĂźr diese FĂśrderung des Eigenverbrauchs auf 5.426 Mio. Euro pro Jahr. Davon wurden 5.040 Mio. Euro zugunsten der fossilen Eigenversorgung, und 386 Mio. Euro fĂźr Strom aus erneuerbaren Energien aufgebracht.cite-ref-149[149]
Ausgleichsmechanismusverordnung
Durch die im Jahr 2009 erlassene Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus (AusglMechV),cite-ref-150[150] die fĂźr ab 2010 erzeugten EEG-Strom gilt, wird der gesetzliche Ausgleichsmechanismus des EEG grundsätzlich umgestaltet. Die AusglMechV erging auf der Grundlage des § 64 Abs. 3 EEG, der die Bundesregierung zu weitgehenden Ănderungen des bundesweiten Ausgleichsmechanismus im Hinblick auf die fĂźr EEG-Strom anfallenden Kosten ermächtigt. Die AusglMechV entbindet die Ăbertragungsnetzbetreiber davon, den EEG-Strom an die Energieversorgungsunternehmer durchzuleiten, und diese werden wiederum aus ihrer Abnahmepflicht entlassen (§ 1 Nr. 1 und 2 AusglMechV). Die Ăbertragungsnetzbetreiber werden stattdessen verpflichtet, den EEG-Strom am Spotmarkt einer StrombĂśrse transparent und diskriminierungsfrei zu verwerten (§ 1 Nr. 3 und § 2 AusglMechV). Die Ăbertragungsnetzbetreiber kĂśnnen zusätzlich von den Energieversorgungsunternehmen, die Strom an Endverbraucher liefern, anteilig Ersatz der erforderlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der EEG-Umlage verlangen (§ 3 Abs. 1 AuslgMechV). Die Umlage berechnet sich gemäà der AusglMechV nach der Differenz der Einnahmen aus der Vermarktung des EEG-Stroms nach § 2 EEG (zzgl. damit zusammenhängender Einnahmen) und der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Abnahme des EEG-Stroms, hier vor allem der nach dem EEG zu leistenden VergĂźtungen (§ 3 AusglMechV).
Die VergĂźnstigung von stromintensiven Unternehmen und von Schienenbahnen nach § 40 EEG, wonach deren Pflicht zur Abnahme von EEG-Strom begrenzt werden kann, wird dahingehend geändert, dass jene nur einen Ausgleich von 0,05 Cent/kWh als EEG-Umlage zu zahlen haben. DarĂźber hinaus enthält die AusglMechV Grundsätze zur Ermittlung der EEG-Umlage und verpflichtet die Ăbertragungsnetzbetreiber, die fĂźr die Ermittlung der Umlage festgestellten Einnahmen und Ausgaben monatlich und jährlich auf ihren Internetseiten zu verĂśffentlichen, desgleichen auch eine Prognose fĂźr die erwartete Umlage des nächsten Jahres. Die Bundesnetzagentur wird wiederum ermächtigt, weitergehende Verordnungen zu erlassen. Mit der AusglMechV wird ein wesentlicher Teil des EEG auf dem Verordnungswege geändert, weswegen die verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer gesetzesvertretenden Verordnung bezweifelt wird â ein Einwand, den der Bundesrat im Gesetzgebungsverfahren bereits erhoben hatte.cite-ref-151[151]
Entschädigungszahlungen fßr nicht eingespeiste Strommengen
Kann Strom produziert, aber nicht eingespeist werden, etwa weil der Netzbetreiber den Anlagenbetreiber aufgrund mangelnder Netzkapazitäten oder Netzßberlastung ferngesteuert herunterfährt, steht dem Anlagenbetreiber seit dem EEG 2009 eine Entschädigung zu, die sich gewÜhnlich an der sonst zu zahlenden EEG-Vergßtung orientiert.cite-ref-152[152]
Die abgeregelte Windenergie betrug in den Jahren 2011 bis 2013 jährlich knapp 1 % der erzeugten Windenergie und stieg 2014 auf 2,4 % und 2015 auf 5,2 % an. Bei Photovoltaik betrug die abgeregelte Energie 2015 rund 0,6 %, bei Biomasse 0,9 %. Im Jahr 2015 belief sich die gesamte abgeregelte erneuerbare Energie auf 4722 GWh. Davon entfielen 87 % auf Windenergie, 5 % auf Solarenergie und 8 % auf Biomasse. Die Engpässe lagen 2015 mit 89 % im Ăźberregionalen Ăbertragungsnetz, geographisch zu 97 % in Norddeutschland. Die hierfĂźr entstandenen EntschädigungsansprĂźche beliefen sich 2015 auf 394 Mio. Euro (vorläufiger Wert).cite-ref-153[153]cite-ref-154[154] Im Jahr 2016 fielen die abgeregelte Strommenge auf 3.743 GWh, die dafĂźr gezahlten Entschädigungszahlungen nahmen auf 373 Mio. Euro ab.cite-ref-155[155] Im Jahr 2021 wurden 5.818 GWh zu 807 Mio. Euro abgeregelt.cite-ref-156[156]
Ausschreibung seit EEG 2014
Mit dem EEG 2014 wurden erstmals wettbewerbliche Ausschreibungen eingefßhrt, die zunächst in Pilotmodellen mit Photovoltaik-Freiflächenanlagen erprobt und evaluiert wurden. Damit einher ging die Einfßhrung von Wachstumspfaden fßr die einzelnen Energieträger, wie sie bis dahin nur fßr die Photovoltaik bestanden. Fßr Photovoltaikanlagen auf Gebäuden bis 1 MW besteht keine Ausschreibungspflicht. Das Eckpunktepapier aus dem Jahr 2015 sah Ausschreibungen fßr einen Ausbau der Windkraft von 2,4 GW vor, sofern die Inbetriebnahme zwischen 2021 und 2023 erfolgt. Dies sollte aber vom Erreichen des Ausbauziels abhängig gemacht werden.cite-ref-157[157]
Branchenverbände sahen die Ausschreibung skeptisch. Sie erwarten, dass die hÜheren Marktrisiken, die durch die Abkehr vom Vergßtungssystem entstehen, eingepreist werden und damit zu hÜheren Kosten fßhren. Gerade Bßrgerenergieprojekte seien gefährdet, da sie die Finanzierungsrisiken nicht tragen kÜnnten.cite-ref-158[158]
Ausschreibung im EEG 2017
Fßr die Jahre 2017 bis 2019 wurde das Ausschreibungsvolumen bei der Windenergie auf jährlich 2,8 GW festgelegt und damit gegenßber dem Eckpunktepapier erhÜht. Ab 2020 sollen es jährlich 2,9 GW sein. Allerdings soll sich das Ausschreibungsvolumen ab dem Jahr 2018 jeweils um die Summe der installierten Leistung verringern, die im Rahmen von Ausschreibungen vergeben wurde.cite-ref-159[159]
Die Detailscite-ref-160[160] (Technologie, Gebotstermine, Ausschreibungsvolumen, Zuschlagswerte) finden sich auf der Seite der Bundesnetzagentur.
Mit dem EEG 2017 findet ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel beim FÜrderinstrument statt. Das bisherige System von festen Vergßtungssätzen wird durch Ausschreibungen von jährlichen, technologiespezifischen Ausbaukapazitäten ersetzt. Ausbaukapazitäten werden im Auktionsverfahren zugeteilt und die erfolgreichen Bieter erhalten eine Marktprämie fßr 20 Jahre, die sich aus der GebotshÜhe abzßglich des Preises an der StrombÜrse ergibt.cite-ref-161[161] Durch den Wechsel von einem Preis- auf ein Mengeninstrument bei der nationalen FÜrderung drehen sich die Anreize fßr die Bundesländer, den Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben, um.cite-ref-162[162] Insbesondere die Ausbauambitionen der windstarken Bundesländer im Norden werden durch den Wechsel auf bundesweite Ausschreibungen gedämpft.cite-ref-163[163]
Rahmenbedingungen und EinflĂźsse
Einordnung in das Energiewirtschaftsgesetz
Kleinere stromerzeugende Anlagen kÜnnen als Vorhaben zum Zwecke der Energieversorgung die im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vorgesehene MÜglichkeit zur Enteignung gem. § 45 Abs. 1 Nr. 3 EnWG in Anspruch nehmen, was vor allem dann Bedeutung hat, wenn die privaten Anlagen Grund und Boden Dritter zur Durchleitung von Kabeln zum nächsten aufnahmebereiten Üffentlichen Netz beanspruchen mßssen. Strittig ist unter den Gerichten, ob dies das Recht zur vorzeitigen Besitzeinweisung (§ 44b EnWG) mitumfasst.cite-ref-164[164]
Die Befugnisse der Energieversorgungs- und Netzunternehmen, zur Wahrung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems nach § 13 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 EnWG MaĂnahmen (wie Produktionsbeschränkungen) zu ergreifen, bestehen den EEG-Strom erzeugenden Anlagenbetreibern gegenĂźber â und zwar insoweit ohne Entschädigungspflicht (§ 11 Abs. 2 EEG).cite-ref-165[165]
Beständigkeit der zwanzigjährigen Vergßtungsregelung
Mit dem EEG wird gewährleistet, dass Anlagenbetreiber den im Jahr der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage geltenden VergĂźtungssatz fĂźr dieses Jahr und zwanzig weitere Jahre erhalten. Mit dieser Festlegung soll den Anlagenbetreibern eine ausreichende Investitionssicherheit gegeben werden. Die im Gesetz vorgesehene jährliche Degression der VergĂźtungssätze gilt jeweils nur fĂźr im jeweiligen Jahr ans Netz gegangene Anlagen zum Zeitpunkt der offiziellen Inbetriebnahme (§ 20 EEG). Nicht geklärt ist, ob und unter welchen Voraussetzungen der Gesetzgeber rĂźckwirkend fĂźr betriebene Anlagen die VergĂźtungsbedingungen einschlieĂlich der Sätze kĂźrzen kann. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG), das sich in einer Entscheidung vom 18. Februar 2009 mit der rĂźckwirkenden Anwendung des neuen Anlagenbegriffs im EEG von 2009 befasste, der seit Inkrafttreten des Gesetzes zu einem VergĂźtungseinbruch von knapp 50 % bei einigen Betreibern von Biomasseanlagen gefĂźhrt hatte, lieĂ diese Frage unbehandelt, da es eine rĂźckwirkende Ănderung wegen unsicherer Rechtslage bereits fĂźr zulässig erachtet hatte.cite-ref-166[166] Ein vom BMU beauftragte Gutachter war der Auffassung, dass es sich bei einer nachträglichen Ănderung der geltenden VergĂźtungssätze fĂźr die Zukunft um eine âunechte RĂźckwirkungâ handele, die grundsätzlich erlaubt sei, bei der aber das vom Gesetzgeber hervorgerufene Vertrauen berĂźcksichtigt werden mĂźsse. Sein vom BMU verĂśffentlichtes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass in die laufende VergĂźtung und deren Bedingungen eingegriffen werden kĂśnne, falls EU-Recht dies verlange oder aber nachträglich festgestellt werde, dass die gezahlten VergĂźtungen wirtschaftlich zu hoch seien.cite-ref-167[167]
Verfassungs- und europarechtliche Zulässigkeit
Das Stromeinspeisemodell des EEG greift auf verschiedenen Ebenen in die Vertrags- und Verwertungsfreiheit ein, so dass die verfassungsrechtliche Zulässigkeit im Hinblick auf die Berufsfreiheit (Art. 12 GG) und auf das Recht auf Eigentum (Art. 14 GG) fraglich erschien. Zudem fĂźhrt das Gesetz in Form des EEG-Zuschlags zu einer Art Abgabe, deren Zulässigkeit als steuerrechtliche Sonderabgabe in Frage gestellt wurde.cite-ref-168[168] Indessen wird die Abgabe Ăźberwiegend als privatrechtlicher Preisbestandteil eingestuft, da die vom EEG verursachten Mehrkosten abgabenrechtlich Ăśffentliche Haushalte nicht berĂźhren.cite-ref-169[169] Im Ăbrigen werden die Vorschriften des EEG als zulässige Regelung der BerufsausĂźbung bzw. der Inhaltsbeschränkung des Eigentums eingestuft.cite-ref-170[170]
Europarechtlich stand das Modell unter dem Gesichtspunkt einer Verletzung der Warenverkehrsfreiheit und des Verbots der Gewährung von Beihilfen auf dem Prßfstand. Die Europäische Kommission hatte jahrelang ein anderes Modell als marktwirtschaftlicher gestßtzt, wonach zur Verwendung Erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung Quoten zugeteilt werden, die durch den Kauf von grßnen Zertifikaten (ßber EE-Strom) erfßllt werden kÜnnen.cite-ref-171[171] Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte aber bereits zum Stromeinspeisungsgesetz in seiner PreussenElektra-Entscheidung vom 13. März 2001cite-ref-172[172] bestätigt, dass es sich bei der EEG-Umlage um keine Leistung der Üffentlichen Hand handele, so dass ein Verstoà gegen das Beihilfeverbot ausschied; den vorliegenden Eingriff in die Warenverkehrsfreiheit sah das Gericht fßr den damaligen Zeitpunkt wegen der zwingenden Belange des Klima- und Umweltschutzes als noch hinnehmbar an. Indem die Richtlinie 2009/28/EG (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) vom 23. April 2009cite-ref-173[173] das Modell des EEG (neben dem Quotenmodell) ausdrßcklich bestätigte, wurden letzte europarechtliche Zweifel ausgeräumt.cite-ref-174[174]
Nach einem Gutachten der Rechtsfakultät der Universität Regensburg aus dem Jahr 2012 sind Teile des EEG seit der Novelle von 2009 mĂśglicherweise verfassungswidrig. Problematisch sei, dass mit Inkrafttreten der 2010 veränderte Ausgleichsmechanismusverordnung ein Teil der Abgaben eine âSonderabgabeâ darstelle, die am Bundeshaushalt vorbeiflieĂt bzw. im Juristendeutsch âhaushaltsflĂźchtigâ ist. Die Situation sei vergleichbar mit dem frĂźheren âKohlepfennigâ zur Subventionierung des deutschen Steinkohlebaus, der 1994 verboten worden ist.cite-ref-175[175] Die auf dieses Gutachten gestĂźtzten Klagen verschiedener Unternehmen der Textil- und Modebranche wurden in letzter Instanz vom Bundesgerichtshof abgewiesen,cite-ref-176[176] eine anschlieĂend erhobene Verfassungsbeschwerde wurde im Oktober 2014 vom BVerfG nicht zur Entscheidung angenommen.cite-ref-177[177]
Im Februar 2013 wurde die ErĂśffnung eines BeihilfeprĂźfverfahrens durch EU-Wettbewerbskommissar JoaquĂn Almunia angekĂźndigt.cite-ref-hb-291112-178-0[178] Den Unternehmen, die von der Regelung profitiert haben, droht unter Umständen die RĂźckzahlung bereits gewährter Befreiungen.cite-ref-hb-291112-178-1[178] Im Juli 2013 wurde bekannt, dass der Wettbewerbskommissar ein BeihilfeprĂźfverfahren bezĂźglich der Befreiung energieintensiver Unternehmen noch im selben Monat einleiten wollte. Nach einer Intervention durch die Bundesregierung wurde es auf Ende September, nach der Bundestagswahl 2013, verschoben.cite-ref-179[179] Am 18. Dezember 2013 wurde die eingehende PrĂźfung (Untersuchungsverfahren) eingeleitet, um festzustellen, ob die den stromintensiven Unternehmen gewährte Teilbefreiung von der EEG-Umlage in Deutschland mit EU-Beihilfevorschriften im Einklang steht.cite-ref-180[180]cite-ref-181[181] Zumindest eine RĂźckzahlung bereits gewährter Rabatte konnte jedoch in den Verhandlungen mit der EU-Kommission abgewendet werden. Restriktivere Regelungen fĂźr die Industrierabatte mĂźssen jedoch bis 2018 in Kraft treten.cite-ref-182[182]
Am 9. April 2014 stellte die Europäische Kommission neue Leitlinien fĂźr Beihilfen im Umwelt- und Energiesektor vor. Sie enthalten auch Kriterien dafĂźr, wie energieintensive und besonders dem internationalen Wettbewerb ausgesetzte Unternehmen von Abgaben zur FĂśrderung erneuerbarer Energien entlastet werden kĂśnnen.cite-ref-183[183] Während der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die neuen Leitlinien begrĂźĂte, da sie zu Ausschreibungen im Energiesektor verpflichten sollen und damit die Einspeisetarife des EEG untersagen,cite-ref-184[184] empfahl der BEE den Mitgliedsstaaten, gegen die Leitlinien der EU-Kommission vor dem EuGH zu klagen, da diese einen Eingriff in die Kompetenz der Mitgliedsstaaten darstellen, im offenen Widerspruch zur Erneuerbare-Energien-Richtlinie stehen und die negativen Erfahrungen und kostentreibenden Effekte der dort favorisierten Ausschreibungsmodelle ignorierten.cite-ref-185[185] Ein rechtswissenschaftliches Gutachten der Stiftung Umweltenergierecht aus WĂźrzburg beurteilt das EEG unter bestimmten Voraussetzungen fĂźr europarechtskonform. Ein Ăbergang zu Ausschreibungen sei nicht zwingend notwendig.cite-ref-186[186] Der EuGH erklärte den Beschluss der Kommission, wonach das deutsche Gesetz von 2012 Ăźber erneuerbare Energien (EEG 2012) staatliche Beihilfen umfasst habe, fĂźr nichtig.cite-ref-187[187]
Laut jĂźngster Rechtsprechung des EuGH besitzen die Mitgliedsstaaten groĂen Freiraum, erneuerbare Energien mit nationalen Instrumentarien zu fĂśrdern, und verstoĂen damit nicht gegen das Diskriminierungsverbot gegen ausländische Investoren. Es liege im Allgemeininteresse, erneuerbare Energien zu fĂśrdern sowie Umwelt und Klima zu schĂźtzen.cite-ref-188[188]cite-ref-189[189]cite-ref-190[190]
Vergßtungssätze
GrundzĂźge
Die folgenden Aussagen sind Ăźberholt. Sie sind als historisch zu sehen. Das EEG wurde seit 2012 mehrfach angepasst.
Die GrundzĂźge der VergĂźtungen fĂźr Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Grubengas sind auch im EEG 2012 beibehalten worden:
⢠unterschiedliche VergßtungshÜhen je nach Energieart
⢠hÜhere Vergßtung fßr kleinere Anlagen, da sie pro Leistungseinheit (kW) hÜhere Investitionskosten erfordern
⢠absinkende VergĂźtungssätze, je später das Inbetriebnahmejahr liegt, die sog. âDegressionâ
Das EEG 2012 regelt die VergĂźtungen fĂźr Anlagen, die ab dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen werden (§§ 23â33 EEG 2012). FĂźr bereits in Betrieb befindliche Anlagen gilt grundsätzlich die bisherige Rechtslage fort â vorbehaltlich einiger Ăbergangsbestimmungen (§ 66 EEG). FĂźr Strom aus solarer Strahlungsenergie ist eine Ausnahme mit der Photovoltaik-Novelle eingefĂźhrt worden, wonach neben dem regulären Absinken zu Jahresbeginn bei hohem Zubau im Vergleich zum Vorjahr auch zum 1. Juli eine weitere Absenkung erfolgen kann (âatmender Deckelâ) (§ 20b EEG 2012).
FĂźr die einzelnen Energiearten sieht das EEG angepasste VergĂźtungen je nach Ausbauleistung vor. Die sprungartigen Unterschiede an den Ăbergängen dieser VergĂźtungsgruppen werden ausgeglichen, indem die Ausbauleistung einer Anlage in die einzelnen Leistungsgruppen aufgeteilt wird und die VergĂźtung anteilig errechnet wird (s. nachfolgendes Beispiel Wasserkraft).cite-ref-bmu-eeg-umlage-info2012-3-6[3]
Wasserkraft
| Anlagen- leistung | EEG 2012 (10) | EEG 2009 | EEG 2009 | EEG 2004 |
|---|---|---|---|---|
| Anlagen- leistung | EEG 2012 (10) | bis 5 MW | Ăźber 5 MW | EEG 2004 |
| bis 500 kW | 12,7 | 12,67 (11) /11,67 (12) | 7,29 | 9,67 |
| bis 2 MW | 8,3 | 8,65 | 7,29 | 6,65 |
| bis 5 MW | 6,3 | 7,65 (11) /8,65 (12) | 7,29 | 6,65 |
| bis 10 MW | 5,5 | | 6,32 | 6,32 |
| bis 20 MW | 5,3 | | 5,80 | 5,80 |
| bis 50 MW | 4,2 | | 4,34 | 4,34 |
| Ăźber 50 MW | 3,4 | | 3,50 | 3,50 |
| (10) Neubau und Modernisierung (11) Neubau (12) Modernisierung | (10) Neubau und Modernisierung (11) Neubau (12) Modernisierung | (10) Neubau und Modernisierung (11) Neubau (12) Modernisierung | (10) Neubau und Modernisierung (11) Neubau (12) Modernisierung | (10) Neubau und Modernisierung (11) Neubau (12) Modernisierung |
Mit dem EEG 2012 ist die VergĂźtungsdauer auch fĂźr Wasserkraftanlagen einheitlich auf 20 Jahre zzgl. Inbetriebnahmejahr angehoben worden (vorher 15 Jahre fĂźr Anlagen Ăźber 5 MW) (§ 23 EEG). Auch die Unterscheidung von kleiner und groĂer Wasserkraft bei 5 MW â mit unterschiedlichen VergĂźtungsregelungen (s. Tab.) â wurde aufgehoben. Die Degression liegt bei einem Prozent pro späterem Jahr der Inbetriebnahme. FĂźr die Erweiterung oder den Neubau sind eine Reihe umwelttechnischer und wasserrechtlicher Voraussetzungen â besonders zum Fischaufstieg â zu erfĂźllen, die entsprechend behĂśrdlich oder gutachterlich nachgewiesen werden mĂźssen (§§ 33 bis 35 und 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 des Wasserhaushaltsgesetzes).
Die im Gesetz genannten Vergßtungen sind in Leistungsgruppen unterteilt, die bei der Vergßtungsberechnung fßr den Einzelfall entsprechend der Bemessungsleistung angesetzt werden. Als Bemessungsleistung einer Anlage ist im EEG (§ 3, Abs. 2a) der Quotient aus der Summe der in dem jeweiligen Kalenderjahr erzeugten Kilowattstunden und der Summe der vollen Zeitstunden des jeweiligen Kalenderjahres definiert. Beispiel: Eine Wasserkraftanlage mit 2 MW Anlagenleistung erzeugt bei 4800 Volllaststunden im Jahr 9.600.000 kWh. Die Bemessungsleistung beträgt 1.096 kW (Jahresvolllaststunden* Nennleistung / 8760 h). Hiervon werden 500 kW, also 45,6 %, der Vergßtungsgruppe bis 500 kW und die weitere Leistung der Vergßtungsgruppe bis 2 MW zugeordnet. Die Durchschnittsvergßtung errechnet sich zu 0,456 à 12,7 ct/kWh + 0,544 à 8,3 ct/kWh = 10,31 ct/kWh. Bei einer Inbetriebnahme nach 2012 ist die Degression von 1 % pro Jahr zu berßcksichtigen. Eine Anlage, die 2013 in Betrieb genommen wurde, bekommt statt 12,7 ct/kWh noch 12,57 ct/kWh in der Gruppe bis 500 kW.
Deponie-, Klär- und Grubengas
Die Vergßtungen sind (veraltet) den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen. Anlagen bis 5 MWel erhalten nach Anlage 1 zum EEG fßr innovative Anlagentechnik einen Bonus von 2,0 Cent/kWh (2004: 2,0). Weitere Boni gibt es bei Deponie- und Klärgas fßr die Gasaufbereitung.
Die Degression fßr Grundvergßtung und Boni beträgt 1,5 % pro späterem Jahr der Inbetriebnahme (§ 20b EEG 2012).
Grubengas stellt keine erneuerbare, sondern eine fossile Energiequelle dar. Die Verbrennung von Grubengas (beispielsweise in einer Stromerzeugungsanlage) stellt aber dennoch ein KlimaschutzmaĂnahme dar, da unverbrannt in die Atmosphäre entweichendes Grubengas ein hĂśheres Treibhauspotential als das bei der Verbrennung entstehende Kohlenstoffdioxid. Die FĂśrderung der Grubengasverstromung wurde eingefĂźhrt, da sich das Auffangen und die energetische Nutzung von Grubengas ohne finanzielle FĂśrderung nicht lohnt.
Biomasse
Siehe auch
:
âVergĂźtung in Deutschlandâ im Artikel Biogasanlage
Die GrundvergĂźtung ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
| Leistungsanteil | EEG 2012 [ 191 ] | EEG 2009 | EEG 2004 [ 192 ] |
|---|---|---|---|
| bis 150 kW el | 14,3 | 11,67 auch fĂźr Altanlagen | 11,50 |
| 150 kW el bis 500 kW el | 12,3 | 9,18 | 9,90 |
| 500 kW el bis 5 MW el | 11 | 8,25 | 8,90 |
| 5 MW el bis 20 MW el | 6 nur bei KWK | 7,79 nur bei KWK | 8,40 nur bei KWK |
Um von den umfangreichen Boni von bis zu 18 Ct/kWhcite-ref-193[193] fĂźr die Stromerzeugung aus Biomasse zu profitieren, mĂźssen folgende Bedingungen erfĂźllt sein:
⢠Nutzung innovativer Technologien (Technologie-Bonus)
⢠Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen oder Gßlle (Nawaro-Bonus, darin enthalten: der Gßlle-Bonus)
⢠Anwendung von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK, KWK-Bonus)
Entsprechen die zur Gewinnung von flßssiger Biomasse verwandten Rohstoffe nicht den Anforderungen des § 3 der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung oder stammen die Rohstoffe aus nicht nachhaltigem Anbau, wie dem Regenwald oder Feuchtgebieten,cite-ref-195[195] dann wird die Vergßtung nach dem EEG hinfällig.
Die jährliche Degression auf der Grundvergßtung und der Boni wurde im EEG 2009 um einen halben Prozentpunkt auf 1 % gesenkt (EEG 2004: 1,5 %).
In der EEG-2012-Novelle, die am 30. Juni 2011 beschlossen wurde, wurden folgende Prämien fßr Biogasanlagen eingefßhrt:
âMarktprämieâ âFlexibilitätsprämieâ
Ab dem 1. Januar 2012 wurden neu auch kleine Biogasanlagen bis 75 kW mit 25 ct/kWh vergĂźtet.cite-ref-196[196]
Geothermie
Siehe auch
:
Geothermie
| Leistungsanteil | EEG 2012 [ 197 ] | EEG 2009 | EEG 2004 |
|---|---|---|---|
| bis 5 MW el | 25 | 20 | 15 |
| bis 10 MW el | 25 | 20 | 14 |
| bis 20 MW el | 25 | 14,50 | 8,95 |
| ab 20 MW el | 25 | 14,50 | 7,16 |
Im EEG 2009 wurde die Grundvergßtung fßr den Leistungsanteil bis 10 MWel auf 16 ct/kWh und fßr den Leistungsanteil ßber 10 MWel auf 10,5 ct/kWh angehoben. Zudem wurden ein Wärmenutzungsbonus in HÜhe von 3 ct/kWh und ein Technologiebonus in HÜhe von 4 ct/kWh fßr nicht-hydrothermale Systeme (beispielsweise Hot-Dry-Rock) eingefßhrt.cite-ref-198[198] Die bis 2011 geltenden Boni fßr Kraftwärmekopplung und Frßhzeitigkeit entfielen durch die Anhebung der Vergßtungssätze im EEG 2012. Der Technologie-Bonus fßr petrothermale Projekte wurde beibehalten und von 4 auf 5 ct/kWh erhÜht.
Die jährliche Absenkung der Grundvergßtung und des Technologie-Bonus wird im EEG 2012 auf das Jahr 2018 verschoben und beträgt 5 % pro Jahr (EEG 2004/2009: 1 % ab 2010).
Windkraft Festland (onshore)
| Phase | AnfangsvergĂźtung | GrundvergĂźtung |
|---|---|---|
| | ct/kWh | ct/kWh |
| EEG 2000 | 9,10 | 6,19 |
| EEG 2004 | 8,70 | 5,50 |
| EEG 2009 | 9,20 | 5,02 |
| EEG 2012 | 8,93 | 4,87 |
| EEG 2014 ab 1. August 2014 | 8,90 | 4,95 |
| EEG 2017 [ 199 ] ab 1. Januar 2017 | 8,38 | 4,66 |
| EEG 2017 ab 1. März 2017 | 8,29 | 4,61 |
| EEG 2017 ab 1. April 2017 | 8,20 | 4,56 |
| EEG 2017 ab 1. Mai 2017 | 8,12 | 4,51 |
| EEG 2017 ab 1. Juni 2017 | 8,03 | 4,47 |
| EEG 2017 ab 1. Juli 2017 | 7,95 | 4,42 |
| EEG 2017 ab 1. August 2017 | 7,87 | 4,37 |
| EEG 2017 ab 1. Oktober 2017 [ 200 ] | 7,68 | 4,27 |
| EEG 2017 ab 1. Januar 2018 [ 200 ] | 7,49 | 4,17 |
Die VergĂźtungsstruktur fĂźr Strom aus Windkraft auf dem Festland ist abhängig vom Ertrag des Standorts gestaltet (§ 49 EEG 2014). Nach einer zunächst fĂźnfjährigen AnfangsvergĂźtung wird der anfangs erzielte Ertrag in das Verhältnis zu einer (theoretischen) Referenzanlage gesetzt und daraus fĂźr den einzelnen Standort errechnet, wie lange die AnfangsvergĂźtung zusätzlich gewährt wird. Je wind- und damit ertragreicher ein Standort ist, umso kĂźrzer wird diese VergĂźtungsphase. Die zugehĂśrige Regelung lautete im EEG 2012: âDiese Frist verlängert sich um zwei Monate je 0,75 Prozent des Referenzertrags, um den der Ertrag der Anlage 150 Prozent des Referenzertrags unterschreitetâ (§ 64 Abs. 2 EEG 2012). Mit dem EEG 2014 wurde die Regelung zur AnfangsvergĂźtung wie folgt angepasst: âDiese Frist verlängert sich um einen Monat pro 0,36 Prozent des Referenzertrags, um den der Ertrag der Anlage 130 Prozent des Referenzertrags unterschreitet. Zusätzlich verlängert sich die Frist um einen Monat pro 0,48 Prozent des Referenzertrags, um den der Ertrag der Anlage 100 Prozent des Referenzertrags unterschreitetâ (§ 49 Abs. 2 EEG 2014).
Sie fßhrt fßr kßstennahe Standorte, die beispielsweise 120 % des Referenzertrages erreichen, zu einer Verlängerung um 27 Monate, so dass die Anfangsvergßtung von 8,79 Cent/kWh (Inbetriebnahme Januar 2016) insgesamt 7,25 Jahre gewährt wird. Fßr Standorte im Binnenland kann eine Unterschreitung des Referenzertrags eintreten, so dass ein Standort mit beispielsweise 90 % des Referenzertrags eine Verlängerung um fast 11 Jahre auf dann insgesamt 16 Jahre erhält. Nach Ablauf dieses Zeitraums wird nur noch die sog. Grundvergßtung von 4,89 Cent/kWh gewährt (§ 49 Abs. 1 EEG 2014 mit Degression bei einer Inbetriebnahme im Januar 2016). Diese standortabhängige Vergßtungsstruktur fßr Windkraft auf dem Festland fßhrt im Verlauf des 20-jährigen EEG-Vergßtungszeitraums zu deutlich unterschiedlichen mittleren Vergßtungen.
Die Anfangsvergßtung unterliegt nach EEG 2012 einer Degression von 1,5 % pro Jahr, je später die Inbetriebnahme erfolgt (§ 20 Abs. 2 EEG 2012). Nach EEG 2014 findet ab dem 1. Januar 2016 eine quartalsweise Anpassung der Vergßtungssätze statt (§ 29 EEG 2014). Die HÜhe der Anpassung hängt vom erfolgten Zubau in einem vorangegangenen 12-Monats-Zeitraum ab. Wurde ein besonders starker Zubau festgestellt, so erhÜht sich die Degression auf bis zu 1,2 % pro Quartal, während bei besonders schwachem Zubau auch eine ErhÜhung der Vergßtung um bis zu 0,4 % mÜglich ist. Fßr den Zubau wird ein Zielkorridor von 2,4 GW bis 2,6 GW pro Jahr angestrebt.
Die Ertragsberechnung fĂźr die maĂgebende Referenzanlage ist in der Anlage 3 zum EEG 2012 geregelt und bezieht im Wesentlichen die vermessene Leistungskennlinie des Anlagentyps und einen Referenzstandort ein, dessen Ertragsbedingungen anhand der mittleren Jahresgeschwindigkeit, der MesspunkthĂśhe, des HĂśhenprofils und der Rauhigkeitslänge festgelegt sind.cite-ref-201[201]
Im EEG 2012 sind fßr Windkraftanlagen auf dem Festland zwei Bonuszahlungen geregelt: der Systemdienstleistungsbonus (SDL-Bonus) und der Repoweringbonus. Der Systemdienstleistungsbonus von 0,48 Cent/kWh wird fßr Anlagen gewährt, die die technischen Anforderungen der Systemdienstleistungsverordnung (SDLWindV) erfßllen (§ 64 EEG 2012) und vor dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen werden. Auch Bestandsanlagen, die die Voraussetzungen der genannten Verordnung erfßllen und zwischen dem 1. Januar 2002 und dem 31. Dezember 2008 in Betrieb genommen wurden, kÜnnen diesen Bonus erhalten (§ 66 Abs. 1 Nr. 6 EEG 2012) (dann 0,7 Cent/kWh). Die technischen Anforderungen der Verordnung tragen zur Netzstabilität und einem verbesserten Last- und Erzeugungsmanagement bei.cite-ref-202[202] Die Systemdienstleistungsverordnung (SDLWindV) wurde am 3. Juli 2009 erlassen.cite-ref-203[203]
Der Repoweringbonus wird fßr Neuanlagen gewährt, die mindestens zehn Jahre alte Anlagen ersetzen (§ 30 EEG 2012). Um von der ErhÜhung profitieren zu kÜnnen, muss die neue Anlage mindestens doppelt so viel Leistung erbringen und im selben oder in einem angrenzenden Landkreis liegen. Eine weitere Bedingung ist, dass die Anzahl der Anlagen sich nicht erhÜht. Unter diesen Voraussetzungen wird ein Repoweringbonus von 0,5 Cent/kWh gezahlt.
Windkraft offshore
Offshore-Anlagen sind Windenergieanlagen, die in einer Entfernung von mindestens drei Seemeilen â gemessen von der KĂźstenlinie aus seewärts â errichtet werden (§ 3 Nr. 9 EEG 2012). Im Herbst 2009 wurde das Testfeld âalpha ventusâ mit zwĂślf Anlagen der 5-MW-Klasse in Betrieb genommen. Im März 2010 startete der Bau von zwei weiteren Offshore-Windparks. FĂźr 32 weitere Anlagen in der Nord- bzw. Ostsee wurden Genehmigungen erteilt.cite-ref-204[204] Weil bis 2009 trotz vorliegenden Genehmigungen kein einziges Vorhaben realisiert wurde, hat man die VergĂźtungssätze im EEG 2009 deutlich erhĂśht. In den ersten zwĂślf Jahren beträgt die AnfangsvergĂźtung fĂźr Strom aus Offshore-Windkraftanlagen (Windenergie Offshore: § 50 EEG) 15,4 Cent/kWh. Seit dem EEG 2012 ist nach dem Stauchungsmodell auch eine hĂśhere AnfangsvergĂźtung von 19,4 Cent/kWh mĂśglich, wobei sich aber der VergĂźtungszeitraum von 12 auf 8 Jahre verkĂźrzt.cite-ref-205[205] Nach dem Zeitraum der AnfangsvergĂźtung (12 respektive 8 Jahre), werden pro kWh 3,9 Cent/kWh (EEG 2004: 5,95 Cent/kWh) vergĂźtet. Der Zeitraum der AnfangsvergĂźtung verlängert sich in Abhängigkeit von der Entfernung der Anlage zum Festland (ab einer Entfernung von 12 Seemeilen eine Verlängerung um 0,5 Monate je zusätzlicher abgeschlossener Seemeile) und der Wassertiefe (ab einer Wassertiefe von 20 Metern eine Verlängerung um 1,7 Monate je abgeschlossenem zusätzlichen Meter). Beschränkungen bei der Genehmigung von Offshore-Anlagen bestehen primär zugunsten des Naturschutzes und der Sicherheit der Schifffahrt. Eine Degression, die den jährlichen VergĂźtungssatz bei Offshore-Anlagen ab 2015 um 5 % hätte senken sollen, wurde auf den 1. Januar 2018 verschoben, wobei dann ein erhĂśhter Prozentsatz von 7 % gilt. Am 27. März 2010 wurde der erste deutsche Offshore-Windpark alpha ventus mit einer Leistung von 60 MW 45 Kilometer vor der KĂźste Borkums erĂśffnet. Bis 2030 sollen in deutschen Gewässern (Nord- und Ostsee) rund 30 Gigawatt (2014 nur noch 15 GW) installiert werden, auch mithilfe von Kooperationen.
Die Regierung Merkel beschloss 2012 die Offshore-Haftungsregel. Entschädigungen fĂźr fehlende AnschlĂźsse von Windparks oder bei StĂśrungen von mehr als zehn Tagen werden demnach zu einem Teil auf den Strompreis umgelegt. Die Netzbetreiber haften je nach Grad ihres Verschuldens bei VerzĂśgerungen mit einem HĂśchstbetrag von 110 Millionen Euro, der Rest wird auf die Stromverbraucher umgelegt. Diese Umlage soll dabei hĂśchstens 0,25 Cent/kWh betragen. GroĂverbraucher von Ăźber 100.000 kWh sind von der Zahlung der Umlage weitestgehend befreit. Oppositionsparteien hatten die Regel heftig kritisiert. Sie forderten stattdessen, dass der Bund Ăźber die KfW-Bankengruppe die Haftung fĂźr SchadensersatzansprĂźche von Seiten der Betreiber Ăźbernimmt. DafĂźr kann dieser entweder Anteile an den Ăbertragungsnetzbetreibern (ĂNBs) oder an einer Offshore-Netzgesellschaft Ăźbernehmen. Der Bund wĂźrde damit nicht nur die Risiken Ăźbernehmen, sondern kĂśnne mittel- und langfristig durch die Anteile der ĂNBs von den Einnahmen Ăźber Netzentgelte profitieren.cite-ref-206[206] Die Offshore-Haftungsumlage ist im § 17f EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) gesetzlich geregelt und damit auĂerhalb des EEG.
Photovoltaik
Strom aus Photovoltaik machte 2011 21 % der EEG-Gesamtstrommenge und 46 % der gesamten EEG-FĂśrderung aus. 2011 betrug die EEG-VergĂźtung fĂźr Photovoltaik 7,77 Milliarden Euro bzw. durchschnittlich 40,16 Cent/kWh.cite-ref-eeg-jahresabrechnung-2011-207-0[207]
Die jeweils neu installierte Leistung stieg von 2001 bis 2010 aufgrund sehr hoher FÜrderbeträge von Jahr zu Jahr sehr stark an; von 2010 bis 2012 blieb sie auf einem Rekordniveau von ca. 7,5 GWp. Infolge starker Kßrzungen der Einspeisevergßtungen sank die neu installierte Leistung im Jahr 2013 im Vergleich zu 2012 um 57 % und 2014 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 43 %.cite-ref-208[208] Das politische Ausbauziel wurde damit 2013 (erstmals seit 2008) eingehalten und nicht ßbertroffen,cite-ref-209[209] jedoch wurde das Ausbauziel 2014 mit 1,95 GW Kapazität an neu errichteten Anlagen nicht erreicht.cite-ref-210[210]
Speziell fĂźr Photovoltaikanlagen werden KfW-Kredite angeboten. Mit der Anlage selbst und der EinspeisevergĂźtung als Sicherheit muss gegebenenfalls kein oder nur wenig Eigenkapital fĂźr die Anschaffung der Anlage eingesetzt werden. Die KfW-Kredite fĂźr Photovoltaikanlagen haben etwas ungĂźnstigere Konditionen als die entsprechenden KfW-Kredite fĂźr Investitionen in andere erneuerbare Energien.cite-ref-211[211]
Die bis Januar 2012 gĂźltigen EinspeisevergĂźtungen kĂśnnen der unten stehenden Tabelle entnommen werden (Angaben in Netto-Preisen).cite-ref-eeg2004-212-0[212]cite-ref-eeg-verguetungsregelungen-213-0[213]cite-ref-214[214] FĂźr Photovoltaikanlagen beträgt die VergĂźtungsdauer 20 Jahre und bleibt vom Jahr der Inbetriebnahme bis zum Ende der UnterstĂźtzungsdauer unverändert. Je nach Leistungsklasse (Anlagen auf Gebäuden, im Freien âŚ) werden die VergĂźtungssätze gestaffelt angewandt und die VergĂźtung erfolgt prozentual: Bei einer im August 2012 errichteten Dachanlage mit einer Spitzenleistung von 30 kWp wird fĂźr 10 kWp eine VergĂźtung von 18,73 Cent/kWh gezahlt, fĂźr die restlichen 20 kWp werden 17,77 Cent/kWh gezahlt, bis Ende 2032.
Abschaffung Eigenstromprivileg und Zulage fĂźr Fassadenanlagen (2009)
Mit dem EEG 2009 wurde fĂźr selbst verbrauchten Strom aus Gebäudeanlagen bis 30 kWp eine SelbstverbrauchsvergĂźtung eingefĂźhrt (§ 33 EEG), die 18 Cent/kWh weniger als die EinspeisevergĂźtung betrug (per 1. Juli 2010 angepasst auf 16,38 Cent/kWh weniger bis 30 % und 12 Cent/kWh weniger Ăźber 30 % Eigenverbrauch).cite-ref-215[215] Der Selbstverbraucher profitierte dadurch im Vergleich zum reinen âEinspeiserâ vom Differenzbetrag zum sonst nĂśtigen, Ăźber 16,38 bzw. 12 Cent/kWh liegenden Strombezug von einem Energieversorgungsunternehmen. Dadurch wollte der Gesetzgeber einen Anreiz fĂźr die Eigennutzung schaffen.cite-ref-216[216]
Bei Fassadenanlagen (genauer: Anlagen, die nicht auf dem Dach oder als Dach eines Gebäudes angebracht sind und einen wesentlichen Bestandteil eines Gebäudes bilden) gab es bis Ende 2008 einen Zuschlag von 5 Cent/kWh, da mit einem geringeren Ertrag zu rechnen ist als bei Dachanlagen; das EEG 2009 hat diesen Zuschlag aber nicht ßbernommen.
KĂźrzungen 2010 um 13 % und 3 %
Bundesumweltminister Norbert RĂśttgen wollte die UmlagevergĂźtung von Solarstrom schon zum April 2010 zwischen 15 % und 25 % senken.cite-ref-217[217] Grund waren zu hohe VergĂźtungssätze bei fallenden Kosten fĂźr Solaranlagen. Wegen des entsprechenden am 6. Mai 2010 vom Bundestag beschlossenen Gesetzescite-ref-218[218] rief der Bundesrat, der eine KĂźrzung um 10 % fĂźr sinnvoll hielt, den Vermittlungsausschuss an.cite-ref-219[219] Am 8. Juli 2010 nahm der Deutsche Bundestag das durch Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses abgeänderte Gesetz zur Ănderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes an. Mit dem Gesetz wurde die VergĂźtung fĂźr Dach- und Freiflächenanlagen 2010 in zwei Stufen von 13 % und 3 % gesenkt und die VergĂźtung fĂźr Anlagen auf ehemaligen Ackerflächen ganz gestrichen (siehe Tabelle).
KĂźrzungen 2011 um 13 %
Die VergĂźtungskĂźrzung 2011 betrug 13 %. Die im Zeitraum von Juni bis einschlieĂlich September 2010 installierte Leistung (allein im Juni Ăźber 2.000 MWp), mit Drei multipliziert, lag Ăźber 6.500 MWp; damit erhĂśhte sich die Degression von 9 % auf 13 %. FĂźr den 1. Juli/1. September 2011 beschloss der Bundestag eine potenzielle weitere Absenkungcite-ref-bundestag-feb2011-220-0[220] bei einem Zubau von mehr als 3.500 MWp pro Jahr, hochgerechnet vom Zubau der Monate März bis Mai 2011 (um 3 % und pro 1.000 MWp Ăźber 3.500 MWp um weitere 3 %, maximal um 15 %). Da aber hochgerechnet auf das Jahr weniger als 3.500 MWp Photovoltaikanlagen installiert wurden, trat keine KĂźrzung ein.cite-ref-bundesnetzagentur-juni2011-221-0[221]
Bei der Novellierung des Gesetzes 2011 wurde die bestehende Degressionsregelung beibehalten, und MaĂnahmen zur Netzintegration wurden vorgesehen.cite-ref-222[222]cite-ref-223[223] Zugleich wurde die âAbregelungâ flexibilisiert: Bei hoher Netzbelastung kann der Netzbetreiber das vorĂźbergehende Herunterregeln der Anlagenleistung vom Betreiber verlangen (dies geschieht automatisiert Ăźber einen eingebauten oder nachgerĂźsteten Abschalter) â dafĂźr erhält der Anlagenbetreiber eine Entschädigung in HĂśhe von 95 % des entgangenen Ertrags.cite-ref-224[224] Die Abregelung ist beschränkt auf maximal 1 % der Anlagen-Jahresleistung.
KĂźrzungen zum 1. Januar 2012 um 15 %
Anfang 2012 galt folgende Regelung: Zum Jahreswechsel wird die Vergßtung je nach installierter Leistung im Vorjahreszeitraum (1. Oktober bis 30. September) zwischen 1,5 % (bei unter 1.500 MWp) und 24 % (bei ßber 7.500 MWp) gesenkt. Abhängig von dem Zubau zwischen 1. Oktober und 30. April werden bis zu 15 % dieser Vergßtungskßrzung auf den 1. Juli vorgezogen.cite-ref-225[225] Zwischen dem 1. Oktober 2010 und dem 30. September 2011 wurden 5.200 MWpcite-ref-226[226] neu installiert, was eine Kßrzung fßr 2012 von 15 % bedeutete. Im Zeitraum 1. Oktober 2011 bis 30. April 2012 lag der Zubau bei ca. 6.273 MWpcite-ref-227[227]; damit sänke die Vergßtung zum 1. Juli 2012 um 15 %.
VergĂźtungssätze 2000â2003
Die Vergßtungssätze fßr Photovoltaik betrugen ab dem 1. April 2000 fßr das Jahr 2000 und 2001 0,99 DM/kWh, ab 1. Januar 2002 48,1 ct/kWh, ab 1. Januar 2003 45,7 ct/kWh.cite-ref-228[228]
| Anlagentyp | Anlagentyp | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | Jan. 2010 | Jul. 2010 | Okt. 2010 | 2011 | Jan. 2012 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand | bis 30 kW p | 57,4 | 54,53 | 51,80 | 49,21 | 46,75 | 43,01 | 39,14 | 34,05 | 33,03 | 28,74 | 24,43 |
| auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand | ab 30 kW p | 54,6 | 51,87 | 49,28 | 46,82 | 44,48 | 40,91 | 37,23 | 32,39 | 31,42 | 27,33 | 23,23 |
| auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand | ab 100 kW p | 54,0 | 51,30 | 48,74 | 46,30 | 43,99 | 39,58 | 35,23 | 30,65 | 29,73 | 25,86 | 21,98 |
| auf einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand | ab 1 MW p | 54,0 | 51,30 | 48,74 | 46,30 | 43,99 | 33,00 | 29,37 | 25,55 | 24,79 | 21,56 | 18,33 |
| Freiflächenanlagen (leistungsunabhängig) | vorbelastete Flächen | 45,7 | 43,4 | 40,6 | 37,96 | 35,49 | 31,94 | 28,43 | 26,16 | 25,37 | 22,07 | 18,76 |
| Freiflächenanlagen (leistungsunabhängig) | Sonstige Freiflächen | 45,7 | 43,4 | 40,6 | 37,96 | 35,49 | 31,94 | 28,43 | 25,02 | 24,26 | 21,11 | 17,94 |
| Freiflächenanlagen (leistungsunabhängig) | Ackerflächen | 45,7 | 43,4 | 40,6 | 37,96 | 35,49 | 31,94 | 28,43 | - | - | - | - |
| Selbstverbrauchs- vergßtung fßr Anlagen auf Gebäuden [ 229 ] | bis 30 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 25,01 | 22,76 | 17,67 | 16,65 | 12,36 | 8,05 |
| Selbstverbrauchs- vergßtung fßr Anlagen auf Gebäuden [ 229 ] | bis 30 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | bis 30 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 25,01 | 22,76 | 22,05 | 21,03 | 16,74 | 12,43 |
| Selbstverbrauchs- vergßtung fßr Anlagen auf Gebäuden [ 229 ] | 30 bis 100 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | - | - | 16,01 | 15,04 | 10,95 | 6,85 |
| Selbstverbrauchs- vergßtung fßr Anlagen auf Gebäuden [ 229 ] | 30 bis 100 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 30 bis 100 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | - | - | 20,39 | 19,42 | 15,33 | 11,23 |
| Selbstverbrauchs- vergßtung fßr Anlagen auf Gebäuden [ 229 ] | 100 bis 500 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p bis 30 % Selbstverbrauch | - | - | 14,27 | 13,35 | 9,48 | 5,60 |
| Selbstverbrauchs- vergßtung fßr Anlagen auf Gebäuden [ 229 ] | 100 bis 500 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | 100 bis 500 kW p ab 30 % Selbstverbrauch | - | - | 18,65 | 17,73 | 13,86 | 9,98 |
KĂźrzungen zum 1. April 2012
Im März beschloss der Bundestag eine Novelle zum EEG, nach der die PV-VergĂźtungen nochmals gekĂźrzt wĂźrden. Zu dieser beschloss der Bundesrat am 11. Mai 2012 die Einberufung des Vermittlungsausschusses mit dem Ziel der grundlegenden Ăberarbeitung des Gesetzes, nachdem zuvor Solarbranche und Bundesländer gegen den Entwurf protestiert hatten.
Ende Juni 2012 wurde daraufhin eine etwas abgeschwächte EEG-Novelle von Bundestag und Bundesrat angenommen (siehe auch nachfolgende Tabelle).cite-ref-230[230]cite-ref-231[231] Je nach Anlagentyp verringerte sich danach die VergĂźtung fĂźr Anlagen, die zum oder nach dem 1. April 2012 in Betrieb genommen wurden (Definition: siehe § 3 Nr. 5 EEG 2012) um etwa 30 %.cite-ref-clearingstelle1934-232-0[232] FĂźr Dachanlagen, fĂźr die vor dem 24. Februar 2012 beim Netzbetreiber ein Netzanschlussbegehren gestellt wurde, gelten FĂśrderungen nach den alten Regeln, sofern die Anlage vor dem 30. Juni in Betrieb ging. Laut Ăbergangsregelung stehen die alten VergĂźtungen Freiflächenanlagen zu, bei denen das Planungsverfahren vor dem 1. März begonnen wurde und die spätestens zum 30. Juni ans Netz gehen. FĂźr Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen, die mit aufwändigen Planungsverfahren verbunden sind, galt die FĂśrderung nach den alten Regeln noch bis zum 30. September.
Zum 1. April 2012 wurde die EigenverbrauchsvergĂźtung abgeschafft, da der VergĂźtungssatz fĂźr eingespeisten Solarstrom mittlerweile unter den dem privaten Endverbraucher von den Energieversorgungsunternehmen in Rechnung gestellten Bezugspreis gefallen war und damit der Eigenverbrauch von solar erzeugtem Strom auch ohne FĂśrderung gĂźnstiger ist als Einspeisung mit anschlieĂendem Netzbezug.
Ăbergangsregelung
Geltung der VergĂźtungssätze des EEG 2012 in der bisherigen Fassung fĂźr Anlagen, die nach dem 31. März und vor dem 1. Juli 2012 nach der neuen Inbetriebnahmedefinition in Betrieb genommen wurden, wenn vor dem 24. Februar 2012 ein schriftliches oder elektronisches Netzanschlussbegehren unter Angabe des Standortes und der zu installierenden Anlagenleistung gestellt wurde (§ 66 Abs. 18 S. 2 EEG 2012 n.F.)cite-ref-clearingstelle1934-232-1[232] FĂźr neu errichtete Dachanlagen zwischen 10 und 1000 kWp gilt kĂźnftig: Nur noch 90 % des produzierten Stroms werden vergĂźtet. Den Rest soll der Besitzer selbst verbrauchen oder vermarkten. Die Bundesregierung hat das Ziel, den jährlichen Zubau mĂśglichst auf 2.500 bis 3.500 Megawatt zu begrenzen. Die VergĂźtungsdegression greift monatlich: je nach Zubau in den vorangegangenen Monaten beträgt sie monatlich â0,5 bis 2,8 %, gestaffelt nach einem im EEG vorgegebenen Schema.
| Jahr | Monat | monatliche Degression | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | vorbelastete und sonstige Freiflächen bis 10 MW p |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Monat | monatliche Degression | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 1 MW p | bis 10 MW p | vorbelastete und sonstige Freiflächen bis 10 MW p |
| 2012 | April | â | 19,50 | 18,50 | 16,50 | 13,50 | 13,50 |
| 2012 | Mai | 1,0 % | 19,31 | 18,32 | 16,34 | 13,37 | 13,37 |
| 2012 | Juni | 1,0 % | 19,11 | 18,13 | 16,17 | 13,23 | 13,23 |
| 2012 | Juli | 1,0 % | 18,92 | 17,95 | 16,01 | 13,10 | 13,10 |
| 2012 | August | 1,0 % | 18,73 | 17,77 | 15,85 | 12,97 | 12,97 |
| 2012 | September | 1,0 % | 18,54 | 17,59 | 15,69 | 12,84 | 12,84 |
| 2012 | Oktober | 1,0 % | 18,36 | 17,42 | 15,53 | 12,71 | 12,71 |
| 2012 | November | 2,5 % | 17,90 | 16,98 | 15,15 | 12,39 | 12,39 |
| 2012 | Dezember | 2,5 % | 17,45 | 16,56 | 14,77 | 12,08 | 12,08 |
| 2013 | Januar | 2,5 % | 17,02 | 16,14 | 14,40 | 11,78 | 11,78 |
| 2013 | Februar | 2,2 % | 16,64 | 15,79 | 14,08 | 11,52 | 11,52 |
| 2013 | März | 2,2 % | 16,28 | 15,44 | 13,77 | 11,27 | 11,27 |
| 2013 | April | 2,2 % | 15,92 | 15,10 | 13,47 | 11,02 | 11,02 |
| 2013 | Mai | 1,8 % | 15,63 | 14,83 | 13,23 | 10,82 | 10,82 |
| 2013 | Juni | 1,8 % | 15,35 | 14,56 | 12,99 | 10,63 | 10,63 |
| 2013 | Juli | 1,8 % | 15,07 | 14,30 | 12,75 | 10,44 | 10,44 |
| 2013 | August | 1,8 % | 14,80 | 14,04 | 12,52 | 10,25 | 10,25 |
| 2013 | September | 1,8 % | 14,54 | 13,79 | 12,30 | 10,06 | 10,06 |
| 2013 | Oktober | 1,8 % | 14,27 | 13,54 | 12,08 | 9,88 | 9,88 |
| 2013 | November | 1,4 % | 14,07 | 13,35 | 11,91 | 9,74 | 9,74 |
| 2013 | Dezember | 1,4 % | 13,88 | 13,17 | 11,74 | 9,61 | 9,61 |
| 2014 | Januar | 1,4 % | 13,68 | 12,98 | 11,58 | 9,47 | 9,47 |
| 2014 | Februar | 1,0 % | 13,55 | 12,85 | 11,46 | 9,38 | 9,38 |
| 2014 | März | 1,0 % | 13,41 | 12,72 | 11,35 | 9,28 | 9,28 |
| 2014 | April | 1,0 % | 13,28 | 12,60 | 11,23 | 9,19 | 9,19 |
| 2014 | Mai | 1,0 % | 13,14 | 12,47 | 11,12 | 9,10 | 9,10 |
| 2014 | Juni | 1,0 % | 13,01 | 12,34 | 11,01 | 9,01 | 9,01 |
| 2014 | Juli | 1,0 % | 12,88 | 12,22 | 10,90 | 8,92 | 8,92 |
| Vergßtungsfähiger Anteil [ 234 ] | Vergßtungsfähiger Anteil [ 234 ] | Vergßtungsfähiger Anteil [ 234 ] | 100 % | 90 % | 90 % | 100 % | 100 % |
Ănderungen durch das EEG 2014
Aus dem EEG 2014 ergibt sich einerseits eine ErlĂśs-Obergrenze nach dem Marktprämienmodell, das fĂźr Anlagen ab 500 kWp (ab 1. Januar 2016 ab 100 kWpcite-ref-bundesnetzagentur-pv-f-rders-tze-q3-2018-235-0[235]) Leistung verpflichtend ist, und andererseits eine feste EinspeisevergĂźtung fĂźr Kleinanlagen bis einschlieĂlich 500 kWp (ab 1. Januar 2016 bis einschlieĂlich 100 kWpcite-ref-bundesnetzagentur-pv-f-rders-tze-q3-2018-235-1[235]) Leistung ohne Teilnahme am Marktprämienmodell. Die mit dem EEG 2012 eingefĂźhrte Begrenzung der VergĂźtung auf 90 % des produzierten Stroms fĂźr Dachanlagen zwischen 10 und 1000 kWp wurde nicht ins EEG 2014 Ăźbernommen. Damit sind fĂźr alle nach dem EEG 2014 in Betrieb genommenen Anlagen 100 % des produzierten Stroms vergĂźtungsfähig.
| Jahr | Monat | monatliche Degression | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | Feste Einspeisevergßtung | Feste Einspeisevergßtung | Feste Einspeisevergßtung | Feste Einspeisevergßtung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Monat | monatliche Degression | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich sowie Dachanlagen und Freiflächen bis 10 MW p | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich und Freiflächen bis 500 kW p |
| Jahr | Monat | monatliche Degression | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 1 MW p | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich sowie Dachanlagen und Freiflächen bis 10 MW p | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 500 kW p | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich und Freiflächen bis 500 kW p |
| 2014 | August [ 236 ] | â | 13,15 | 12,80 | 11,49 | 9,23 | 12,75 | 12,40 | 11,09 | 8,83 |
| 2014 | September [ 236 ] | 0,5 % | 13,08 | 12,74 | 11,43 | 9,18 | 12,69 | 12,34 | 11,03 | 8,79 |
| 2014 | Oktober [ 237 ] | 0,25 % | 13,05 | 12,70 | 11,40 | 9,16 | 12,65 | 12,31 | 11,01 | 8,76 |
| 2014 | November [ 237 ] | 0,25 % | 13,02 | 12,67 | 11,38 | 9,14 | 12,62 | 12,28 | 10,98 | 8,74 |
| 2014 | Dezember [ 237 ] | 0,25 % | 12,99 | 12,64 | 11,35 | 9,12 | 12,59 | 12,25 | 10,95 | 8,72 |
| 2015 | Januar [ 238 ] | 0,25 % | 12,95 | 12,61 | 11,32 | 9,09 | 12,56 | 12,22 | 10,92 | 8,70 |
| 2015 | Februar [ 238 ] | 0,25 % | 12,92 | 12,58 | 11,29 | 9,07 | 12,53 | 12,18 | 10,90 | 8,68 |
| 2015 | März [ 238 ] | 0,25 % | 12,89 | 12,55 | 11,26 | 9,05 | 12,50 | 12,15 | 10,87 | 8,65 |
| 2015 | April [ 239 ] | 0,25 % | 12,86 | 12,51 | 11,23 | 9,02 | 12,47 | 12,12 | 10,84 | 8,63 |
| 2015 | Mai [ 239 ] | 0,25 % | 12,82 | 12,48 | 11,21 | 9,00 | 12,43 | 12,09 | 10,82 | 8,61 |
| 2015 | Juni [ 239 ] | 0,25 % | 12,79 | 12,45 | 11,18 | 8,98 | 12,40 | 12,06 | 10,79 | 8,59 |
| 2015 | Juli [ 240 ] | 0,25 % | 12,76 | 12,42 | 11,15 | 8,96 | 12,37 | 12,03 | 10,76 | 8,57 |
| 2015 | August [ 240 ] | 0,25 % | 12,73 | 12,39 | 11,12 | 8,93 | 12,34 | 12,00 | 10,73 | 8,55 |
| 2015 | September [ 240 ] | 0,25 % | 12,70 | 12,36 | 11,09 | 8,91 | 12,31 | 11,97 | 10,71 | 8,53 |
| 2015 | Okt.âDez. [ 241 ] | â | 12,70 | 12,36 | 11,09 | 8,91 | 12,31 | 11,97 | 10,71 | 8,53 |
Das EEG 2014 sieht zudem ein Pilotmodell zur Erprobung von Ausschreibungen fßr Photovoltaik-Freiflächenanlagen vor.cite-ref-242[242] Die erste Ausschreibungsrunde endete am 15. April 2015. Es gingen insgesamt 170 Gebote ein, so dass das Ausschreibungsvolumen von 150 MW mehrfach ßberzeichnet ist.cite-ref-243[243] Der BEE befßrchtet, dass Bßrgergenossenschaften und -anlagen vom Markt verdrängt werden, da sie aufgrund geringerer Kapitalstärke weniger Vorleistungen auf sich nehmen und weniger Risiken tragen kÜnnen.cite-ref-244[244]cite-ref-245[245]
Ănderungen ab 1. Januar 2016
Ab dem 1. Januar 2016 ist oberhalb einer GrĂśĂe von 100 kWp immer eine Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell erforderlich.cite-ref-246[246]
| Jahr | Monat | monatliche Degression | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell | Feste Einspeisevergßtung | Feste Einspeisevergßtung | Feste Einspeisevergßtung | Feste Einspeisevergßtung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Monat | monatliche Degression | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich sowie Dachanlagen und Freiflächen bis 10 MW p | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich und Freiflächen bis 100 kW p |
| Jahr | Monat | monatliche Degression | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 1 MW p | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich sowie Dachanlagen und Freiflächen bis 10 MW p | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 100 kW p | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich und Freiflächen bis 100 kW p |
| 2016 | Jan.âDez. [ 247 ] [ 248 ] [ 249 ] [ 250 ] | - | 12,70 | 12,36 | 11,09 | 8,91 | 12,31 | 11,97 | 10,71 | 8,53 |
| 2017 | Jan.âApr. [ 251 ] [ 252 ] | - | 12,70 | 12,36 | 11,09 | 8,91 | 12,30 | 11,96 | 10,69 | 8,51 |
| 2017 | Mai [ 253 ] | 0,25 % | 12,67 | 12,33 | 11,06 | 8,89 | 12,27 | 11,93 | 10,66 | 8,49 |
| 2017 | Juni [ 253 ] | 0,25 % | 12,64 | 12,30 | 11,03 | 8,87 | 12,24 | 11,90 | 10,63 | 8,47 |
| 2017 | Juli [ 253 ] | 0,25 % | 12,61 | 12,27 | 11,00 | 8,85 | 12,21 | 11,87 | 10,60 | 8,45 |
| 2017 | Aug.âDez. [ 254 ] [ 255 ] | - | 12,61 | 12,27 | 11,00 | 8,85 | 12,21 | 11,87 | 10,60 | 8,45 |
| 2018 | Jan.âJul. [ 255 ] [ 256 ] [ 257 ] | - | 12,61 | 12,27 | 11,00 | 8,85 | 12,21 | 11,87 | 10,60 | 8,45 |
| 2018 | August [ 258 ] | 1 % | 12,48 | 12,14 | 10,90 | 8,75 | 12,08 | 11,74 | 10,50 | 8,35 |
| 2018 | September [ 258 ] | 1 % | 12,35 | 12,02 | 10,79 | 8,67 | 11,95 | 11,62 | 10,39 | 8,27 |
| 2018 | Oktober [ 258 ] | 1 % | 12,23 | 11,90 | 10,68 | 8,58 | 11,83 | 11,50 | 10,28 | 8,18 |
| 2018 | November [ 259 ] | 1 % | 12,11 | 11,78 | 10,57 | 8,41 | 11,71 | 11,38 | 10,17 | 8,09 |
| 2018 | Dezember [ 259 ] | 1 % | 11,99 | 11,67 | 10,47 | 8,33 | 11,59 | 11,27 | 10,07 | 8,01 |
| 2019 | Januar [ 259 ] | 1 % | 11,87 | 11,55 | 10,36 | 8,33 | 11,47 | 11,15 | 9,96 | 7,93 |
| 2019 | Februar [ 260 ] | 1 % | 11,75 | 11,43 | 9,87 | 8,24 | 11,35 | 11,03 | 9,47 | 7,84 |
| 2019 | März [ 260 ] | 1 % | 11,63 | 11,32 | 9,39 | 8,16 | 11,23 | 10,92 | 8,99 | 7,76 |
| 2019 | April [ 260 ] | 1 % | 11,51 | 11,21 | 8,90 | 8,08 | 11,11 | 10,81 | 8,50 | 7,68 |
| 2019 | Mai [ 261 ] | 1,4 % | 11,35 | 11,05 | 8,78 | 7,97 | 10,95 | 10,65 | 8,38 | 7,57 |
| 2019 | Juni [ 261 ] | 1,4 % | 11,19 | 10,90 | 8,65 | 7,85 | 10,79 | 10,50 | 8,25 | 7,45 |
| 2019 | Juli [ 261 ] | 1,4 % | 11,04 | 10,74 | 8,53 | 7,74 | 10,64 | 10,34 | 8,13 | 7,34 |
| 2019 | August [ 262 ] | 1,4 % | 10,88 | 10,59 | 8,41 | 7,64 | 10,48 | 10,19 | 8,01 | 7,24 |
| 2019 | September [ 262 ] | 1,4 % | 10,73 | 10,44 | 8,29 | 7,53 | 10,33 | 10,04 | 7,89 | 7,13 |
| 2019 | Oktober [ 262 ] | 1,4 % | 10,58 | 10,30 | 8,18 | 7,42 | 10,18 | 9,90 | 7,78 | 7,02 |
| 2019 | November [ 263 ] | 1 % | 10,48 | 10,19 | 8,10 | 7,35 | 10,08 | 9,79 | 7,70 | 6,95 |
| 2019 | Dezember [ 263 ] | 1 % | 10,37 | 10,09 | 8,02 | 7,28 | 9,97 | 9,69 | 7,62 | 6,88 |
| 2020 | Januar [ 263 ] | 1 % | 10,27 | 9,99 | 7,94 | 7,20 | 9,87 | 9,59 | 7,54 | 6,80 |
| 2020 | Februar [ 264 ] | 1,4 % | 10,12 | 9,85 | 7,82 | 7,10 | 9,72 | 9,45 | 7,42 | 6,70 |
| 2020 | März [ 264 ] | 1,4 % | 9,98 | 9,71 | 7,71 | 7,00 | 9,58 | 9,31 | 7,31 | 6,60 |
| 2020 | April [ 264 ] | 1,4 % | 9,84 | 9,58 | 7,61 | 6,90 | 9,44 | 9,18 | 7,21 | 6,50 |
| 2020 | Mai [ 265 ] | 1,4 % | 9,70 | 9,44 | 7,50 | 6,81 | 9,30 | 9,04 | 7,10 | 6,41 |
| 2020 | Juni [ 265 ] | 1,4 % | 9,57 | 9,31 | 7,40 | 6,71 | 9,17 | 8,91 | 7,00 | 6,31 |
| 2020 | Juli [ 265 ] | 1,4 % | 9,43 | 9,18 | 7,29 | 6,62 | 9,03 | 8,78 | 6,89 | 6,22 |
| 2020 | August [ 266 ] | 1,4 % | 9,30 | 9,05 | 7,19 | 6,53 | 8,90 | 8,65 | 6,79 | 6,13 |
| 2020 | September [ 266 ] | 1,4 % | 9,17 | 8,93 | 7,09 | 6,43 | 8,77 | 8,53 | 6,69 | 6,03 |
| 2020 | Oktober [ 266 ] | 1,4 % | 9,04 | 8,80 | 6,99 | 6,34 | 8,64 | 8,40 | 6,59 | 5,94 |
| 2020 | November [ 267 ] | 1,8 % | 8,88 | 8,64 | 6,86 | 6,23 | 8,48 | 8,24 | 6,46 | 5,83 |
| 2020 | Dezember [ 267 ] | 1,8 % | 8,72 | 8,49 | 6,74 | 6,12 | 8,32 | 8,09 | 6,34 | 5,72 |
| 2021 | Januar [ 267 ] | 1,8 % | 8,56 | 8,33 | 6,62 | 6,01 | 8,16 | 7,93 | 6,22 | 5,61 |
| 2021 | Februar [ 268 ] | 1,4 % | 8,44 | 8,21 | 6,53 | 5,93 | 8,04 | 7,81 | 6,13 | 5,53 |
| 2021 | März [ 268 ] | 1,4 % | 8,32 | 8,10 | 6,44 | 5,84 | 7,92 | 7,70 | 6,04 | 5,44 |
| 2021 | April [ 268 ] | 1,4 % | 8,21 | 7,99 | 6,35 | 5,76 | 7,81 | 7,59 | 5,95 | 5,36 |
| 2021 | Mai [ 269 ] | 1,4 % | 8,09 | 7,87 | 6,26 | 5,68 | 7,69 | 7,47 | 5,86 | 5,28 |
| 2021 | Juni [ 269 ] | 1,4 % | 7,98 | 7,76 | 6,17 | 5,60 | 7,58 | 7,36 | 5,77 | 5,20 |
| 2021 | Juli [ 269 ] | 1,4 % | 7,87 | 7,65 | 6,08 | 5,52 | 7,47 | 7,25 | 5,68 | 5,12 |
| 2021 | August [ 270 ] | 1,4 % | 7,76 | 7,55 | 6,00 | 5,45 | 7,36 | 7,15 | 5,60 | 5,05 |
| 2021 | September [ 270 ] | 1,4 % | 7,65 | 7,44 | 5,91 | 5,37 | 7,25 | 7,04 | 5,51 | 4,97 |
| 2021 | Oktober [ 270 ] | 1,4 % | 7,54 | 7,34 | 5,83 | 5,29 | 7,14 | 6,94 | 5,43 | 4,89 |
| 2021 | November [ 271 ] | 1,4 % | 7,43 | 7,23 | 5,75 | 5,22 | 7,03 | 6,83 | 5,35 | 4,82 |
| 2021 | Dezember [ 271 ] | 1,4 % | 7,33 | 7,13 | 5,67 | 5,15 | 6,93 | 6,73 | 5,27 | 4,75 |
| 2022 | Januar [ 271 ] | 1,4 % | 7,23 | 7,03 | 5,59 | 5,07 | 6,83 | 6,63 | 5,19 | 4,67 |
| 2022 | Februar [ 272 ] | 1,4 % | 7,13 | 6,93 | 5,51 | 5,00 | 6,73 | 6,53 | 5,11 | 4,60 |
| 2022 | März [ 272 ] | 1,4 % | 7,03 | 6,84 | 5,43 | 4,93 | 6,63 | 6,44 | 5,03 | 4,53 |
| 2022 | April [ 272 ] | 1,4 % | 6,93 | 6,74 | 5,36 | 4,86 | 6,53 | 6,34 | 4,96 | 4,46 |
| 2022 | Mai [ 273 ] | 1,4 % | 6,83 | 6,65 | 5,28 | 4,80 | 6,43 | 6,25 | 4,88 | 4,40 |
| 2022 | Juni [ 273 ] | 1,4 % | 6,74 | 6,55 | 5,21 | 4,73 | 6,34 | 6,15 | 4,81 | 4,33 |
| 2022 | Juli [ 273 ] | 1,4 % | 6,64 | 6,46 | 5,14 | 4,66 | 6,24 | 6,06 | 4,74 | 4,26 |
| 2022 | ab 30. Juli [ 274 ] | 1,4 % | 8,60 | 7,50 | 6,20 | 4,59 | 8,20 | 7,10 | 5,80 | 4,20 |
| 2022 | September [ 274 ] | 1,4 % | 8,60 | 7,50 | 6,20 | 4,53 | 8,20 | 7,10 | 5,80 | 4,13 |
| 2022 | Oktober [ 274 ] | 1,4 % | 8,60 | 7,50 | 6,20 | 4,47 | 8,20 | 7,10 | 5,80 | 4,07 |
| 2022 | November [ 275 ] | 1,8 % | 8,60 | 7,50 | 6,20 | 4,39 | 8,20 | 7,10 | 5,80 | 3,99 |
| 2022 | Dezember [ 275 ] | 1,8 % | 8,60 | 7,50 | 6,20 | 4,31 | 8,20 | 7,10 | 5,80 | 3,91 |
Ănderungen ab 1. Januar 2023
Es erfolgt ab 2024 jeweils zum 1. Februar und 1. August eine Degression der Vergßtungssätze um 1 %. Fßr Anlagen mit Volleinspeisung werden separate, erhÜhte FÜrdersätze festgelegt.
| Gßltig ab | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell (bei Volleinspeisung) | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell (bei Volleinspeisung) | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell (bei Volleinspeisung) | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell (bei Volleinspeisung) | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell (bei Volleinspeisung) | ErlÜs-Obergrenze Marktprämienmodell (bei Volleinspeisung) | Feste Einspeisevergßtung (bei Volleinspeisung) | Feste Einspeisevergßtung (bei Volleinspeisung) | Feste Einspeisevergßtung (bei Volleinspeisung) | Feste Einspeisevergßtung (bei Volleinspeisung) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GĂźltig ab | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | | | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich sowie Dachanlagen und Freiflächen bis 10 MW p | Dachanlagen | Dachanlagen | Dachanlagen | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich und Freiflächen bis 100 kW p |
| GĂźltig ab | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 100 kW p | bis 400 kW p | bis 1 MW p | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich sowie Dachanlagen und Freiflächen bis 10 MW p | bis 10 kW p | bis 40 kW p | bis 100 kW p | Nichtwohngebäude im AuĂenbereich und Freiflächen bis 100 kW p |
| Jan. 2023 [ 275 ] | 8,60 (13,40) | 7,50 (11,30) | 6,20 (11,30) | 6,20 (9,40) | 6,20 (8,10) | 7,00 (7,00) | 8,20 (13,00) | 7,10 (10,90) | 5,80 (10,90) | 6,60 (6,60) |
| Feb. 2024 [ 276 ] | 8,51 (13,27) | 7,43 (11,19) | 6,14 (11,19) | 6,14 (9,31) | 6,14 (8,02) | 6,93 (6,93) | 8,11 (12,87) | 7,02 (10,79) | 5,74 (10,79) | 6,53 (6,53) |
| Aug. 2024 [ 277 ] | 8,43 (13,13) | 7,35 (11,08) | 6,08 (11,08) | 6,08 (9,21) | 6,08 (7,94) | 6,86 (6,86) | 8,03 (12,73) | 6,95 (10,68) | 5,68 (10,68) | 6,46 (6,46) |
| Feb. 2025 [ 278 ] | 8,34 (13,00) | 7,28 (10,96) | 6,02 (10,96) | 6,02 (9,12) | 6,02 (7,86) | 6,79 (6,79) | 7,94 (12,60) | 6,88 (10,56) | 5,62 (10,56) | 6,39 (6,39) |
| Aug. 2025 [ 279 ] | 8,26 (12,87) | 7,20 (10,85) | 5,96 (10,85) | 5,96 (9,03) | 5,96 (7,78) | 6,72 (6,72) | 7,86 (12,47) | 6,80 (10,45) | 5,56 (10,45) | 6,32 (6,32) |
Kosten und Nutzen
Siehe auch
:
Erneuerbare Energie: Kosten
EEG-Umlage (Differenzkosten)
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Die EEG-Umlage 2016 steigt um 3 Prozent gegenĂźber dem Vorjahr an und beträgt damit 6,354 Cent je Kilowattstunde.cite-ref-280[280]cite-ref-281[281] Die EEG-Umlage 2015 sank noch gegenĂźber dem Vorjahr auf 6,17 Cent je Kilowattstundecite-ref-282[282]cite-ref-283[283]cite-ref-284[284] (2014: 6,24 Cent; 2013: 5,28 Cent; 2012: 3,59 Cent; 2011: 3,53 Cent). Die Mehrkosten speisen sich grĂśĂtenteils aus der steigenden Differenz zwischen den sinkenden BĂśrsenstrompreisen und der fixen EinspeisevergĂźtung sowie den zunehmenden Ausnahmeregelungen fĂźr die Industrie. Der Ausbau der erneuerbaren Energien trug währenddessen 15 % zur letzten ErhĂśhung 2014 bei.cite-ref-bee-umlage2014-285-0[285]cite-ref-286[286]cite-ref-287[287]cite-ref-bmu-de-288-0[288]cite-ref-289[289] Die EinspeisevergĂźtungen insbesondere fĂźr Solarstrom wurden in den letzten Jahren fortlaufend abgesenkt. Studien des Bundesumweltministeriums sowie der Netzbetreiber erwarten, dass die Umlage sich trotz fortschreitendem Ausbau in den kommenden Jahren stabilisieren und anschlieĂend wegen sinkender VergĂźtungssätze fallen wird.cite-ref-bee-umlage2014-285-1[285]cite-ref-290[290]cite-ref-291[291]cite-ref-292[292] Analysen zeigen, dass auch eine Verlangsamung der Energiewende die Kosten der Erneuerung des Kraftwerksparks nicht mindern wĂźrden, sofern an den Klimazielen festgehalten wird.cite-ref-293[293]
Ausnahmeregelungen bestehen fĂźr energieintensive Unternehmen, mit der Folge einer Umverteilung der FĂśrderkosten zulasten kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Privathaushalte. Diese Regelung erregt verstärkt Kritik. Die Bundesnetzagentur erklärte 2012, sie betrachte diese Entwicklung âmit Sorgeâ.cite-ref-294[294]cite-ref-295[295] Andere Kritiker weisen auf eine Privilegierung auch fĂźr solche Unternehmen hin, die sich nicht unter Wettbewerbsdruck befinden, zulasten aller nicht-privilegierten Verbraucher.cite-ref-296[296] Nach Angaben des Deutschen Instituts fĂźr Wirtschaftsforschung machten die gesamten Stromkosten im Schnitt ca. 3 % des Umsatzes eines Unternehmens aus, wovon die EEG-Umlage nur gering beitrage. Bei stromintensiven Unternehmen liegen die Kosten hĂśher, allerdings seien diese von EEG-Umlage und Ăkosteuer grĂśĂtenteils ausgenommen, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Energieintensive Branchen profitierten zudem derzeit von historisch niedrigen Preisen an der StrombĂśrse.cite-ref-297[297]
Der jĂźngste Anstieg der EEG-Umlage ist nicht auf die steigenden FĂśrderkosten, sondern auf verzerrende Effekte zurĂźckzufĂźhren. So sanken im Zuge der Wirtschaftskrise und des Merit-Order-Effekts die Strompreise an der BĂśrse, sodass die Differenz zu den fixen Einspeisetarifen grĂśĂer wurde und damit einhergehend die FĂśrderkosten scheinbar stiegen. Zudem ist der Anstieg der EEG-Umlage auf eine Ănderung bei der Berechnungsgrundlage zurĂźckzufĂźhren (EinfĂźhrung der Liquiditätsreserve, EinfĂźhrung der Marktprämie, Ausweitung der Ausnahmetatbestände fĂźr Industrie, Einberechnung bislang gesondert ausgewiesener Netzentgelte). Ohne diese Modifikation wäre die EEG-Umlage beispielsweise im Jahr 2011 gesunken statt gestiegen. Dieser Befund wurde von mehreren Studien, welche die Zusammensetzung der EEG-Umlage aufschlĂźsseln, Ăźbereinstimmend bestätigt.cite-ref-bee-2012-09-299-0[299]cite-ref-300[300]cite-ref-301[301]cite-ref-wdr-de-124-1[124]cite-ref-302[302] Im Jahr 2014 verursachte der gefallene BĂśrsenpreis Zusatzkosten von 1,45 Cent pro Kilowattstunde und die Industrieprivilegien noch einmal 1,25 Cent. Die vorläufigen Werte fĂźr die Fremdkosten im Jahr 2015 (BĂśrsenpreis: 1,83 Cent, Industrieprivilegien: 1,34 Cent) bringen die eigentliche FĂśrderung der erneuerbaren Energien und den Zuwachs der EEG-Umlage in ein immer grĂśĂeres Missverhältnis.cite-ref-303[303]
Aufgrund der zahlreichen verzerrenden Effekte gilt die EEG-Umlage nicht als valider Indikator fĂźr die Kosten der erneuerbaren Energien. Das Ăko-Institut gab daher den Energiewende-Kosten-Index (EKX) heraus, der die EEG-Umlage um die verzerrenden Effekte bereinigen soll und im Gegenzug weitere Kostenfaktoren (wie beispielsweise die FĂśrderung der Kraft-Wärme-Kopplung) miteinbeziehe. Demnach beruhe der Zuwachs der Stromkosten zwischen 2003 und 2012 zu Ăźber 50 % auf hĂśheren Brennstoffpreisen und industriepolitischen Umverteilungseffekten.cite-ref-304[304]cite-ref-305[305]
Die Fotovoltaik macht den grĂśĂten Kostenanteil der EEG-Umlage aus, da sie anfangs mit hohen VergĂźtungssätzen gefĂśrdert wurde und der Zubau schneller erfolgte als geplant. Da die VergĂźtung aber fĂźr 20 Jahre gesetzlich garantiert wurde, zieht dies beträchtliche Zahlungsverpflichtungen nach sich.cite-ref-306[306]cite-ref-monitor-307-0[307] Inzwischen wurden die VergĂźtungen in mehreren Schritten stark nach unten angepasst, sodass heute neu zugebaute Anlagen ungleich niedrigere Kostenbelastungen hervorrufen. Zudem sieht ein âatmender Deckelâ vor, dass die VergĂźtungen automatisch umso stärker gekĂźrzt werden, je mehr weitere Kapazitäten zugebaut werden. Prognos rechnete bereits gemäà den Anfang 2012 gĂźltigen Preisregelungen mit einem Anstieg der Strompreise um nur knapp zwei Prozent als Folge eines Solarwachstums von 70 % in den vier Jahren bis 2016.cite-ref-308[308] Ăber die schrittweise Absenkung der Solarstromtarife kam es zu kontroversen Debatten quer durch die politischen Lager, Wirtschaft und Wissenschaft.cite-ref-fell-309-0[309]cite-ref-310[310]cite-ref-311[311]cite-ref-312[312]cite-ref-313[313]
Bei einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Agentur fĂźr Erneuerbare Energien im Oktober 2012 hielten 51 % der BĂźrger eine EEG-Umlage von 5 ct/kWh fĂźr âzu hochâ, während 46 % sie fĂźr âangemessenâ oder âzu niedrigâ erachteten. Noch 2011 hatten mehr als 75 % die damalige EE-Umlage von 3,5 ct/kWh fĂźr âangemessenâ oder sogar âzu niedrigâ betrachtet.cite-ref-314[314] In einer weiteren Umfrage sprachen sich 20 % der Befragten fĂźr eine Beibehaltung des EEG in seiner derzeitigen Form und 60 % fĂźr eine Reform des EEG aus.cite-ref-umfrage-emnid-akzeptanz-des-eeg-315-0[315]
Die Internationale Energieagentur (IEA) notiert mit Blick auf die Kosten des EEG in ihrem Länderbericht 2013 zu Deutschland: âDie Kostenauswirkungen des EEG mĂźssen im Kontext der allgemeinen Entwicklungen im Energiesektor bewertet werden. Der jĂźngste Strompreisanstieg bereitet vor allem Haushalten mit geringem Einkommen Schwierigkeiten, wohingegen GroĂverbraucher von der Umlage weniger betroffen sind und zugleich in den Genuss der durch die erneuerbaren Energien herbeigefĂźhrten Senkung der GroĂhandelstarife kommen. Zudem erhĂśht sich die Energiearmut auch durch den starken Anstieg der Kosten fossiler Brennstoffe. Kosten und Nutzen der erneuerbaren Energien mĂźssen fair und transparent verteilt werden.âcite-ref-316[316]
In der Vergangenheit hatte es mehrfach Prognosen zur Entwicklung der EEG-Umlage gegeben, die sich im Nachhinein häufig als nicht zutreffend erwiesen.cite-ref-317[317]cite-ref-318[318]cite-ref-319[319]cite-ref-320[320]cite-ref-321[321] Hierbei ist allerdings zu berĂźcksichtigen, dass die EEG-Umlage alleine keinen validen MaĂstab fĂźr die Kostenentwicklung der erneuerbaren Energien darstellt, da die Umlage auch verzerrende Effekte wie die tendenziell gewachsene Differenz zwischen EinspeisevergĂźtung und BĂśrsenstrompreis sowie die Verteilungswirkungen von Ausnahmetatbeständen wie beispielsweise die Entlastung von Unternehmen beinhaltet. Zudem wurden Ăźber die Jahre auch weitere Kostenfaktoren eingefĂźhrt, wie beispielsweise die kontrovers diskutierte Marktprämie. Die Kosten fĂźr Netzausbau, Reservekraftwerke und Energiespeicher sind in der EEG-Umlage nicht enthalten. Ein direkter Vergleich ist daher problematisch. Eine wichtige Ursache war Ăźberdies, dass die meisten Prognosen das AusmaĂ des Zubaus von EE-Anlagen unterschätzten, insbesondere der zunächst relativ hoch gefĂśrderten Photovoltaik.
Preissenkender Effekt an der StrombĂśrse
â
Hauptartikel
:
Merit-Order
Die Preisbildung an der StrombĂśrse orientiert sich nicht an den Stromgestehungskosten, sondern an den Grenzkosten der anbietenden Kraftwerke, d. h. an den jeweiligen variablen Kosten. Als Grenzkosten werden die zusätzlichen Kosten bezeichnet, die durch eine ErhĂśhung der Produktion entstehen. Sie ergeben sich zum grĂśĂten Teil aus den Brennstoffkosten eines Kraftwerks sowie aus den Kosten fĂźr Emissionsrechte.cite-ref-322[322] Hinzu kommen An- und Abfahrkosten. Der Begriff der Grenzkosten kommt aus der Betriebswirtschaftslehre und spielt im Zusammenhang mit der als Merit-Order (englisch fĂźr Reihenfolge der Leistung/des Verdienstes) bezeichneten Einsatzreihenfolge der Kraftwerke zur Stromerzeugung eine wesentliche Rolle.cite-ref-323[323]
Nach dem Merit-Order-Modell werden die zur VerfĂźgung stehenden Kraftwerke nach der HĂśhe ihrer Grenzkosten geordnet. Das Kraftwerk mit den hĂśchsten Grenzkosten, das zur Lastdeckung noch benĂśtigt wird, bestimmt den Preis. StromĂźberangebot am Spotmarkt kann zu negativen BĂśrsenpreisen fĂźhren, siehe dazu die genaue Preisbildung der EPEX SPOT Dayahead Auktion.
Da bei der Gewinnung von erneuerbaren Energien keine Brennstoffkosten anfallen und die Wartungskosten bei einer âzusätzlichenâ Nutzung der Energieerzeugungsanlage kaum ansteigen, tendieren die Grenzkosten der erneuerbaren Energien gegen null. Lediglich die Verbrennung oder Vergasung von Biomasse bzw. Speichergascite-ref-324[324] verursacht Brennstoffkosten.
Der Strompreis an der StrombÜrse war bis zum Jahr 2008 kontinuierlich gestiegen und erreichte im Jahr 2008 das Maximum von 8,279 Cent/kWh. Unter anderem durch das vermehrte Auftreten der erneuerbaren Energien fiel der Strompreis zunächst deutlich.cite-ref-325[325] Im Jahr 2022 fßhrte jedoch der extreme Anstieg der Gaspreise ßber den Merit-Order-Effekt wieder zu einem extremen Anstieg der Strompreise. Die Entspannung auf dem Gasmarkt lieà die extremen Preisausschläge wieder zurßckgehen. Das aktuelle Strompreisniveau (2024) an der BÜrse ist jedoch mit monatlichen Durchschnitts-Spotpreisen zwischen 6,1 und 10,1 ct/kWh und Terminpreisen fßr die Folgejahre von ßber 8 ct/kWh unverändert hoch.cite-ref-326[326]cite-ref-327[327]cite-ref-328[328]
Einfluss auf Handelsbilanz
Im Jahr 2010 vermied die erneuerbare Stromerzeugung fossile Energieimporte im Wert von rd. 2,5 Mrd. Euro; hiervon sind etwa 80 % dem EEG zuzuschreiben.cite-ref-bmu-de-288-1[288] Demgegenßber standen im gleichen Jahr Netto-Importe im Wert von 6,1 Milliarden Euro fßr Solarzellen- und Module.cite-ref-329[329] Die Windenergiebranche wies 2011 wie auch im Vorjahr einen Exportßberschuss von ca. 66 % auf, was Nettoexporten von 4 Mrd. Euro entspricht.cite-ref-330[330] Allerdings ist hierbei zu berßcksichtigen, dass die Lebensdauer von Photovoltaikanlagen 25 Jahrecite-ref-331[331] und die von Herstellern unterstellte Lebensdauer von Windkraftanlagen 20 Jahre beträgt.cite-ref-332[332]
Kommunale Mieteinnahmen und ländliche WertschÜpfung
Als Effekt des EEG sind vielerorts Bßrgersolaranlagen errichtet worden, bei denen Privatleute Kapital fßr bis zu 20 Jahre in diese Anlagen investieren.cite-ref-berl-zeitung-333-0[333] Bßrgersolaranlagen (oder Bßrgerkraftwerke) werden dabei häufig auf kommunalen Gebäuden errichtet, wodurch die Gemeinden Mieteinnahmen generieren fßr Flächen (Gebäudedächer), die ansonsten nicht wirtschaftlich genutzt werden konnten.
Die Energiewende spielt sich vor allem im ländlichen Raum ab, worauf die Agentur fßr Erneuerbare Energien hinweist. Rund 16 Milliarden Euro haben die Landwirte laut Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes von 2009 bis 2012 in erneuerbare Energien investiert. Der ländliche Raum nimmt demnach fßr die dezentrale Versorgung Deutschlands mit umweltfreundlicher Energie schon heute eine Schlßsselrolle ein, wie die Landwirtschaftliche Rentenbank feststellt. Die Erzeugung von Strom, Kraftstoffen und Wärme werde fßr immer mehr Landwirte zu einem zweiten Standbein, das angesichts volatiler Agrarmärkte fßr eine zweite Einkommensquelle sorgt. Gemeinschaftsprojekte zum Ausbau erneuerbarer Energien schafften darßber hinaus Partnerschaften zwischen Landwirten und ihren Nachbarn im ländlichen Raum.cite-ref-334[334]
Klimaschutz
Die klimapolitische Wirksamkeit des EEGs wird von vielen bestritten, da ein Interaktionsmechanismus mit dem EU-Emissionshandel die Klimaschutzwirkung des EEG zunichtemache. Innerhalb der EU sind die CO2-Emissionen durch den EU-Emissionshandel gedeckelt. Deswegen, so die Kritik, wĂźrden die durch das EEG gesenkten CO2-Emissionen nur an andere Stellen verlagert; denn was die einen weniger ausstoĂen, dĂźrfen andere mehr ausstoĂen, weil die absolute Obergrenze der Emissionen gleich bleibt. Europaweit wĂźrden also keine Emissionen vermieden. Diese Kritik wird insbesondere vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung,cite-ref-335[335] dem wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium fĂźr Wirtschaft und Technologie,cite-ref-336[336] der Monopolkommission,cite-ref-337[337] dem Ifo Institut fĂźr Wirtschaftsforschung,cite-ref-338[338] der Deutschen Akademie der Technikwissenschaftencite-ref-339[339] und von AndrĂŠ Schmidt von der Universität Witten/Herdecke in einer vom Bundesministerium fĂźr Bildung und Forschung in Auftrag gegebenen Studie vertreten, wonach das EEG nicht fĂźr mehr Klimaschutz sorge, sondern diesen nur deutlich teurer mache, da das EEG mit dem EU-Emissionshandel kollidiere. Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) bestätigt im FĂźnften Sachstandsbericht, dass in einem Emissionshandelssystem mit einer hinreichend strengen Deckelung andere MaĂnahmen wie die Subventionierung erneuerbarer Energien keinen weiteren Einfluss auf den gesamten CO2-AusstoĂ hätten. Andererseits sei aber der Emissionshandel nicht wirksam, wenn der Deckel zu schwach sei.cite-ref-340[340] Auch Vertreter des BEE bestätigen, dass es zwischen EEG und Emissionshandel âeine gewisse WidersprĂźchlichkeitâ gebe.cite-ref-341[341]
Nach Auffassung des Deutschen Instituts fĂźr Wirtschaftsforschung (DIW) trifft die Kritik an den Interaktionseffekten zwischen EEG und Emissionshandel nur bei einer ârein statischen Betrachtungâ zu. Das EEG sei ein äuĂerst wirksames Instrument zur FĂśrderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und fĂśrdere den Klimaschutz, wenn Emissionshandel und EEG âgut aufeinander abgestimmt werdenâ.cite-ref-342[342]cite-ref-343[343] Das Bundesministerium fĂźr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit weist die Kritik am EEG ebenfalls zurĂźck.cite-ref-bmu-vs-rwi-10-09-344-0[344] Wissenschaftler schlagen vor, die CO2-Emissionshandelsvolumina entsprechend den Zielvorgaben des EEG anzupassen, um ungewĂźnschte Interaktionseffekte zu vermeiden.cite-ref-345[345]
Vermiedene Netzentgelte und zusätzliche Netzausbaukosten
Die Einspeisung von fluktuierender Erzeugung in die Verteilnetze fßhrt zu zusätzlichem Investitionsbedarf beim Ausbau des Stromnetzes.cite-ref-346[346]
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schätzt die jährlichen Kosten fĂźr den Ausbau des Stromnetzes zur Aufnahme erneuerbarer Energien auf 3,4 â 4,5 Mrd. Euro. Noch nicht enthalten sind hierin die Netzanschlusskosten von Offshore-Windparks.cite-ref-347[347]
Wirtschaftswachstum und Eigentumsrechte
Laut DIW haben erneuerbare Energien auch unter Berßcksichtigung der FÜrderkosten fßr die erneuerbaren Energien und der Verdrängungseffekte im konventionellen Energiesektor einen positiven Netto-Effekt auf das Wachstum in Deutschland. Denn der Ausbau lÜst Investitionen aus, die sich positiv auf die Einkommen auswirken. Hinzu kommen Einsparungen durch verringerte Importe fossiler Energien und erhÜhte Einnahmen durch den Export von Erneuerbare-Energien-Anlagen und Komponenten. Diese Effekte ßberkompensieren deutlich die Auswirkungen durch die sinkenden Investitionen in konventionelle Energien. Auch die Nettobeschäftigungseffekte sind unter dem Strich positiv.cite-ref-348[348]
Da die erneuerbaren Energien mit Vorrang ins Stromnetz eingespeist werden, während die konventionellen Kraftwerke mit gleichen Fixkosten weiter betrieben werden mĂźssen, sehen sich die Betreiber der bereits existierenden Kraftwerke in ihren Eigentumsrechten eingeschränkt. So hat beispielsweise der Vorsitzende des Energieversorgers EWE diesen Umstand als ânichts anderes als eine schleichende Enteignung konventioneller Kraftwerkeâcite-ref-349[349] bezeichnet.
Arbeitsmarkteffekte
Neben seinen Ăśkologischen Zielsetzungen wird das EEG explizit auch als strategische Industriepolitik verstanden, um Arbeitsplätze zu schaffen und neue Märkte und Exportbereiche zu erschlieĂen. Die Zahl der Beschäftigten in der Erneuerbare-Energien-Industrie hat sich von 2006 bis 2008 nahezu verdoppelt. Die Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien betrug 278.000 Arbeitsplätze im Jahr 2008 und im Jahr 2009 bereits 340.000 Arbeitsplätze.cite-ref-350[350]cite-ref-351[351] Im Jahr 2020 sollen nach Prognosen des BMU Ăźber 400.000 Menschen in Deutschland im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt sein. Erneuerbare Energien sind dezentral verteilt und daher arbeitsintensiver und damit teurer als zentrale GroĂkraftwerke, weswegen sie bei gleicher Produktionsmenge weitaus mehr Arbeitsplätze schaffen und hĂśhere Preise verursachen als die konventionelle Energieproduktion.cite-ref-352[352] Nach Ansicht der Erneuerbare-Energien-Branche ist das EEG ein wirksames Instrument der MittelstandsfĂśrderung.cite-ref-353[353]
Dem gegenĂźberzustellen ist jedoch der mĂśgliche Wegfall von Arbeitsplätzen im Bereich der konventionellen Energien aufgrund der Konkurrenz von vorrangig eingespeistem Ăkostrom sowie in Teilen der Ăźbrigen Wirtschaft aufgrund der erhĂśhten Stromkosten.cite-ref-354[354]cite-ref-355[355]cite-ref-356[356] Allerdings kĂśnnen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen von der EEG-Umlage beantragen, weswegen fĂźr sie dann nur relativ geringe Mehrkosten entstehen. 2013 taten dies etwa 2000 Unternehmen mit zusammen 300.000 bis 400.000 Beschäftigten.cite-ref-357[357] Diese Unternehmen stellen zusammen 0,1 % aller Unternehmen in Deutschland dar und beschäftigen etwa 1 % aller Beschäftigten. GrĂśĂere Unternehmen, die ihren Strom direkt an der BĂśrse kaufen, profitieren zudem von deutlich niedrigeren Strompreisen an der BĂśrse.cite-ref-bmu-vs-rwi-10-09-344-1[344]
Einspeisemengen und VergĂźtungszahlungen
Die Entwicklung des EEG lässt sich von Beginn an mit den Jahresabrechnungen nachvollziehen, die von den vier deutschen Ăbertragungsnetzbetreibern (ĂNB) vorgelegt werden, die mit der Vermarktung des EEG-Stroms betraut sind.cite-ref-nb-jahresbilanzen-358-0[358] Darin sind die jährlich erzeugten EEG-Strommengen, die dafĂźr gezahlten VergĂźtungen an die Betreiber und die jeweilige EEG-Umlage dokumentiert (s. nachfolgende Tabellen). Aus der EEG-Strommenge und aus den dafĂźr gezahlten VergĂźtungen ergibt sich die durchschnittliche VergĂźtung fĂźr EEG-Strom aus den unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen.
| Energiequelle | 2000 (15) | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | Verteilung 2021 (%) | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wasser | â | 6.088 | 6.579 | 5.908 | 4.616 | 4.953 | 4.924 | 5.547 | 4.982 | 4.877 | 5.665 | 4.843 | 5.417 | 6.265 | 5.646 | 5.347 | 5.949 | 5.777 | 4.857 | 5.548 | 5.048 | 5.592 | 2,7 | |
| Gas | â | â | â | â | 2.589 | 3.136 | 2.789 | 2.751 | 2.208 | 2.020 | 1.963 | 1.815 | 1.769 | 1.776 | 1.648 | 1.438 | 1.434 | 1.319 | 1.170 | 1.063 | 1.089 | 765 | 0,4 | |
| Biomasse | â | 1.471 | 2.442 | 3.484 | 5.241 | 7.367 | 10.902 | 15.924 | 18.947 | 22.980 | 25.155 | 27.977 | 34.321 | 36.258 | 38.313 | 40.628 | 41.016 | 41.056 | 40.480 | 40.152 | 40.948 | 40.016 | 19,7 | |
| Geothermie | â | â | â | â | â | â | â | â | 18 | 19 | 28 | 19 | 25 | 80 | 98 | 133 | 175 | 163 | 165 | 187 | 197 | 210 | 0,1 | |
| Wind onshore | â | 10.509 | 15.786 | 18.713 | 25.509 | 27.229 | 30.710 | 39.713 | 40.574 | 38.542 | 37.619 | 48.315 | 49.949 | 50.803 | 55.908 | 70.922 | 66.324 | 86.293 | 88.710 | 99.166 | 102.741 | 88.502 | 43,5 | |
| Wind offshore | â | â | â | â | â | â | â | â | â | 38 | 174 | 568 | 722 | 905 | 1.449 | 8.162 | 12.092 | 17.414 | 19.179 | 24.379 | 26.903 | 24.015 | 11,8 | |
| Solar (16) | â | 76 | 162 | 313 | 557 | 1.282 | 2.220 | 3.075 | 4.420 | 6.578 | 11.683 | 19.340 | 25.394 | 28.785 | 33.001 | 35.212 | 34.490 | 35.428 | 40.806 | 41.379 | 45.024 | 44.252 | 21,8 | |
| Summe | 10.391 | 18.145 | 24.970 | 28.417 | 38.511 | 43.966 | 51.545 | 67.010 | 71.148 | 75.053 | 82.286 | 102.877 | 117.597 | 124.872 | 136.063 | 161.842 | 161.480 | 187.450 | 195.367 | 211.875 | 221.950 | 203.352 | 100 | |
| (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf | (15) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (16) einschlieĂlich Eigenbedarf |
Die Strommenge aus erneuerbaren Energiequellen ist seit EinfĂźhrung des EEG im Jahr 2000 auf mehr als das 13-Fache von rd. 10.000 GWh/a auf 136.000 GWh/a im Jahr 2014 gestiegen (Stand Juli 2015). Bis 2010 wurde die sogenannte EEG-Quote angegeben, die den Anteil der EEG-gefĂśrderter Strommenge an dem nicht-privilegierten Letztverbrauch an Strom kennzeichnet. Sie lag 2010 bei 20 %.
| VergĂźtung fĂźr Energie aus: | 2000 (17) | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 (18) | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | Verteilung 2021 (%) | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wasser | â | â | 477 | 427 | 338 | 364 | 367 | 418 | 379 | 382 | 421 | 231 | 347 | 420 | 401 | 407 | 467 | 440 | 348 | 400 | 386 | 302 | 1,6 | |
| Gas | â | â | â | â | 182 | 219 | 196 | 193 | 156 | 143 | 83 | 36 | 46 | 48 | 83 | 73 | 72 | 60 | 45 | 45 | 51 | 12 | 0,1 | |
| Biomasse | â | â | 232 | 327 | 508 | 795 | 1.337 | 2.162 | 2.699 | 3.700 | 4.240 | 4.476 | 5.841 | 6.190 | 6.382 | 6.712 | 6.846 | 6.691 | 6.278 | 6.445 | 6.790 | 4.567 | 23,5 | |
| Geothermie | â | â | â | â | â | â | â | â | 3 | 4 | 6 | 4 | 6 | 18 | 23 | 29 | 39 | 35 | 35 | 40 | 43 | 32 | 0,2 | |
| Wind onshore | â | â | 1.435 | 1.696 | 2.300 | 2.441 | 2.734 | 3.508 | 3.561 | 3.389 | 3.316 | 4.165 | 3.625 | 3.522 | 4.046 | 5.083 | 4.693 | 5.720 | 4.859 | 5.817 | 6.674 | 2.334 | 12,0 | |
| Wind offshore | â | â | â | â | â | â | â | â | â | 6 | 26 | 85 | 95 | 123 | 212 | 1.262 | 1.948 | 2.770 | 2.850 | 3.731 | 4.246 | 2.259 | 11,6 | |
| Solar | â | â | 82 | 154 | 283 | 679 | 1.177 | 1.597 | 2.219 | 3.157 | 5.090 | 7.766 | 9.156 | 9.346 | 10.230 | 10.640 | 10.226 | 10.236 | 11.176 | 10.996 | 11.456 | 9.926 | 51,1 | |
| Summe | 883 | 1.577 | 2.225 | 2.604 | 3.611 | 4.498 | 5.810 | 7.879 | 9.016 | 10.780 | 13.182 | 16.763 | 19.118 | 19.636 | 21.394 | 24.206 | 24.291 | 25.952 | 25.591 | 27.474 | 29.646 | 19.431 | 100 | |
| EEG-Umlage | 989 | 1.138 | 1.664 | 1.765 | 2.464 | 2.863 | 3.300 | 4.350 [ 359 ] | 4.500 [ 359 ] | 5.300 [ 360 ] | 8.200 [ 360 ] | 13.195 | | | | | | | | | | | | |
| (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie | (17) Rumpfjahr 1. April bis 31. Dezember 2000 (18) Ab 2012 einschlieĂlich Markt- und Flexibilitätsprämie |
| VergĂźtung fĂźr Energie aus: | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wasser | â | â | 7,2 | 7,2 | 7,3 | 7,4 | 7,4 | 7,5 | 7,6 | 7,8 | 7,4 | 4,8 | 6,4 | 6,7 | 7,1 | 7,6 | 7,9 | 7,6 | 7,2 | 7,2 | 7,7 | 5,4 |
| Gas | â | â | â | â | 7,0 | 7,0 | 7,0 | 7,0 | 7,1 | 7,1 | 4,2 | 2,0 | 2,6 | 2,7 | 5,0 | 5,1 | 5,0 | 4,5 | 3,8 | 4,3 | 4,7 | 1,6 |
| Biomasse | â | â | 9,5 | 9,4 | 9,7 | 10,8 | 12,3 | 13,6 | 14,2 | 16,1 | 16,9 | 16,0 | 17,0 | 17,0 | 16,7 | 16,5 | 16,7 | 16,3 | 15,5 | 16,1 | 16,6 | 11,4 |
| Geothermie | â | â | â | â | â | â | â | â | 15,0 | 19,8 | 20,6 | 20,7 | 24,0 | 23,4 | 23,2 | 21,8 | 22,3 | 21,7 | 21,1 | 21,3 | 21,8 | 15,2 |
| Wind onshore | â | â | 9,1 | 9,1 | 9,0 | 9,0 | 8,9 | 8,8 | 8,8 | 8,8 | 8,8 | 8,6 | 7,3 | 6,9 | 7,2 | 7,2 | 7,1 | 6,6 | 5,5 | 5,9 | 6,5 | 2,6 |
| Wind offshore | â | â | â | â | â | â | â | â | â | 15,0 | 15,0 | 15,0 | 13,2 | 13,5 | 14,7 | 15,5 | 16,1 | 15,9 | 14,9 | 15,3 | 15,8 | 9,4 |
| Solar | â | â | 50,3 | 49,0 | 50,8 | 53,0 | 53,0 | 52,0 | 50,2 | 48,0 | 43,6 | 40,2 | 36,1 | 32,5 | 31,0 | 30,2 | 29,6 | 28,9 | 27,4 | 26,6 | 25,4 | 22,4 |
| jährl. Mittelwert | 8,5 | 8,7 | 8,9 | 9,2 | 9,4 | 10,0 | 10,9 | 11,4 | 12,3 | 13,9 | 15,8 | 17,9 | 16,3 | 15,7 | 15,7 | 15,0 | 15,0 | 13,8 | 13,1 | 13,0 | 13,4 | 9,6 |
Die durchschnittliche VergĂźtung fĂźr EEG-Strom stieg seit dem Jahr 2000 von 8,5 ct/kWh auf 17,9 ct/kWh im Jahr 2011. Der Anstieg betrug in den Anfangsjahren bis 2004 nur rund 2,5 % pro Jahr, in den Folgejahren bis 2008 bereits rund 7 % pro Jahr und von 2009 bis 2011 gut 13 %, was insgesamt einen Mittelwert von rund 7 % im Jahr ergab. Die mittleren VergĂźtungen pro Energiequelle reichten 2011 von 2 ct/kWh fĂźr âGasâ, 4,8 ct/kWh fĂźr âWasserâ und 8,6 ct/kWh fĂźr âWind onshoreâ Ăźber 15 ct/kWh fĂźr âWind offshoreâ, 16 ct/kWh fĂźr âBiomasseâ und 20,7 ct/kWh fĂźr âGeothermieâ bis 40,2 ct/kWh fĂźr âSolarâ. Die mittlere VergĂźtung fĂźr Solar-EEG-Strom ist in den letzten Jahren deutlich rĂźckläufig nach dem HĂśchstwert im Jahr 2005 mit 53 ct/kWh.
Mit dem EEG sind den vier deutschen Ăbertragungsnetzbetreibern (ĂNB) auch Pflichten zur Erstellung von Prognosen Ăźbertragen worden. Neben der jährlich vorausgreifenden Prognose fĂźr die EEG-Umlage werden mittelfristige Prognosen Ăźber einen Zeitraum von fĂźnf Jahren erstellt.
Die durchschnittliche EinspeisevergĂźtung fĂźr im Jahr 2013 neu ans Netz gegangene Anlagen lag bei 12,5 Ct (gegenĂźber 25 Ct im Jahr 2010).cite-ref-361[361]
Beurteilung und Perspektiven
Positiv
Das EEG gilt insbesondere bei Umweltverbänden wie dem BUND und Greenpeace, Branchenvertretern wie dem BEE und dem Bundesumweltministerium als weltweit erfolgreichstes Instrument zur FÜrderung erneuerbarer Energien.cite-ref-362[362]cite-ref-bee-ev-de-363-0[363]cite-ref-364[364]cite-ref-365[365]cite-ref-366[366]cite-ref-367[367]cite-ref-fokus2010-368-0[368] Auch eine Studie der Deutschen Energieagentur (dena) im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), die 2013 verÜffentlicht wurde, empfiehlt eine Beibehaltung des EEG, schlägt jedoch eine systematische Reform vor.cite-ref-energie-studien-de-35-1[35]
Das Deutsche Institut fßr Wirtschaftsforschung (DIW), die Europäische Kommission, die Internationale Energieagentur (IEA) sowie das Energieunternehmen EnBW lobten das EEG als hoch wirksam und wirtschaftlich effizient.cite-ref-369[369]cite-ref-370[370]
Die durch das EEG gesetzten wirtschaftlichen Anreize fĂźhrten zur GrĂźndung einer Vielzahl von BĂźrgerenergiegenossenschaften (Ende 2013 waren es 888).cite-ref-371[371]cite-ref-372[372]
Die Internationale Energieagentur (IEA) lobte im Länderbericht 2013 das deutsche EEG âals sehr wirksames Instrument zur Verbreitung der erneuerbaren Energien und insbesondere der Stromerzeugung durch Biomasse, Windenergie und Photovoltaik. Zudem habe es sich als erfolgreich bei der Drosselung der Kosten erwiesen, wie sich im besonderen MaĂe an der Senkung der Einspeisetarife fĂźr Solarstrom zeigt, zu der es in Antwort auf die rasche Expansion dieser Technologie in den letzten vier Jahren gekommen ist.âcite-ref-373[373]
Die Prinzipien des EEG wurden bis Anfang 2012 von mindestens 65 Ländern weltweit Ăźbernommen.cite-ref-ren21-globalstatusreport2012-374-0[374] So basiert beispielsweise der Erfolg der erneuerbaren Energien in Spanien auf einem ähnlichen Mindestpreissystem wie in Deutschland. Nach dem KKW-Unfall in Fukushima 2011 haben auch Japan und China feste Einspeisetarife und Vorrangregelungen eingefĂźhrt, die sich stark am deutschen EEG orientieren.cite-ref-bee-ev-de-363-1[363] Auch in der deutschen BevĂślkerung genieĂt das EEG groĂen RĂźckhalt. Im Jahr 2012 sprachen sich bei einer Umfrage im Auftrag der Agentur fĂźr Erneuerbare Energien vier von fĂźnf BĂźrgern fĂźr die Beibehaltung des EEG aus; 20 % wollen es so behalten, wie es derzeit ist, 60 % halten eine Ăberarbeitung des EEGs fĂźr notwendig.cite-ref-umfrage-emnid-akzeptanz-des-eeg-315-1[315] Nach dem Vorbild Deutschlands wurde im Juli 2015 auch in Frankreich ein entsprechendes Gesetz beschlossen.cite-ref-375[375]
Negativ
Viele Kritiker bestreiten, dass das EEG einen Nutzen fĂźr den Klimaschutz bringt. Vielmehr verteure es den Klimaschutz unnĂśtig (siehe hierzu die AusfĂźhrungen im Abschnitt Klimaschutz).
Ferner wurde kritisiert, dass durch das Prinzip der Grundvergßtung unabhängig vom Bedarf und dem daraus folgenden Marktpreis Strom erzeugt wird.
Der wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium fßr Wirtschaft und Energie beurteilte in Gutachten 2004 und 2012 die industriepolitische Motivation des EEG kritisch, da die Privilegierung bestimmter Technologien die Wahlfreiheit von Marktpartnern einschränke und zu unwirtschaftlichen Allokationseffekten fßhre. So verursache die Photovoltaik 55 % der FÜrderkosten, liefere aber nur 20 % der Stromerzeugung der erneuerbaren Energien.cite-ref-376[376] Das Ziel des Klimaschutzes ßberzeuge nicht, da dieses ßber eine Modernisierung konventioneller Kraftwerke und ßber den sog. Mechanismus fßr umweltverträgliche Entwicklung effizienter zu erreichen sei.
Die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Expertenkommission Forschung und Innovation riet in ihrem Jahresgutachten 2014, das EEG abzuschaffen. Es sei kein kosteneffizientes Instrument fĂźr den Klimaschutz und entfalte kaum messbare Innovationswirkungen.cite-ref-377[377] Diese Beurteilung wurde anschlieĂend vom Fraunhofer-Institut fĂźr System- und Innovationsforschung teilweise als falsch zurĂźckgewiesen, wobei ein Veränderungsbedarf am EEG durchaus anerkannt wurde.cite-ref-378[378]
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, eine von der Metall- und Elektroindustrie getragene Agentur, warnte vor einer Kostenexplosion fßr Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen. Sie schlug ein Quotenmodell vor, das die Kosten der Energiewende bis 2020 um 52 Mrd. Euro senken solle.cite-ref-379[379]cite-ref-380[380] Auch der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Christoph M. Schmidt, plädierte fßr ein Quotenmodell.cite-ref-381[381] Sein Ratskollege Peter Bofinger kam in einer Studie 2013 jedoch zu einer anderen Bewertung.cite-ref-382[382]
Nach Ansicht von Rechtsexperten wurde âdas Regelwerk so ausdifferenziertâ und komplex, dass die bisher Ăźbliche Kommentierung nicht mehr ausreicht. Eine Vielzahl von Verordnungen zum EEG wird daher unter dem Stichwort âEEG IIâ zusammengefasst.cite-ref-383[383]
Unter Branchenvertretern wird diskutiert, das EEG in Richtung einer Markt- und Systemintegration weiterzuentwickeln.cite-ref-384[384]
Das EEG bewirkt eine fĂźr den Steuerzahler und Verbraucher âteure Kehrseiteâ des Booms grĂźner Energie, da er fĂźr erneuerbare Energie aufzukommen hat, auch wenn sie gar nicht gebraucht wird und sogar fĂźr die Kosten der âEntsorgungâ dieser Energie zu zahlen hat, wenn das Netz um einen Blackout zu vermeiden entschädigungspflichtig abgeregelt werden muss.cite-ref-385[385]
Konkurrierende Modelle
Zum Mindestpreissystem des EEG standen als konkurrierende Systeme ein Quotenmodell und ein Ausschreibungsmodell zur Diskussion. Beim Quotenmodell setzt der Staat eine Quote an erneuerbaren Energien fest, die von Energieversorgern produziert werden muss. Um die Einhaltung zu ßberprßfen, wßrden fßr erneuerbar erzeugten Strom Zertifikate vergeben, die von Energieversorgern untereinander gehandelt werden kÜnnen. Beim Ausschreibungsmodell wßrde eine bestimmte Menge an Regenerativstrom ausgeschrieben, wobei der Gewinner der Ausschreibung eine befristete Abnahmegarantie erhält. Beide Ansätze galten als Mechanismen der Mengensteuerung, da die FÜrderung auf eine Zubaumenge ausgerichtet ist. Die Menge wßrde nicht wie bei Mindestpreissystemen indirekt ßber den Preis gesteuert. Die Umstellung des EEG auf eine Mengensteuerung wurde durch diverse Fachleute befßrwortet. Dazu gehÜrte die Monopolkommissioncite-ref-gutachten-gem-62-energiewirtschaftsgesetz-386-0[386] und die Wirtschaftsweisen.cite-ref-jahresgutachten-2011-2012-387-0[387] Befßrworter der alternativen Modelle verweisen gewÜhnlich auf die hÜhere Kosteneffizienz durch die zielgenauere und meist technologieneutrale Steuerung der Zubaumenge. Auf diese Weise wßrden Mitnahmeeffekte vermieden, wenn etwa die Kosten fßr eine Technologie sinken und durch die steigende Gewinnspanne (Unterschied zwischen Stßckkosten und fixer EEG-Einspeisevergßtung) fßr Produzenten von erneuerbarem Strom ein sehr teurer Zubau auf Kosten der Energieverbraucher erfolge.
Die Vorteile von Quoten- und Ausschreibungsmodellen im Vergleich zum EEG-Mindestpreissystem (EinspeisevergĂźtung) sind politisch strittig. Andere Fachleute und Hersteller von gefĂśrderter Produktionsanlagen bzw. deren Verbände kritisieren Quoten- wie auch Ausschreibungsmodelle und heben Vorteile der EEG-FĂśrderung durch Mindestpreise hervor. Sie fĂźhren an, dass sich nach einer Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) beide Ansätze als weniger wirksam und weniger wettbewerbsfreundlich als Mindestpreissysteme erwiesen.cite-ref-388[388] In Ländern mit jenen Systemen gebe es wegen mangelnder Investitionssicherheit meist keine eigene Herstellerindustrie. Die Kosten fĂźr den Ausbau der erneuerbaren Energien seien hoch, weil das erhĂśhte Investitionsrisiko in die Preise einkalkuliert werde, so etwa in GroĂbritannien und Italien. Einzelne Länder wie Irland oder GroĂbritanniencite-ref-erneuerbare-energien-als-feind-389-0[389] wechselten auf Mindestpreissysteme oder nutzen sie ergänzend. Im Bezug auf das britische Beispiel zeigt die Monopolkommission in ihrem Energiesondergutachten allerdings auf, dass sich das neue britische FĂśrdersystem vom deutschen Mindestpreissystem erheblich unterscheidet und zudem Elemente einer Mengensteuerung beinhaltet.cite-ref-gutachten-gem-62-energiewirtschaftsgesetz-386-1[386]
Der BEE als Branchenvertreter bewertete Quotenmodelle als ârĂźckwärtsgewandtâ, âmittelstandsfeindlichâ, âteuerâ und âunbrauchbarâ.cite-ref-390[390]cite-ref-391[391] Auch ein Gutachten der Universität WĂźrzburg unter der FederfĂźhrung des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger vom September 2013cite-ref-392[392] kam zu dem Schluss, dass Quotenmodelle in Deutschland fĂźr Investoren zu groĂe Risiken bergen. Er plädiert fĂźr ein um einen Auktionsmechanismus erweitertes EEG (Ausschreibungsmodell). Derweil werden auch Ausschreibungen kritisiert, deren theoretisch hĂśhere Kosteneffizienz mĂśglicherweise durch deutlich hĂśhere Transaktions- und Finanzierungskosten konterkariert werden kĂśnnte. Im Ergebnis kĂśnne dies sogar hĂśhere Kosten fĂźr die Erreichung der Ausbauziele zur Folge haben.cite-ref-izes-393-0[393]
Kritiker der Alternativsysteme betonen, auch ein empirischer Vergleich der FĂśrdersysteme in der EU belege, dass in Ländern mit EinspeisevergĂźtungen die regenerative Stromerzeugung gĂźnstiger und wirksamer ist als mit Quoten oder Ausschreibungen. In Ländern mit EinspeisevergĂźtung wie Deutschland, Spanien, Frankreich oder Portugal seien etwa die Kosten fĂźr Onshore-Windstrom geringer als bei einer Quotenregelung wie in GroĂbritannien, Polen, Belgien oder Italien. Allerdings wird stets mit der Technologie verglichen, die im EEG die niedrigste EinspeisevergĂźtung erhält. Kritiker von Ausschreibungsmodellen wenden ein, ausländische Erfahrungen zeigten, dass diese nicht zu verlässlichen Zubaumengen fĂźhren mĂźssen. Probleme hätten dazu gefĂźhrt, dass man in einigen Ländern Ausschreibungssysteme wieder abschaffte. Laut einer Umfrage von EuPD Research unter den BegĂźnstigten der EEG-FĂśrderung sähen fast drei Viertel der befragten Erneuerbare-Energien-Unternehmen in EinspeisevergĂźtungen das geeignete Instrument fĂźr Klimaschutz, MarkteinfĂźhrung und Technologieentwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Quotensysteme hielten dagegen nur zwei Prozent der Unternehmen fĂźr sinnvoll.cite-ref-izes-393-1[393]cite-ref-394[394]cite-ref-395[395] Ăbereinstimmend haben Berechnungen der Beratungsgesellschaft Ernst & Young sowie der University of Cambridge ermittelt, dass feste Einspeisetarife hinsichtlich Kosteneffizienz, Anwendbarkeit und Akteursvielfalt sowohl Quotenmodellen als auch Prämien/Bonus-Systemen Ăźberlegen sind.cite-ref-bee-ev-de-363-2[363]
Dänemark fßhrte nach der Abkehr von der reinen Einspeisevergßtung im Jahr 2004 erfolgreich ein Prämienmodell fßr Onshore-Windkraft ein.cite-ref-396[396] Der Anlagenbetreiber erhält eine nicht kostendeckende Prämie von 3,66 ct und muss den Strom selbst vermarkten. Trotz dieser im Vergleich zu Deutschland wesentlich schlechteren Konditionen hat Dänemark auf diese Weise einen EE-Strom-Anteil von 30 % im Jahr 2012 erreicht, die Kosten fßr den Endverbraucher belaufen sich dabei auf 2,07 ct (PSO-Public Service Obligation, in der auch der hohe KWK-Anteil in Dänemark abgegolten ist).cite-ref-397[397]
In einem Fachbeitrag der Zeitschrift fĂźr Umweltpolitik & Umweltrecht heiĂt es zur EEG-Reform in Deutschland 2017: âBereits bei einer Inbetriebnahme ab dem 01.05.2017 fallen die durchschnittlichen standortspezifischen VergĂźtungssätze innerhalb der Ausschreibungen allerdings hĂśher aus im Vergleich zur durchschnittlichen VergĂźtung fĂźr nicht ausschreibungspflichtige WEAs während der Ăbergangszeit.â Weiter heiĂt es: âInsgesamt spricht viel dafĂźr, dass die Ăśkologische Treffsicherheit des neuen EEG 2017 tatsächlich hĂśher ist.âcite-ref-398[398]
Bilanz der EEG-Umlage
Mit der Einstellung der EEG-Umlage im Juli 2022 endete nach gut 20 Jahren eine direkte Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien mittels einer Strompreis-Umlage.cite-ref-399[399] Mit dem Osterpaket 2022 liegt der Schwerpunkt der zukĂźnftigen FĂśrderung auf der grĂśĂeren Flächenbereitstellung fĂźr Wind und Solar, auf einer verstärkten Beteiligung der Kommunen und der Privatleute an der Ăkostromerzeugung, auf einfacheren Ausschreibungen fĂźr âOffshore-Windâ, auf schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren, auf einer Ausweitung des Bundesbedarfsplans fĂźr Ăbertragungsnetze, auf der Abschaffung der EEG-Umlage mit einfacheren Eigenverbrauchsregelungen, sowie auf gestärkten Rechten der Endkunden.
âSeit der EinfĂźhrung des EEG (2000) haben sich die vermiedenen Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien mehr als vervierfachtâ, heiĂt es vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE).cite-ref-400[400] Es wurde ein Aufbau von knapp 125 Gigawatt von erneuerbarer Stromerzeugung in Deutschland mit 220 Milliarden Euro subventioniert, die 2020 etwa 42 Prozent des Stroms lieferten. im Jahr 2021 hat die Regierung 10,8 Milliarden Euro gezahlt, um die EEG-Umlage auf 6,5 Cent je Kilowattstunde zu deckeln. Sonst wäre sie auf 9,7 Cent gestiegen. Seit der EinfĂźhrung im Jahr 2000 hat die EEG-Umlage fĂźr einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr zusammengerechnet Kosten von 3583 Euro brutto verursacht, wie das Vergleichsportal Verivox berechnet hat.cite-ref-401[401]
Befreiung von der EEG-Umlage
Eine Verpflichtung zur Zahlung der EEG-Umlage bestand Ăźber einen Zeitraum von etwa 15 Jahren nur, wenn eine Stromlieferung an einen Letztverbraucher vorlag. Fehlte es an einer solchen Stromlieferung, war entsprechend diesem Grundsatz keine EEG-Umlage zu entrichten.cite-ref-402[402] Industrieunternehmen, Privatpersonen und auch die Ăśffentliche Hand mussten keine EEG-Umlage entrichten, wenn sie Strom in Stromerzeugungsanlagen (z. B. auch Photovoltaikanlagen) selbst erzeugten und verbrauchten (Eigenerzeugung).cite-ref-403[403] Erst mit der Novellierung des EEG im Jahr 2014 wurde die Eigenerzeugung in den EEG-Belastungsausgleich einbezogen.cite-ref-404[404] Von dieser Zahlungsverpflichtungen waren und sind weiterhin jedoch aus verfassungsrechtlichen GrĂźnden (Vertrauensschutz) Eigenerzeugungskonzepte ausgenommen, die vor Novellierung des EEG 2014 erstmals umgesetzt wurden. Weit mehr als 300 Unternehmen, darunter Konzerne wie Bayer, Currenta, Daimler AG, Evonik Industries, Thyssenkrupp, Henkel, RĂźtgers, HĂźttenwerke Krupp Mannesmann mussten deshalb fĂźr ihre Eigenerzeugungsmodelle keine EEG-Umlage abfĂźhren.
Einige Unternehmen griffen zur Befreiung von der EEG-Umlage auf ein sogenanntes Scheibenpachtmodell zurĂźck. Der Gesetzgeber hat den Begriff der Eigenerzeugung selbst Ăźber einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren nicht definiert. Dies war auch nicht erforderlich. Denn es bestand eine Verpflichtung zur Zahlung der EEG-Umlage nur, wenn und soweit eine EEG-umlagepflichtige Stromlieferung vorlag. In der Beratung zu Scheibenpachtmodellen waren verschiedene Rechtsanwaltskanzleien, darunter Becker BĂźttner Held, Freshfields Bruckhaus Deringer sowie die WirtschaftsprĂźfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, tätig. Als die Bundesnetzagentur darauf verwies, dass das Scheibenpachtmodell genutzt werde, um die EEG-Umlage nicht zu zahlen, beschloss der Gesetzgeber (die GroĂe Koalition (Kabinett Merkel)) eine Neufassung des EEG: Der Gesetzgeber hat mit der Novellierung des EEG 2017 seine Auffassung mitgeteilt, dass gemeinschaftliche Eigenerzeugungskonstellationen nicht per se als EEG-umlagefreie Eigenerzeugungen verstanden werden dĂźrfen. AuĂerdem gewährte die Regierung jenen Unternehmen, die bisher keine EEG-Umlage zahlen mussten, eine Amnestie und lieĂ den Unternehmen auch die Befreiung von der EEG unter Bedingungen weiter fortfĂźhren. Dies veranlasste die Bundesnetzagentur dazu, die RechtmäĂigkeit der Befreiung zu prĂźfen. Als in der Folge die Zweifel an der RechtsmäĂigkeit bestehen blieben und die Bundesnetzagentur Mahnungen ausstellte, beendeten manche Unternehmen die Eigenerzeugung Ăźber Scheibenpacht. Jedoch hielten etwa 300 Unternehmen an dem Scheibenpachtmodell fest. Diese Unternehmen sowie Lanxess, Uniper, Vallourec, E.on, H&R, Wacker Chemie, VIK und VCI, die IG Bergbau, Chemie, Energie und IG Metall wirkten auf Wirtschaftsminister Peter Altmaier ein, das Scheibenpachtmodell in einer weiteren Neufassung des EEG zu legalisieren und konnten dies mit einem eigenen Textvorschlag, der in das EEG aufgenommen wurde, trotz Bedenken aus dem Bundeswirtschaftsministerium, im Januar 2021 durchsetzen. Sie mĂźssen die bis zum Jahr 2020 gesparten Summen nicht nachzahlen, selbst wenn ihr Scheibenpachtmodell bis dahin illegal war.
Nach Gutachtern haben die Unternehmen, die die EEG-Umlage aufgrund von Scheibenpachtmodellen nicht zahlen mussten, mindestens acht Milliarden Euro einbehalten.cite-ref-405[405] Dadurch haben die Unternehmen Anspruch auf einen Vergleich mit den Netzbetreibern und aus verfassungsrechtlichen GrĂźnden auf Vertrauensschutz. Gegen die Amnestieregelung begannen VerbraucherschĂźtzer mit der Erstellung von Klagen.cite-ref-406[406] Die bisherige Rechtsprechung zu der Zulässigkeit von Scheibenpachtmodellen arbeitet am Einzelfall und zeigt keine abschlieĂende gemeinsame Linie. So hatte das Landgericht KĂśln im August 2021 in mehreren Entscheidungen ausgefĂźhrt,cite-ref-407[407] dass es fĂźr das Tragen der maĂgeblichen wirtschaftlichen Risiken in einer gemeinschaftlichen industriellen Eigenerzeugung ausreichend ist, wenn die Stromerzeuger jeweils fĂźr die Risiken die Brennstoffbeschaffung einstehen.cite-ref-408[408]cite-ref-409[409] Jedoch ordnete sie, wie auch das Landgericht Duisburg in einem anderen ähnlich gelagerten Fall, wenig später an, dass die Nutzer des Scheibenpachtmodells die erzeugten Strommengen der vergangenen Jahre minutiĂśs auflisten muss, um den potentiellen Schaden zu ermitteln. Im November 2021 ordnete auch das Oberlandesgericht DĂźsseldorf an, dass das beklagte Unternehmen die im Rahmen der Scheibenpacht bezogenen Strommengen auflisten muss.cite-ref-410[410] Anders das Landgericht Darmstadt im Dezember 2021: Das Gericht bestätigte das Scheibenpachtmodell und urteilte, dass kein Anspruch auf Auskunft der bezogenen Strommengen besteht.cite-ref-411[411]
Literatur
Kommentare, Monografien
⢠Markus Weck: Die garantierte EinspeisevergĂźtung fĂźr Strom nach dem Gesetz Ăźber den Vorrang erneuerbarer Energien â Anwendungsprobleme, europa- und verfassungsrechtliche Fragen. Peter Lang, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-52182-0
⢠Wolfgang Danner, Christian Theobald (Hrsg.): Energierecht â Kommentar. C.H. Beck Lose-Blatt-Kommentar, seit 2005
⢠Steffen Dagger: Energiepolitik & Lobbying: Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2009. Band 12, Reihe: Ecological Energy Policy, Ibidem-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8382-0057-6
⢠Jan ReshÜft (Hrsg.): Erneuerbare-Energien-Gesetz, Handkommentar. 4. Auflage, Nomos, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-7611-8
⢠Martin Altrock, Volker Oschmann, Christian Theobald (Hrsg.): EEG. Erneuerbare-Energien-Gesetz. Kommentar. 4. Auflage, Beck, Mßnchen 2013, ISBN 978-3-406-64642-3
⢠Martin Altrock: ÂťSubventionierendeÂŤ Preisregelungen â Die FĂśrderung erneuerbarer Energieträger durch das EEG. Band 1, Schriftenreihe zum Energie- und Infrastrukturrecht, Beck, MĂźnchen 2002, ISBN 978-3-406-49624-0
⢠Peter Salje: Erneuerbare-Energien-Gesetz, Kommentar. 6. Auflage, Heymanns, KÜln / Mßnchen 2011, ISBN 978-3-452-26935-5
⢠Thorsten Mßller (Hrsg.): 20 Jahre Recht der Erneuerbaren Energien. Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-6910-3
⢠Walter Frenz, Hans-Jßrgen Mßggenborg (Hrsg.): Kommentar zum EEG, 3. Auflage, Schmidt, Berlin 2013, ISBN 978-3-503-13853-1
⢠Martin Altrock, Andrea Huber, Helmut Loibl, RenĂŠ Walter: Ăbergangsbestimmungen im EEG 2014 â Kommentierungen und Materialien, Berlin 2015, ISBN 978-3-503-15796-9
⢠Christian Held, Cornelius Wiesner: Energierecht und Energiewirklichkeit â Ein Handbuch fĂźr Ausbildung und Praxis nicht nur fĂźr Juristen, Herrsching 2015, ISBN 978-3-933283-55-9
⢠Christian Theobald, Christiane Nill-Theobald: Energierecht, Gesetzessammlung dtv-Texte, 12. Aufl., Mßnchen 2015, ISBN 978-3-406-67179-1 (erscheint jährlich)
Gesetzestexte
⢠Text des EEG
⢠Volltext des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 25. Oktober 2008 in der geltenden Fassung mit Synopsen aller Ănderungen
⢠Volltext des aufgehobenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 21. Juli 2004 in der zuletzt geltenden Fassung mit Synopsen aller Ănderungen
Weblinks
⢠EEG Novelle 2021: Die wichtigsten Ănderungen sowie Fragen & Antworten | abgerufen am 2. Dezember 2021
⢠Agentur fßr Erneuerbare Energien, mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Analysen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz
⢠EEG auf dem Erneuerbare-Energien-Portal des Bundesministeriums fßr Wirtschaft und Energie
⢠Internetpräsenz der Clearingstelle EEG|KWKG nach § 19 EEG
⢠Informationsplattform der vier Ăbertragungsnetzbetreiber (ĂNB, unter anderem zum EEG)
⢠Ăbersicht zu FĂśrderprogrammen fĂźr erneuerbare Energien
⢠FĂśrderverein Ăkologische Steuerreform, mit zahlreichen Analysen zur EEG-Umlage, beispielsweise Strompreise in Europa und Wettbewerbsfähigkeit der stromintensiven Industrie, FĂS, 2012 (PDF; 310 kB)
⢠Stiftung Umweltenergierecht mit zahlreichen Rechtsgutachten zum EEG und seinen europarechtlichen BezĂźgen, beispielsweise Planungs- und genehmigungsrechtliche AnknĂźpfungspunkte als materielle Präqualifikationsmerkmale einer Ausschreibung fĂźr Windenergie an Land im âEEG 3.0â, 2015 (PDF; 1,9 MB)
⢠Stiftung Umweltenergierecht: Synopse zum EEG 2023cite-ref-412[412]
Einzelnachweise
cite-note-11. â EEG-Erfahrungsbericht fĂźr den dt. Bundestag, 2011 (Memento vom 8. April 2014 im Internet Archive; (PDF; 279 kB)), Internetseite des Bundesumweltministeriums, abgerufen am 13. Oktober 2013.
cite-note-21. Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland. (PDF; 400 KB) 1990 bis 2023. Bundesministerium fĂźr Wirtschaft und Energie, September 2023, abgerufen am 24. November 2023.
cite-note-bmu-eeg-umlage-info2012-33. Bundesministerium fßr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU): Informationen zur Kalkulation der EEG-Umlage fßr das Jahr 2012 (Memento vom 27. März 2014 im Internet Archive) (PDF; 423 kB) Berlin 2012, abgerufen am 19. Juni 2014
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